Dredg - Catch Without Arms (2005) (Interscope/Universal Music) |
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| von Philipp Gautschi am Montag, 15. August 2005 in Neuerscheinungen | |
![]() Let the demons have their place… if so its angels you’ll create Gut, grösstenteils dürfen die Gitarren natürlich spielen, teils sogar ordentlich kräftig, Dredg sind schliesslich auch eine mittlerweile renommierte Indie-Rock-Band. Trotzdem dominiert Gavin Hayes´ Stimme das Geschehen. Die Instrumente, unterstützt durch ein Piano sowie scheue Elektronik, legen eher den passenden Klangteppich, um den Singenden in ein noch besseres Licht zu rücken, obwohl's da gar nicht mehr viel zu rücken gibt. Die Melodien sind durchwegs wundervoll, sehr perfekt gesungen, immer freundlich, fliessend, nett, vielleicht ein bisschen zu klagend; ausserdem gleichen sie sich ab und zu. Mir persönlich fehlen im Album die überwältigenden Höhepunkte (die Band sollte die Grenzen ihrer Songs mehr überschreiten, um Unerwartetes, Schockierendes zu spielen) und dies vielleicht gerade deshalb, weil es auch keine wirklichen Tiefpunkte gibt. Schwierig also, gehörtes Material irgendwo einzuordnen (und somit hat die Band ihr erklärtes Ziel, die so genannte "Nichteinordenbarkeit", erreicht). Mittelmass wäre eine unverdiente Beleidigung, den Lotto-Sechser haben sie jedoch auch nicht verdient. Interessant ist die Aufteilung des Albums in zwei Perspektiven. Dummerweise leuchtet mir der Unterschied zwischen beiden Teilen noch nicht ganz ein; jedenfalls hört es sich trotz kurzem Zwischenteil wie ein tipptopp zusammenhängendes Album an. (Scumbucket gelingt es zum Beispiel auf „Aficionados“ perfekt, das Album zweizuteilen, indem sie mit den letzten vier Stücken das Befinden während eines gelungenen marihuanabedingten Höhenflugs musikalisch verwirklichen.) Die grosse Stärke des Albums liegt ganz deutlich in der eigentlich poppigen, harmonischen Art, Gefühle melodisch auszudrücken, ohne dabei den üblichen Schemata eines gelungenen Popsongs zu folgen. Die Eigenständigkeit wird beibehalten, trotz der Annäherung an ein vielleicht anspruchsloseres, harmloseres musikalisches Schlachtfeld. Seit 27. Juni 2005 im Handel. Anspieltipps: Ode To The Sun, The Tanbark Is Hot Lava similar artists: Incubus, Cave In (, Pink Floyd, Tool) > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Sänger Gavin Hayes, Gitarrist Mark Engels, Bassist Drew Roulette und Schlagzeuger Dino Campanella, allesamt Schulkameraden, gründeten Dredg anno 1993 im kalifornischen Los Gatos und nahmen dort etliche Demos auf. Die ersten Erfolge verbuchten sie in ihrer Region. Nach ihrem ersten Album „Leitmotif“ wurde Interscope auf sie aufmerksam und schickte sie unverdientermassen im Vorprogramm von den Schiessbudenfiguren von 4Lyn und Alien Ant Farm auf Tour. Ihr zweites Album “El Cielo“ brachte dann ordentlich Jubel von deutschsprachigen Kritikern ein. Auch das vernünftige, sortierte, eingängige „Catch Without Arms“ gefällt hierzulande soweit sehr. Diskographie: > Leitmotif (2001) > El Cielo (2002) > Catch Without Arms (2005)
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