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Ebony Bones! - Bone Of My Bones

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von Tobias Imbach am Montag, 20. Juli 2009 in Neuerscheinungen   

Genre: Alternative Dance, Electro-Pop/Punk  |  Label: PIAS (Musikvertrieb)  |  Unsere Wertung: 3.0/10

Bone Of My BonesAugen auf und Ohren zu
Zurzeit unterbieten sich die weiblichen Newcomer aus UK gegenseitig. Während andere “nur“ die Grauen vergangener Tage aufleben lassen, wagt Ebony “Bones!“ Thomas deutlich mehr. Das Resultat ist allerdings genauso zum Weghören.

Ebony Bones! dürfte mit ihrem Debütalbum für eine Art Post-Post-Punk einstehen. Punkmusik, wie sie so nur heute klingen kann. Das auch, weil sie ihren störrischen und kunterbunten Soundmix furchtlos mit Elementen aus aller Welt und Epochen moderner Musik ausschmückt. Die Erzeugnisse sind erstaunlich, so anders als alles, was dieses Jahr sonst so hervorbrachte. Grössen wie Grace Jones  (die übrigens als klare Inspiration gedeutet werden darf) zählen sich zu ihren Fans, von der FAZ bis zum Guardian  oder der London Times sind sie alle begeistert von der ehemaligen TV-Serienschauspielerin, die im Alleingang der langweilenden Gegenwartsmusik den Kampf ansagt. Tribal-Claps, scheppernde Rock-Drums, knarzender Bass, treibende Gitarren und der ausgelassene Gesang von Ebony Thomas bilden den Kampfschrei für den “W.A.R.R.I.O.R.”, bei “We Know All About U“ sind es Flamenco und Samba-Perkussion, die zum markanten Basslauf und knallenden House-Drums hinzukommen und die Grundlage für ausgeflippte Vocals liefern. Das Highlight des Albums, “Don’t Fart On My Heart“ (ja, die restlichen Songtitel (und –Texte) lassen in ähnlichem Masse zu wünschen übrig) steht ganz im Geiste eines dreckigen, düster-urbanen Brasiliens, unter der hektischen Ausgelassenheit der Stimmen und der Perkussion sind es dröhnende, langsame Gitarren, die den ganzen Song in ein dunkles und bedrohliches Licht tauchen.

Der beachtliche Reichtum der instrumentalen Ausschmückung ihrer Songs steht im krassen Gegensatz zu der Einfalt, mit der diese Instrumente wiedergegeben werden und der Ideenlosigkeit der gespielten, sich ewig wiederholenden Melodien. Das andererseits dürfte aber auch wieder typisch für den Punk sein, ja live dürften sich die Melodien nur so und gar nicht anders gegen die instrumentale Gewalt behaupten können, ab Platte ist diese Trivialität allerdings ein Ärgernis sondergleichen. Sondergleichen, weil das hier so viel mehr sein könnte, als es ist. Zum Weghören, aber nicht zum Vergessen, wir halten die Augen offen.

Seit 10. Juli 2009 im Handel erhältlich.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Ebony Bones
Anspieltipps:
> Guess We'll Always Have NY
> Don't Fart On My Heart

Diskographie:
> Bone Of My Bones (2009)

Ähnliche Künstler:
> Santigold
> M.I.A.
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