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Editors – The Back Room (2005) (Kitchenware/Musikvertrieb)

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von Ivana Leiseder am Dienstag, 23. August 2005 in Neuerscheinungen   
Editors – The Back Room (2005) (Kitchenware/Musikvertrieb)

Helden

Editors – The Back Room (2005) (Kitchenware/Musikvertrieb) Debütalbum der Extraklasse einer weiteren 80ies Revival-Band.

Eines sei gleich zu Beginn gesagt: Ja, bei Gott, Editors klingen - zumindest streckenweise – ein wenig wie Interpol. Na und? Wer Editors des Plagiats bezichtigen will, muss bei eben genannter US-Formation dasselbe tun. Jene ähneln nämlich offenkundig Grössen wie Joy Division, die Erstere wiederum ebenfalls geprägt haben usw. usf. Trotz einiger Gemeinsamkeiten (wie z.B. Bariton-Gesang und introvertierte Texte) veröffentlichen Editors mit „The Back Room“ aber ein eigenständiges und sowohl musikalisch als auch lyrisch starkes Album, das ungeteilte Aufmerksamkeit verdient. Das Quartett selber weist seinem Werk das Attribut „Dark Disco“ zu und trifft dabei den Nagel auf den Kopf. Während zu Joy Division mit Bestimmtheit höchstens noch stoisch gewippt wird, schwingt man hier schon beim Opener „Lights“ lässig das Tanzbein. Bombastische Gitarren, die teilweise an die frühen U2 denken lassen, und dramatische Drums steigern sich zusammen mit dem entrückten Gesang Tom Smiths und zurückhaltender Elektronik zu einem musikalischen Feuerwerk. In infernalischem Tempo geht’s in gleicher düsterer Manier weiter mit dem positiven „Munich“ („People are fragile things (...) Be careful what you put them through“), an welches sich sogleich das absolute Glanzstück der Platte, „Blood“, reiht. Mit misanthropischer Botschaft („Blood runs through our veins / That’s where our similarity ends“) wagt man hier die grosse Geste und liefert einen ungemein ausdrucksstarken Refrain, für den wohl manch eine Band töten würde – grossartig, wie Melancholie und Euphorie verbunden werden! Auf „Fall“ wird für einmal pausiert und den Doves gehuldigt, bevor man auf dem wunderbar elektronischen, synthielastigen „Camera“ mit Pathos an Joy Divisions „Atmosphere“ erinnert und grosse Emotionen heraufbeschwört: „Look at us through the lens of a camera / Does it remove all of our pain?“ Nach drei weiteren erschöpfenden und doch nachdenklichen Tanzeinlagen wird die Stahltür des Back Rooms mit zwei wunderbaren Balladen geschlossen.
Editors überzeugen mit ihrem Debüt auf der ganzen Linie und zeigen, dass sie weit mehr als ein billiges Interpol-Imitat sind. Wie Tom Smith in „All Sparks“ singt, erlöschen alle Funken irgendwann einmal. Diejenigen der Editors werden aber gewiss noch lange wie eine Diskokugel im Dunkeln glitzern.


Seit 25. Juli 2005 im Handel.

Anspieltipps: Lights, Munich, Blood, All Sparks, Camera
similar artists: Joy Division, Echo & The Bunnymen, Interpol, Doves, Bauhaus, The Killers

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Editors sind Tom Smith (Vocals), Chris Urbanowicz (Gitarre), Ed Lay (Drums) und Russell Leetch (Bass). Die Band wurde (zu Beginn noch ohne Ed Lay und mit den Namen „The Pride“ und später „Snowfield“) 2000 an der Universität in Stafford (Fach der Bandmitglieder: Music Technology) gegründet und zog nach Abschluss nach Birmingham (Sitz des Managements) um. Ende 2004 erhielt die Band mehrere Plattendeals von grossen Labels angeboten, entschied sich schliesslich jedoch für das Indie-Label Kitchenware Records, das im Januar 2005 die erste Single „Bullets“ veröffentlichte. „Bullets“ war innert zweier Tagen ausverkauft und der Nachfolger „Munich“ katapultierte die Band in sämtliche Musikmagazine und Fernsehshows. Unlängst wurde das Debütalbum „The Back Room“ veröffentlicht, zu dessen Promozwecken Editors nun in ganz Europa touren.

Editors – The Back Room (2005) (Kitchenware/Musikvertrieb)
Diskographie:
> The Back Room (2005)


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