Drei Alben in fünfzehn Monaten sind mindestens eines zu viel, lieber E. Auch wenn man es eine Trilogie nennt. Bei allem Respekt. Natürlich freut man sich über einen Song wie „Spectacular Girl“ und dem dazugehörigen Hochglanzvideo, das in etwa so gut zu den Eels passt wie ein einsamer Wolf ins Wallis. Wie kann man sich da bitteschön nicht wiederholen? Das muss sich auch der Schreiberling fragen, der bereits meint, alles zu den Eels geschrieben zu haben. Natürlich ändert „Tomorrow Morning“ nichts am Bild, das man vom Künstler E hat. Die tragische Note, die Geschichte dahinter. All das schwingt immer mit, kann aber nicht ewig für alles herhalten.
Das eigentliche Problem mit „Tomorrow Morning“ ist, dass es das bisherige Level leider nicht hält. Stücke wie „That’s Not Her Way“ mal ausgenommen. Im Gegensatz zum Vorgänger „End Times“, der in seiner schlichten Atmosphäre aufgegangen ist und die Beklemmung durch und durch einfing, bleibt der dritte Teil dieser Reihe blass, gar ein bisschen mutlos. Es ist das farbloseste Werk einer bewundernswerten Karriere, wobei man fair bleiben muss. Man kann dem Mann, der sein Leben der Musik verdankt, nicht übel nehmen, dass er sich voll in sie hineinstürzt, statt etwa in die tiefe dunkle See. Aber muss man auch alles gleich an die Leute bringen? Hat er diesmal nicht ganz alles richtig gemacht? Er wäre damit weder der erste noch der einzige. Also akzeptieren wir es und nehmen „This Is Where It Gets Good“ mal eben nicht wörtlich. Wer will das schon – für den Zauber der Eels.
Seit 20. August 2010 im Handel.
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Anspieltipps:
> Spectacular Girl
> The Man
> That’s Not Her Way
Diskographie:
> Beautiful Freak (1996)
> Electro-Shock Blues (1998)
> Daisies of the Galaxy (2000)
> Souljacker (2001)
> Shootenanny! (2003)
> Blinking Lights and Other Revelations (2005)
> Hombre Lobo (2009)
> End Times (2010)
> Tomorrow Morning (2010)
Ähnliche Künstler:
> Sophia
> Neil Young
> Bob Dylan