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Electronicat - Voodoo Man (2005) (Disko B/RecRec)

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von Ivana Leiseder am Sonntag, 1. Mai 2005 in Neuerscheinungen   

Was zum...?!

Electronicat - Voodoo Man (2005) (Disko B/RecRec) Tja, "Voodoo Man" vom lieben Fred Bigot alias Electronicat... Das mittlerweile sechste Elixier des Elektrozauberers köchelt jenseits von Gut und Böse vor sich hin. Irgendwo in einer eigenen Welt - zwischen Regenbogen-Massaker und Mumien- katzen.

"Ein Gemisch aus Electro und Rock'n'Roll. Erinnert stellenweise an Soundtracks von Horrorfilmen", hiess es im netten Promo-Bestellungs-Mail. Klingt spassig, dachte man sich und bestellte den neusten Streich von Electronicat mit dem Titel "Voodoo Man". Über Voodoo heisst es in Wikipedia: "An zentraler Stelle steht das Opfer von Tieren oder Genussmitteln wie Rum und Zigarren, der Priester, die Eingeweihten, das Fest und der Tanz mit seinen verschiedenen Gottheiten zugeordneten Trommel-Rhythmen und Gesängen. Die Gottheiten ergreifen vereinzelt Besitz von den Tänzern, die sich dabei in tiefer Trance befinden." Besser könnte man Fred Bigots Musik nicht umschreiben: Die Zuhörer werden von Voodoo-Mann Bigot sofort in seinen magischen Bann gezogen - ohne jegliche Fluchtmöglichkeit. Nein, nach Hilfe zu schreien bringt auch herzlich wenig. Harte Elektrobeats, schrille Gitarrenriffs, dumpfe Donnergeräusche, frohlockendes Vogelgezwitscher, tribale Perkussion und Andi Sexgang mässiger, verstörender Sprechgesang werden zusammen mit ironsch-düsteren Texten über Regenbogen-Massaker oder Mumienkatzen in einen Kessel geträufelt und zu einem Teufelsgetränk gebraut - dies erst einmal getrunken, wirkt es wie Gift: unverzüglich. Electronicats 13 äusserst tanzbare Disco-Horrorgebilde erzählen von Dunkelheit, Alpträumen, Geister, seltsamen Vögeln und verwirren mächtig, d.h. sind auf keinen Fall zu nächtlicher Stunde zu hören (buuuuahhhhh!) - die Gefahr, plötzlich kleine fiese Monster oder Katzen in Form von Frankenstein zu sehen und durchzudrehen, ist zu gross. Nun gut, ganz so schlimm steht es um Herrn Bigot zum Glück auch wieder nicht, denn im Gegensatz zu anderen ähnlich düsteren, schrägen Köpfen vernachlässigt dieser den Sinn für Humor in keinem seiner Songs, die er uns stets mit einem belustigten Augenzwinkern auftischt. So, als wollte er uns sagen: "Alles halb so wild..." Ja, ja, Herr Bigot, das kann man im Nachhinein immer sagen. Bei der Schreibenden jedenfalls hat das Hörerlebnis grosse Spuren hinterlassen (da, da, eine Mumienkatzeeeeee!!), aber trotzdem bleibt einem nichts anderes übrig, als immer und immer wieder zur Scheibe zu greifen. "Voodoo Man" ist nämlich einfach dermassen originell und erfrischend, dass man gar nicht anders handeln kann. Eine sehr willkommene musikalische Ausnahmeerscheinung, die gänzlich ohne Konkurrenz dasteht. Höllisch gut, himmlisch betörend. Spielerischer Wahnsinn in seiner reinsten Form. Kaufen!


Seit 28. März 2005 im Handel.

Anspieltipps: Non, Rainbow Massaker, Wap Doowop
similar artists: Voodoo-Priester mit Macintosh in Westafrika

⇒ Hören und Kaufen ⇒ Offizielle Seite ⇒ Label ⇒ CH-Vertrieb

Bio:
Electronicat erblickte 1997 das Licht der Welt, als Fred Bigot begann, Samples von Vocals, Gitarren, Analog-Synthesizern und Drummachines zu mixen, um psychedelischen Elektro-Sound zu kreieren, der wenig später zu seinem Markenzeichen werden sollte. Im Zuge seiner musikalischen Tätigkeit hat Fred Bigot mit namhaften Künstlern wie z.B. Gerhard Potuznik and Patrick Pulsinger zusammengearbeitet und sich auch einen Namen als Visual Arts-Künstler gemacht. "Voodoo Man" ist seine sechste Veröffentlichung und das zweite Album auf Disko B.

Electronicat - Voodoo Man (2005) (Disko B/RecRec)
Diskographie:
⇒ Electronicat (1999)
⇒ So I Love You (2000)
⇒ Cat a tac (2001)
⇒ Birds Want To Have Fun (2002)
⇒ 21st Century Toy (2003)
⇒ Voodoo Man (2005)





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