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Dominic - Nord

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von Philipp Gautschi am Donnerstag, 25. Februar 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: Postcore/Screamo  |  Label: Denovali Records  |  Unsere Wertung: 5.5/10

Nord Get Rich and Die Trying
Dominic stammen aus dem hohen Norden, nennen ihr Album "Nord" und liefern ausser einer gehörigen Portion Krach nicht wirklich viel Neues.

Mein Umfeld reagiert auf Musik, wie sie Dominic aus Rognan bei Trondheim fabrizieren, meist gereizt bis wütend. An Kommentare wie ’willst du uns mal wieder mit deinem Krach terrorisieren’, ’blödes Rumgeschrei’ oder ’auditive Vergewaltigung’ habe ich mich mittlerweile gewohnt. Tatsächlich reiten Dominic auf einer ziemlich harten Welle. Weit entfernt vom wirklich bösen Metal (den ich meiner geschätzten Bekanntschaft meist vorenthalte) zwar, dennoch ordentlich wild und laut. Würde man den Gesang bzw. das heisere Geschrei rausschneiden, fielen die Kommentare wohl deutlich milder aus. ’Netter Postmetal’ oder ’Isis?’ könnte ich mir vorstellen.

Leider muss hier festgehalten werden, dass ’Nord’ nicht wirklich aus der breiten Masse der Screamo-Bands heraussticht. Die Gitarrenläufe sind sauber und wuchtig, die Drums poltern kraftvoll; zumindest heftiges Kopfschütteln ist angebracht. In Songs wie ’Get Rich and Die Trying’ zeigen Dominic jedoch, dass sie neben dem gewohnten Haudrauf-Rock das Spiel mit komplexer Rhythmik, variierender Klangdichte und sogar zarter Ironie beherrschen. Gab es da nicht mal so ’nen komischen Vogel, der mit einem ähnlichen Albumtitel die Herzen aller Halbstarken sowie die Hitparaden dieser Welt eroberte? Dominic’s Kommentar in ebenjenem Song: ’It’s hard to tell what’s going on, when all you know is what you’re told’. Saubere Arbeit. Selten, so z.B. in "Red Light" werden ruhigere, melodiösere Töne angeschlagen. Sogleich gefällt das Produkt besser. Clevere Betonung, kreativer Gitarrenlauf, ansatzweise verständlicher ’Gesang’, vielschichtiger Aufbau sowie ein langes, instrumentales Ende. Auch ’Ink For Bullets’ beginnt nahe am Postrock und gefällt dank unorthodoxem Rhythmus. Davon hätte man gerne mehr gehört, leider  verlieren sich die Burschen allzu oft im organisierten Krach.

Insgesamt bleibt das Album trotz zahlreichen guten Ideen und ordentlich Wut, Ärger und Protest relativ unscheinbar, führt jedoch eine skandinavische Screamo-Tradition, die mit Refused’s Klassiker "Shape of Punk to Come" begann, gekonnt, souverän und wuchtig weiter. Wer harte Gitarren und wütendes Geschrei als Inspirationsquelle, fürs Anti-Aggressionstraining oder einfach als Lieblingsmusik braucht, ist mit "Nord" garantiert auf der sicheren Seite. Wer sanfte Töne bevorzugt, meide das Album bitte.

Seit  8. September 2009 im Handel. 

> Hören und Kaufen > MySpace > Label
Dominic
Anspieltipps:

> Get Rich and Die Trying
> Red Light
> Ink for Bullets
 
Diskographie:

> Dominic EP (2003)
> Dominic (2006)
> Nord (2009)
 
Ähnliche Künstler:
> JR Ewing
> Refused
> Houston Swing Engine
> Disco Ensemble
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