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Duke Sheltic - 2nd Shot

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von Patricia D'Incau am Dienstag, 22. Mai 2012 in Neuerscheinungen   

Genre: Pop/Hiphop  |  Label: K-Tel (K-Tel International Switzerland)  |  Unsere Wertung: 3.5/10

2nd ShotIdentitätsverlust  
Wer den „Duke“ irgendwo zwischen seinen ersten Klein-Konzerten (2005) und dem Debut-Album (2010) live erlebt hat, meint sich in erster Linie an soliden Hiphop mit interessantem Irish-Folk-Einfluss zu erinnern. Entsprechend ernüchternd fällt deshalb das neue Werk „2nd Shot“ aus, das die Frage aufwirft, ob die Sinne dem Hörer von damals einen Streich spielen - oder ob „Duke Sheltic“ tatsächlich an Individualität eingebüsst hat.

Als „ruhig und doch mit extremem Elan geladen“, wird Oliver “Duke Sheltic“ Doogue von seinem näheren Umfeld beschrieben. Gegensätze, die prädestiniert sind, für das künstlerische Spiel mit dem Feuer. Aber anstatt zum wagemutigen Experiment, sind die charakterlichen Eigenheiten auf „2nd Shot“ zu einem gesitteten Einerlei verarbeitet. Songzeilen wie „I keep my head up. I get my flow thight (...) I keep movin up“ verlieren in Dauerschleife jegliches energetisches Potential. Und so etabliert sich bereits bei Track Nummer Vier, „Dead Right“, die Ahnung, dass die Platte eher redundant als spannend weitergeht.

Ungewohnt unerwartet sind daher die Latino-Rhythmen auf „Time of My life“. Der Track bietet einen erfrischenden Stilbruch - bewegt sich damit aber leider ein bisschen einsam auf sechzehn-Track-langer Flur. Etwas Gesellschaft leistet ihm „One Shot“: mit Geige, härteren Beats und einem Rap, der stellenweise an amerikanische Pendants erinnert. Freilich ist die Refrainzeile „One shot, one flow, let’s go“ etwas zu einfach gestrickt und Aufbruchsstimmung stellt sich nicht unbedingt ein. Aber das Stück bringt Abwechslung in die überwiegend stoisch-balladiöse Tracksammlung, bei der trotz stimmlicher Frauenbegleitung und Erzählungen aus dem Leben des Rappers, der emotionale Funken nur mässig überzuspringen vermag.

Das „gewisse Etwas“ des Projekts scheint irgendwo zwischen Radio Energy, MTV, Eurovision Song Contest und dem Personalabbau von Musiker-Combo („Duke and the Sheltics“) zu Ein-Mann-Projekt („Duke Sheltic“) verloren gegangen zu sein. Insgesamt ist das Werk des „Dukes“ zwar angenehm anzuhören und hat erleichternd wenig gemein mit dem, was gegenwärtig als seichter Pop-Electro-Sprechgesang-Mix unter dem Label „Hip-Hop“ in Club und Radio läuft. Dieser Umstand vermag dennoch nicht darüber hinweg zu täuschen, dass es „2nd Shot“ an Profil fehlt. Man wünscht sich rohe Extreme, dem Gehör den Folk-Rap – und dem „Duke“ die Individualität zurück.

Seit  11. Mai 2012 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label

Anspieltipps:
> Time of My Life
> One Shot

Diskographie:
> Diary Scraps (2010)
> 2nd Shot (2012)

Ähnliche Künstler:

> Selladoor
> The Roots
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