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Diverse - Final Song # 01

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von Tobias Imbach am Mittwoch, 11. Februar 2009 in Neuerscheinungen   

Genre: Electronica, Jazz, Pop, Rock uvm. |  Label: Get Physical Music (Namskeio)  |  Unsere Wertung: 8.0/10

Final SongAbgesang
Das Berliner Get Physical Music-Label stellt einigen namhaften Musikern, Producern und DJ's die schwierige Frage nach dem letzten Song.

Welchen Song möchtest du hören, bevor du stirbst? Welches Musikstück sollte auf deiner Beerdigung gespielt werden? Was ist das letzte Stück, das du als DJ auflegst, im Wissen darum, dabei die grösstmögliche Aufmerksamkeit zu erfahren? Wer einen Blick auf die namhafte Gästeliste wirft und sich obige Fragen selbst stellt, dürfte die Erstklassigkeit von “Final Song # 01“ bereits erahnen. Was, wenn nicht einer der innigst geliebten Songs, würde für diese Gelegenheit denn schon gewählt werden?

Labelgründer DJ T. eröffnet den Reigen dann auch mit einem der schönsten Stücke aller Zeiten: Die erste Gymnopédie von Erik Satie, dem grossen Komponisten der neuen französischen Klaviermusik, hält auch den Bezug zur elektronischen Musik aufrecht: so gelten die Gymnopédie-Kompositionen gemeinhin als Vorläufer der Ambient-Musik.
 
Das meint OOS: Die Tatsache, dass jeder Track von einer anderen Person ausgewählt wurde,lässt jenste Stilrichtungen zusammentreffen. Dies macht die Platte wohl abwechslungsreich, aber auch unberechenbar und zeitweise - vor allem wegen den abrupten Stil-, Tempo- und Lautstärkenwechsel (z.B. von Cerrone auf Radiohead) - ein wenig mühsam zum Durchhören.
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Der einstündige  musikalische Abschiedsgang streift im weiteren Verlauf alle möglichen Genres und Stimmungen. Der wegweisende DJ Gilles Peterson entschied sich für die intime Folkpop-Nummer “Little One“ von Acid Jazz-Pionier Rob Gallagher, während DJ Hell kurzerhand zum schönsten Walzer der 80er (“Golden Brown“ von den Stranglers) griff. Detroid-Tech-Producer Kevin Saunderson möchte den legendären Sci-Fi-Disco-Funk von Cerrones zehnminütigem “Supernature“ auf dem Totenbett hören – das amüsiert im ersten Moment, aber nicht nur. Schliesslich habe ihn dieser Klassiker nach eigener Angabe beim ersten Clubbesuch mit elektronischer Musik in Liebe fallen lassen und sein Leben nachhaltig verändert. Weitere elektronische Tracks haben sich auf dem Sampler eingefunden: Die unaufgeregten Downbeat-Nummer “Modus Operandi“ von Photek (gewählt von D'n'B-DJ Storm) etwa, oder “Amenity“ von Link (gewählt von Richie Hawtin) und Chloés “Paradise“ (von ihr selbst gewählt).

Die besten Stücke auf “Final Song #01“ stammen allesamt aus längst vergangenen Jahrzehnten. David Holmes wählte mit dem poetischen “'Til I Die“ einen der allerbesten Tracks der Beach Boys. Ewan Pearson griff zur wunderschönen und zu Recht mit dem Grammy gekrönten Peggy Lee-Nummer “Is That All There Is?“. Darauf folgen die nicht minder schönen chilenischen Folk-Klänge der historischen Inti-Illimani, von Landsmann Ricardo Villalobos ausgesucht. Berauschend ist auch “Astral Travelling“ von Avant-Garde/Free Jazz-Saxophonist Pharao Sanders. Dieses Stück, das bestimmt mit zum Besten aus dem Impulse-Katalog gehört, wählte der französische Deep House-Producer François K. In ähnliche Sphären entführen schliesslich Coldcut, die den Sampler mit Brian Enos genialem “An ending (ascent)“ zu Ende gehen lassen.

Womöglich ist es nicht der einfachste Job, Inti Illimani, Cerrone, Peggy Lee und Radiohead auf einem Sampler sinnvoll aufeinander folgen zu lassen, aber die Compiler scheitern an dieser Aufgabe nicht nur, sie scheinen es gar nicht erst versucht zu haben. Ein nicht ganz unwichtiger Punkt für einen Sampler. Für eine Empfehlung reichts dennoch, zu schön die Idee und zu gut die Musik.

Seit 9. Februar 2009 im Handel.

> Hören und Kaufen > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> The Stranglers - Golden Brown
> Peggy Lee - Is That All There Is?
> Inti Illimani - Caramba, Yo Soy Dueno del Baron
> Pharoah Sanders - Astral Travelling
> Brian Eno - An Ending (Ascent)

Trackliste:
> Erik Satie - 1. Gymnopédie (Selected by DJ T.)
> Rob Gallagher - Little One (Selected by Gilles Peterson)
> Photek - Modus Operandi (Selected by Storm)
> The Stranglers - Golden Brown (Selected by DJ Hell)
> Cerrone - Supernature (Selected by Kevin Saunderson)
> Radiohead - Sit Down Stand Up (Selected by Laurent Garnier)
> Chloé - Paradise (Selected by Chloé)
> The Beach Boys - 'Til I Die (Selected by David Holmes)
> Peggy Lee - Is That All There Is? (Selected by Ewan Pearson)
> Inti Illimani - Caramba, Yo Soy Dueno del Baron (Selected by Ricardo Villalobos)
> Link - Amenity (Selected by Richie Hawtin)
> Pharoah Sanders - Astral Travelling (Selected by Francois K)
> Brian Eno - An Ending (Ascent) (Selected by Coldcut)
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