Die Kollegen von Rapster erforschen nach “Discovered“ (Daft Punk) nun die reichhaltigen Quellen von Massive Attacks Werk: “Protected“ versammelt kleine Hits und Rares aus Soul, Fusion und Reggae.
Einen nicht kleinen Teil des Hörvergnügens hier macht das Entdecken und Zuordnen der Samples selbst aus. Deswegen möchte ich auch gar nicht gross auf die spätere Verwendung in Massive Attacks grossartigen Songs eingehen, nur soviel: Teils erstaunt, wie das Trio aus Bristol gleich minutenlange Samples verwendete (vom Chill-Out-Klassiker “Mambo“ von Wally Badarou etwa), im Gegenzug dann aber auch wieder, wenn es nur Fragmente aufgriff. Nicht immer ist gleich klar, wo das jeweilige Stück überhaupt Verwendung fand.
Das meint OOS: Für Fans von "Blue Lines"
und "Protection" ist "Protected" sicher eine Empfehlung wert. Schon
alleine das Aufspüren der Songteile, welche von den Briten übernommen
wurden, macht grossen Spass. So kann „Protected“ durchaus als Einstieg
in die Welt des Souls, Funks und Reggaes der Siebziger genutzt werden.
Wer allerdings Massive Attack erst seit dem Drittling mag und "Blue
Lines" als zu soulig empfindet, tut gut daran, "Protected" erst einmal
Probe zu hören.
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Auf “Protected“ finden sich vor allem Songs, die auf den ersten beiden Alben Massive Attacks in der einen oder anderen Form wieder zu hören sind. Sicher ist: Wer diese beiden Alben von Massive Attack liebt, wird an “Protected“ grosse Freude finden. Genauso oft wie Massive Attacks Stücke noch gelungener als die Originale sind, gibt es auch einige Stücke, die in ihrer Originalversion kaum zu toppen sind. So etwa der elegante Disco-Soul im achtminütigen “Mellow Mellow“ von Lowrell, das eigentlich viel bekannter sein sollte. Von “I'm Glad You're Mine“ von Rev. Al Green wurden zwar nur die ersten Sekunden gesampelt, aber der fantastische Deep Soul-Song ist ein weiteres gewichtiges Kaufargument.
Während ihrer Laufbahn haben Massive Attack nicht nur fleissig gesampelt, sondern auch mehrere Stücke gecovert. Die Originale dazu finden sich ebenfalls auf “Protected“: “Be Thankful For What You've Got“ vom amerikanischen R&B-Sänger William DeVaughn ist von Massive Attacks Interpretation auf “Blue Lines“ nicht sonderlich weit entfernt. Mit John Holts beschwingtem Rocksteady-Stück “Man Next Door“ sieht das etwas anders aus. Das Stück wurde durch Dennis Brown weltberühmt und von vielen weiteren Reggae-Künstlern gecovert. Massive Attack griffen für ihre Interpretation verschiedene Elemente dieser vorangegangenen Versionen auf und mischten Samples von The Cures “10:15 on a Saturday Night“ dazu – das zeitlupenhafte Resultat auf ihrem opus summum “Mezzanine“ ist weit düsterer als alle anderen Versionen und trotzdem definitiv und perfekt.
“Protected“ ist von Fans für Fans und gibt einen guten Einblick in die Ursprünge des Trip Hops. “Protected“ funktioniert auch gut als Sampler an für sich, das gesammelte Material ist durchs Band erstklassig. Aber: “Protected“ ist noch lange nicht komplett, um auch die unzähligen weiteren Samples von Künstlern wie Wire, Kraftwerk, dem Mahavishnu Orchestra, Manfred Mann oder eben The Cure zu hören, bleibt nicht viel anderes übrig, als selbst der Berufung zum Crate Digger zu folgen. So fungiert “Protected“ durchaus als schmucker Soul/Reggae-Sampler oder als Sprungbrett in die Tiefen von Massive Attacks Plattensammlung. Wirklich ergänzend ist der Sampler aber nicht.
Seit 26. Januar 2008 im Handel.
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Anspieltipps:
> Lowrell - Mellow Mellow
> Billy Cobham - Stratus