Fast schon fürsorglich werden wir zur kälteren Jahreszeit mit warmer Folksmusik zugedeckt. Nun möchte der anspruchsvolle Hörer aber Musik für immer, die zu allen Jahreszeiten passt. Dementsprechend muss die Frage lauten: Funktioniert Frost nun auch im Sommer? Eine kurze Antwort wie "Abwarten" wäre durchaus möglich, würde Edith Frost aber nicht gerecht werden. Die Singer/Songwriterin aus den USA zaubert nämlich ordentliche (Liebes-)Lieder zu Tisch, beglückt mit vorwiegend Folk, aber auch Pop, Country und Roots- Einschlägen. So vielseitig wie angetönt ist das Spiel dann aber doch nicht: Das grosse Stichwort heisst Liebe. Ob in "A Mirage" ("When the last boy I kissed told me he couldn't be true, he swore my heart it was lying that I'd fall in love with somebody new") oder in "Playmate": "I need to find somebody with a broken heart to help me forget the dream" spielt gar keine Rolle: Immer singt die talentierte Künstlerin von der Liebe und Beziehungen, stets adrett, souverän und reizend vorgetragen. Ihre Texte sind aber meist alles andere als reizend: So zum Beispiel muss "My Lover Won't Call" gar nicht zitiert werden, der Songtitel reicht vollkommen aus. Ihr Freund wird in der Tat nicht anrufen, die Zigarette im niedlichen Booklet und die zahme Musik unterstreichen diese Aussichtslosigkeit. In weiteren Songs wie "Lucky Charm" beweist Frost dann noch weitere Qualitäten: Nicht nur ihre Liebesgeschichten berühren, der alternative-country Star kann auch über Gegenstände singen oder Erinnerungen erzählen. Dass "It's A Game" auch im Sommer funktionieren wird, ist längst klar (zumindest bis im Mai) und das ohne dass Edith Frost und die vielen weiteren Musiker jemals so richtig laut oder brachial werden müssten. "It's A Game" besticht durch seinen Charme, seine Kontinuität und seine Intimität. Nicht zu vergessen das wohl schönste Cover dieses Quartals: Ein trauriges, anmutiges Bild eines Karussellpferdes. Mit zwei Blumen beschmückt dreht es seine Runden, ohne loszulassen. Ein andauernder Zyklus, immer und immer wieder, mit scheuem Blick, mit der Freude am Lachen der Kinder und mit Edith Frost im Kopfhörer. Damit es nicht kalt bekommt.
Seit 4. November 2005 im Handel.
Anspieltipps: Emergency; A Mirage; My Lover Won't Call; Stars Fading
Trackliste: 1) Emergency; 2) It's A Game; 3) What's The Use; 4) A Mirage; 5) Playmate; 6) My Lover Won't Call; 7) Lucky Charm; 8) Larger Than Life; 9) Just A Friend; 10) If It Weren't For The Words; 11) Stars Fading; 12) Good to Know; 13) Lovin' You Goodbye
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> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: Alternativ-country Songwriterin Edith Frost wurde 1964 in Texas geboren, wo sie mit ihrer Familie aber nicht lange blieb. Immer wieder wechselte sie ihr Zuhause, nach dem College trieb es sie vorübergehend nach Brooklyn, wo sie als Internet-Programmiererin tagsüber arbeitete. Nachts war sie gleich in drei Musikgruppen aktiv! 1992 spielte Frost ihre eigenen Lieder und sendete an das Label von Will Oldham ein Demo Tape - mit Erfolg.
Nach einer EP begann Edith Frost mit den Arbeiten an ihrem ersten Album mit Mitgliedern von u.a. Gastr del Sol, Eleventh Dream Day und The High Lamas. Das Resultat hiess "Calling Over Time" und erschien 1997. Seitdem veröffentlichte Edith Frost drei weitere, erfolgreiche Alben. Ihr neustes Werk trägt den Titel "It's A Game" und wurde im November veröffentlicht.