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Donots - Coma Chameleon

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von Michael Zuckschwerdt am Freitag, 18. April 2008 in Neuerscheinungen   
Genre: Indie Punk Rock
Label: Solitary Man Records
CH-Vertrieb: Irascible
Unsere Wertung:Donots - Coma Chameleon


Fast durchgebraten
Coma ChameleonDas Cover ist leicht irreführend, denn in musikalischer Hinsicht hatten die Donots noch nie so viel Fleisch am Knochen. Das Filetstück allerdings fehlt.

„Coma Chameleon“ ist ein vielfarbiges Werk, das weit über den bisherigen Donots Horizont hinaus reicht. Die lustigen Schrammel-Punk-Lieder sind verschwunden, was zumindest bei mir für mehr Erheiterung sorgt. Alles klingt durchdachter und gereifter. Besonders gelungen sind die Songs, bei denen sich die Band klanglichen Experimenten öffnet und die straighte Losrock-Schiene verlässt.

Die Platte beginnt mit einem kurzen Intro, bei dem man gleich mal merkt, dass Englisch wohl nicht die Muttersprache des Interpreten ist… bei den gesungenen Texten lässt sich da besser darüber hinweg hören, aber vielleicht bin ich auch einfach zu empfindlich.
„Break My Stride“ und „Pick Up The Pieces“ sind gelungene Kracher mit einem gewissen Punk-Flair und mitreissenden Melodien, wobei mich „Pick Up The Pieces“ dann doch etwas zu stark an Billy Talent erinnert. „Headphones“ ist mit seinem Tanzbein und Nackenwirbel animierenden, stampfenden Groove eine gute Auflockerung – live garantiert ein Kracher und das Outro mit den Handclaps ist witzig gemacht.
Mängel von vielen Songs sind, trotz guter Ideen, die sehr vorhersehbaren Songstrukturen. Natürlich kann man das noch bei vielen Bands dieses Genres sagen, wenn einem aber viele Parts, Breaks und Abläufe irgendwie bekannt vorkommen, verringert sich die Halbwertszeit einer punkigen Rockscheibe aus Erfahrung relativ schnell…
Erfreulicherweise haben die Donots aber auf der zweiten Hälfte von „Coma Chameleon“ noch einige interessantere, weil für ihre Verhältnisse experimentierfreudigere Songs versteckt. Nach dem fuminanten, anderthalbminütigen „To Hell With Love“, wo wirklich kein Ton zu wenig und keiner zuviel gespielt wird, folgt „Stop The Clocks“, ein Song, der anfänglich mit seinem mehrstimmigen Refrain für Verwirrung sorgte. Wieso klingt das so teilnahmslos und distanziert dahergesungen? Es braucht einen Zweiten und ein Mehr an Aufmerksamkeit für die Apperzeption und dass es solche Momente gibt, schätze ich an den Donots 2008.
Mein Favorit auf „Coma Chameleon“ ist das anschliessende „The Right Kind Of Wrong“. Diese druckvollen Akkorde im Refrain gepaart mit dem eingängigen Gesang und der Gitarrenmelodie sind sehr episch und mitreissend ausgefallen – Chapeau! Diese „Wall of Sound“ und das Bläserarrangement machen deutlich, dass Kurt Ebelshäuser von Blackmail, der einen Grossteil von „Coma Chameleon“ produziert hat, dem Album ganz klar seinen Stempel aufgedrückt hat. Das steht den Donots ausgezeichnet zu Gesicht.
„Somewhere Someday“ schliesst die Platte schliesslich würdig ab. Ein tolles Banjo-Intro, eine schöne Akzente setzende Pedal Steel-Gitarre und schliesslich kommt als dritter Gastmusiker im Song noch die Legende Walter Schreifels (Quicksand, Rival Schools) zum Einsatz: Er schrammelt die Gitarrenakkorde für das Outro des Songs, dem eigentlichen Abspann der Platte.

Fazit: „Coma Chameleon“ ist eine gelungene Indie Rock-Scheibe. Das Songwriting ist solide, bietet aber trotz guter Ideen wenig Überraschungen. Meines Erachtens werden zu oft Vergleiche mit Bands wie Billy Talent oder Jimmy Eat World wachgerufen. Wen das nicht stört, sollte sich die neue Donots anhören, denn es macht Spass und insbesondere live dürften die neuen Songs toll funktionieren. 3.5 Punkte.


Seit  28. März 2008 im Handel.

Anspieltipps:
To Hell With Love; The Right Kind Of Wrong; Somewhere Someday
Trackliste: 1)There’s A Tunnel At The End Of The Light; 2) Break My Stride; 3) Pick Up The Pieces; 4) Headphones; 5) New Hope For The Dead; 6) Anything; 7) To Hell With Love; 8) Stop The Clocks; 9) The Right Kind Of Wrong; 10) This Is Not A Drill; 11) Killing Time; 12) Somewhere Someday
similar artists: Billy Talent, Jimmy Eat World, u.v.m

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Die Donots stammen aus Ibbenbüren (D) und wollten sich eigentlich Donuts nennen. Sie starteten 1994 als Coverband. Die Erstbesetzung bestand aus den Brüdern Ingo (Gesang) und Guido Knollman (Gitarre), Jan-Dirk Poggemann (Bass), Stone (Gitarre) und Jens Trippner (Schlagzeug). Die einzigen Besetzungswechsel in der Laufbahn geschahen schon früh, Alex Seidenbiedel (Gitarre, ersetze Stone) und Eike Herwig (Schlagzeug, ersetzte Jens). Seit 1996 besteht das Line-Up unverändert.
Das erste Album „Pedigree Punk“ veröffentlichte die Band 1995 noch im Eigenvertrieb. Der Nachfolger „Tonight’s Karaoke Contest Winners“ erschien dann bei GUN Records. Bereits von Anbeginn ihrer Karriere erspielten sich die Donots einen sehr guten Ruf als Live-Band. Mit viel Schweiss bewiesen sich die Westfalen vor immer grösser werdendem Publikum und können mittlerweile auf hunderte Konzerte, erfolgreiche Tourneen im In- und Ausland und etliche grosse Namen, mit denen sie die Bühne teilten (Linkin Park, Turbonegro, Avril Lavigne, Iggy Pop, Green Day)zurückblicken.
Nach längeren rechtlichen Verhandlungen mit der ehemaligen Plattenfirma erscheint „Coma Chameleon“ erstmals auf Solitary Man, dem Label von Sänger Ingo Knollmann, das seine Aktivitäten nun von Japan auch auf Europa ausweitet.

Donots
Diskographie:
> Pedigree Punk (1996)
> Tonight’s Karaoke Contest Winners (1998)
> Better Days Not Included (1999)
> Pocket Rock (2001)
> We’re Not Gonna Take It, EP (2002)
> Amplify The Good Times (2002)
> Got The Noise (2004)
> Ten Years Of Noise, DVD (2005)
> The Story So Far – Ibbtown Chronicles (2007)
> Coma Chameleon (2008)


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