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Dredg – Chuckles and Mr. Squeezy

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von Daniel Gilic am Dienstag, 7. Juni 2011 in Neuerscheinungen   

Genre: Dark-Pop  |  Label: Universal  |  Wertung: 5.0/10

Chuckles and Mr. SqueezyGrosse Ideen mit kleiner Wirkung
Dredg und ihre Alben: Jede neue Platte scheint wie eine weitere Herausforderung an unsere Hörgewohnheiten. Auch das merkwürdig betitelte „Chuckles and Mr. Squeezy“ bildet da keine Ausnahme, sondern die Regel. Alles vorhanden zwischen Schöngeist und Schönfärberei, wobei das Auffälligste an diesem Album das Cover ist.

Freud und Leid liegen ja bekanntlich nah beieinander. Bei Dredg war diese Nähe bislang nicht greifbar, aber ihre fünfte Platte lässt einen ganz schön knabbern. Nicht, weil sie so schwer nachzuvollziehen wäre, sondern weil sie es sich viel zu einfach macht. Einfache Strukturen, einfachere Songs, einfachere Mittel. Was früher grosse Kunst innerhalb des Genres darstellte, ist heute in Teilen arg langatmig. Mit Liebe zu den Details und Verachtung von Konventionen haben Dredg bislang Grosses geschaffen. Diese Phase scheint erstmal vorbei zu sein, denn „Chuckles and Mr. Squeezy“ ist wie in der Mikrowelle aufgewärmt: Ohne wahre Leidenschaft und mit wenig Esprit und Inspiration versehen.

In ihrer jungen Karriere hat die Band um Sänger Gavin Hayes etliche Songs geschrieben, denen man sich schlicht nicht entziehen konnte. Die Situation ist nun eine andere. Kleine Ideen mit grosser Wirkung? Fehlanzeige. Jetzt liegt der Fall umgekehrt. Dredg haben zwar die Fröhlichkeit für sich entdeckt, inklusive beschwingter Tempi, poppigen Melodien und subtiler Elektronik, doch das, was sie unter Dark-Pop verstehen, vermag nicht zu fesseln.

Wer seine hohen Ansprüche nach unten verschiebt, wird dennoch ein paar Hits finden. Den tollen, chamäleonartigen Rocker „Upon Returning“ beispielsweise, wo Dredg zeigen, dass sie es noch können. Oder „The Ornament“, ein neues Stück aus alten Versatzmustern, dass sehr feinfühlig und gefühlsbetont daherkommt. Oder die linientreu rockende Single „The Tought of Losing You“.

Auf der anderen Seite sind Songs wie „Another Tribe“ oder „Where I'll End Up“ an Schwülstigkeit kaum zu überbieten. Nette Belanglosigkeiten wie in „The Tent“, „Down Without A Fight“ und „Before It Began“ müssen auch nicht sein. Dieses Wechselbad der Stimmungen zwischen angenehm und anstregend bringt keinen Jubelschrei hervor und deswegen fällt die Wertung auch demtentsprechend aus.

Seit 29. April 2011 im Handel.

> Hören & Kaufen > Offizielle Homepage > Myspace

Anspieltipps:

> Upon Returning
> Somebody Is Laughing
> The Ornament

Diskographie:
> Leitmotif (1998)
> El Cielo (2002)
> Catch Without Arms (2005)
> Live at the Fillmore (2006)
> The Pariah, the Parrot, the Delusion (2009)
> Chuckles and Mr. Squeezy (2011)

Ähnliche Künstler:
> Minus The Bear
> 30 Seconds To Mars
> Young The Giant
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