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Electrelane - No Shouts, No Calls

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von Philippe Feer am Mittwoch, 27. Juni 2007 in Neuerscheinungen   
Genre: Experimental, Rock
Label: Too Pure
CH-Vertrieb: Indigo
Unsere Wertung:Electrelane - No Shouts, No Calls


Fisherman’s Women
No Shouts, No CallsVier Frauen aus Brighton spinnen Seemannsgarn, der aus romantischen Liebesliedern an die Abgereisten besteht; überhaupt nicht bodenständig, dafür knüppeldick.

Verity Susman ruft es ziemlich deutlich über den gitarrenlastigen Sound: „I want to be with you / I’m just waiting until you say these words / Come back, come back, come back, oh, to me...”. Ein Bekenntnis, das auf der ganzen Platte aufrecht gehalten wird; ein ungewöhnliches Bekenntnis einer reinen Frauenband, deren Sound auf früheren Alben durchaus Anleihen von Krautrock innehatte. Zugegeben, im Vergleich zu The Axes sind mehr Popsongs enthalten, ihre Stimme, die fast keinen oder vielleicht gewollt immer denselben Ton trifft, bleibt jedoch gewöhnungsbedürftig (immerhin keine fragwürdigen Schnipsel aus französischen Gedichten). Aber beim Klabautermann, diese Stimme macht süchtig!
Aufgenommen wurden die Damen und die Platte in Berlin, einem Ort, der es ihnen angetan haben muss: Ein Stück wird der Stadt gewidmet und  „Five“ enthält als Geste ein Sample mit Fangesang vom Fussballmatch  Hertha Berlin gegen FC Moskau. Es ist eines von vier Instrumentalstücken, die sich vor allem durch ausufernde Spielereien vom Rest unterscheiden: Da darf auch mal eine Ukulele neben Synthesizern erklingen, stets begleitet vom pulsierenden Schlagzeug. Schliesslich setzt sich in jedem Stück der Mix an Stimmen und Instrumenten zu einer netten Melodie zusammen.
Man nimmt den Frauen die Texte nicht ab, man hat das Gefühl, dass sie wie im leicht luftigen „Between The Wolf And The Dog“ den Strand nervös auf–und ablaufen oder wie in „The Lighthouse“ jeden einzelnen Leuchtturm besteigen und den interessantesten Krach machen, sodass Mann und Maus an Bord zumindest ein Ohr riskiert und zurückkehrt (bei diesem Song ist vor allem das Piano herauszuheben, das anfangs feuchtfröhlich mitrumpelt und plötzlich jazzig den Takt übernimmt). Mit „Saturday“ gelingt ihnen der herzlichste Song: Sich wiederholende und mahnende Sprüche der Backgroundsängerinnen am Bass und an der Gitarre kommentieren und antworten auf  “I’ve got a photo from a long time ago“ von Verity Susman mit „ Hold it in your pocket, hold it in your pocket“.
Diese sture und aktive Nonchalance verdient den höchsten Orden. Der entsprechende Titel und das Gimmick in Form eines aufnähbaren Flicks sind des Guten dann doch ein wenig zuviel. Doch der Rezensent ist reingefallen und der Fisch ins Netz gegangen.


Seit 27.April 2007 im Handel.

Anspieltipps: Greater Times, Saturday, The Lighthouse, Cut And Run
Trackliste: 1) Greater Times; 2) To The East; 3) After The Call; 4) Tram 21; 5) In Berlin; 6) At Sea; 7) Between The Wolf And The Dog; 8) Saturday; 9) Five; 10) Cut And Run; 11) The Lighthouse
similar artists: Sonic Youth, The Velvet Underground, Sleater-Kinney, The Arcade Fire

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:
1998 wurde die Frauenband von Sängerin Verity Susman und Emma Gaze an den Drums gegründet. Drei Jahre später folgte das von Instrumentalstücken dominierte Debütalbum „Rock It To The Moon“. Mit Steve Albini an Bord wurde die Orgel in den Schrank gestellt und  Gesang und Chor traten hinzu. „Axes“ war dann in erster Linie laut und düster, die neue Scheibe poetisch und sentimental, ein stetiger Stilwechsel.

Electrelane
Diskographie:
> Rock It To The Moon (2001)
> Want To Be The President EP (2002)
> The Power Out (2004)
> Axes (2005)
> No Shouts, No Calls (2007)



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