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von Michael Messerli am Freitag, 5. Juni 2009 in Neuerscheinungen
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Genre: Singer/Songwriter, Indie | Label: Vagrant/Cooperative (Universal) | Unsere Wertung: 6.5/10
Beim Barte des E
Frage:
Welches Eels-Album ist dein Favorit? Sollte es „Hombre Lobo“ werden,
dann bitte bei Vollmond anketten und die Rasierklinge in den Müll
werfen. E hat nämlich ein Album geschrieben, das auch von der
Gesichtsbehaarung abhängt.
„Hombre Lobo“ stellt den Sound der Eels natürlich auch diesmal nicht auf den Kopf. Aber immer war ein gewisses Detail anders. Letztes Mal war es ein Doppelalbum. Eines, das scheinbar das ganze Leben von Everett zusammenfasste. Wie seine absolut lesenswerte Autobiographie „Glückstage in der Hölle“. Nach dem grossen Rundumschlag folgt nun die Reduktion und die zaghafte Entfernung von seiner eigenen Person. Und wer die Musik der Eels bisher auch als durchaus selbstironisch empfunden hat, der kann mit dem Inhalt leben: Einem Werwolf. So stur Everett bisher an sich selber festgehalten hat, so wenig konnte man es ihm je übel nehmen. Einiges bleibt denn auch auf „Hombre Lobo“ beim Alten. „That Look You Give That Guy“ ist die klassische Loser-Nummer. „Lilac Breeze“ strotzt dagegen selbstbewusst vor Sex. Mit seinen Zwischentönen schlägt Everett immer wieder die eine melancholische Seite im Hörer an, die mitschwingt. So dreht sich beispielsweise „The Longing“ wie eine Spirale sehnsüchtig in den Abgrund.
Auch wenn er sich in gewissen Punkten ewig wiederholen wird, die erschaffenen Charaktere geben seinen Erzählungen mehr als eine Stimme. Und am Ende ist es trotz allem wieder die eigene. Es wird eine Brücke geschlagen vom „Lone Wolf“ zum Werwolf. Man ahnte es schon immer – es stecken beide in den Eels-Songs. „12 Songs of Desire“ lautet der Untertitel von „Hombre Lobo“. Nicht jedes Stück wird dem gerecht. Die spärlichen Arrangements lassen manchmal etwas die Breite vermissen. So wirkt ein Song wie „Tremendous Dynamite“ nicht ganz zu Ende gedacht, dem verzerrten Gesang könnte man gar plumpe Effekthascherei vorwerfen. Dann doch lieber die Hymne an verpasstes Timing, wo wieder die Verliererstrasse besungen wird. Nein, auch Everett selbst ist kein gewöhnlicher Mann. Fast würde man schreiben wollen, seine Persönlichkeit sei in einem gesunden Ausmass gespalten. So dass diesmal der Werwolf in ihm heult („Fresh Blood“). Am Ende läuft es aber auf dasselbe hinaus. Egal ob Werwolf mit Hundegesicht oder Wolf mit mächtigem Vollbart. Er kann nun mal schwer aus seiner Haut, der gute E.
Seit 29. Mai 2009 im Handel.
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Anspieltipps:
> The Longing
> Fresh Blood
> My Timing Is Off
Diskographie:
> Beautiful Freak (1996)
> Electro-Shock Blues (1998)
> Daisies of the Galaxy (2000)
> Souljacker (2001)
> Shootenanny! (2003)
> Blinking Lights and other Revelations (2005)
> Hombre Lobo (2009)
Ähnliche Künstler:
> Sophia
> Neil Young
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