News und Infos
Newsletter
NewsletterAbonniere unseren kostenlosen Newsletter und bleibe so immer auf dem Laufenden.






RSS-Feed
Der RSS-Feed von ::exit.music::
Abonniere unseren RSS-Feed!
Login / Registrierung

Partner

Advertisement
Playlist: Eno
Eno









Christian Mikolasek

- Gregor Samsa: 55:12
- Brian Straw: Song Veins
- Envy: Insomniac Dose
- Propaghandi: How to Clean Everything
- I not dance: So You Think You Can Stop Me...

Ivo Münger

- Botch: We Are the Romans
- Engine down: To Bury Within The Sound
- Radiohead: From the Basement
- Mogwai: Hardcore Will Never Die, But You Will
- Mineral: The Power of Failing

[Playlist Archiv]
Zukunftsmusik
12.5.
The Cribs – The Belly of the Brazen Bull
Richard Hawley – Standing at the Sky’s Edge
Here We Go Magic – A Different Ship
Fela Kuti – Live in Detroit

19.5.
Simian Mobile Disco – Unpatterns
Beach House – Bloom
Best Coast – The Only Place
Guided by Voices – Class Clown Spots a Ufo alles lesen
exitmusic.ch on Facebook

Elvis Costello live with The Metropole Orkest – My Flame Burns Blue (2006)

Drucken E-Mail
von Rafael Werner am Montag, 27. März 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Orchestraler Jazzpop mit Samba, Rock und Oper
Label: Deutsche Grammophon
CH-Vertrieb: Universal Switzerland
Unsere Wertung:Elvis Costello live with The Metropole Orkest – My Flame Burns Blue (2006)

Das Gefühl bekommen, angelangt zu sein
Elvis Costello live with The Metropole Orkest – My Flame Burns Blue (2006)Elvis Costello macht einmal mehr alles richtig: Eine dramatisch-romantische Reise in die endgültige Glückseligkeit, hervorragend unterstützt vom Metropole Orkest.

„This record may eyplain what I’ve been doing the last twelve years when I haven’t had an electric guitar in my hands...“ Und nicht nur das: “My Flame Burns Blue” liefert einen fabelhaften Querschnitt über die Arbeit Costellos der letzten paar Dekaden. Live aufgenommen am North Sea Jazz Festival 2004.
Und ich verrat euch was: Diese Musik brennt! Nicht nur das Piano, das ganze
Metropole Orkest unterstützt Costello hervorragend; egal ob bei tieftraurigen Schlummerstücken,  rassigem Samba oder exzellentem Free-Jazz-Rock wie “Hora Decubitus”, welches dieses Spektakel fulminant eröffnet.
Inklusive traumhaft schöner Schlusszeile:
„I’ve Said It Before/ I Can’t Say It Much More/ Life Is A Beautiful Thing.“

Elvis Costello ist ein Multitalent, wie die fast angstmachende Bonus-CD anschaulich beweist. Aber alleine schon auf „My Flame Burns Blue“ ist alles dabei; es ist diese Musik, die man einfach im Blut hat, es sind die selbstverständlichen Gefühle und Reaktionen darauf. Niemand überlegt, bei „Favourite Hour“ zu schluchzen, es passiert einfach! Genauso selbstverständlich wie „That’s How You Got Killed Before“ glücklich macht, und ganz nach „Take It Easy“ – Schema die Sorgen wegbläst. Und natürlich schrieb dieser Song nicht Costello, viel zu klassisch. Costellos Songs sind nämlich nebst präsentem Feuer von einer leicht alternativen Melodieführung und mindestens einem kreativen Input gekennzeichnet. Das Parade-Beispiel für diese spezielle Melodien ist mit „Upon A Veil Of Midnight Blue“ schnell gefunden.
„You Pluck Up The Courage To Tell Her How You Feel“
Das singt er wieder gerne, 99% todernst, 1% augenzwinkernd und Berufsmotivator. Das Lied – so langsam, dass es sich fast selbst stoppt – endet in butterweichen Bläsern, natürlich nicht ohne Disharmonie.
Dann: Der erste Applaus. Das Durchschnaufen. Die Frage: Was möchte ich jetzt gerne hören? Und während man am Anfang von „Clubland“ noch am studieren ist, wird spätestens nach dem dezenten Hintergrundflüstern-Anzählen und dem Wüsten-Walzer klar, was man wollte. Dann abrupt der Wechsel, und Trompeten- und Trombonen-Wirbel verkünden:
„The Boys Next Door/ The Mums And Dads/ New Weds And Nearly Deads/ Have You Ever Been Had?/ In Clubland”

Und wieder wird klar: Costello hat ein so wertvolles Talent und Gespür für die optimale Umsetzung seiner Songs – das ist kaum zu glauben. Wie kein zweiter, ist er darauf bedacht, die Flammen und Strukturen umeinander spielen-, nie aber loszulassen. Costello ist so nahe dran wie kein Zweiter. Und „Almost Blue“ wird mir da nicht wiedersprechen. Hat es doch Costellos Frau Diana Krall auf ihrem starken „The Girl In The Other Room“ so traumhaft umgesetzt, hören wir hier wieder den Meister höchstpersönlich. Ein Hit. Ein Klassiker. Ein Meilenstein.
Und sein Lieblingswort wird wieder benutzt: Nach dem Dogma-Drama „Speak Darkly My Angel“ kommt mit „Almost Ideal Eyes“ der Ausflug nach Südamerika: Heisse Rhythmen, ein atemberaubender Übergang mit Verzerrung und prächtigem Bogen und wieder ganz viel blaues Feuer.
Was würden wir nur ohne Elvis Costello tun, wir hätten eine Musikrichtung weniger. Während sich andere hüten würden vor solchem Halb-Samba, baut er ihn spielerisch ein, und macht doch tatsächlich nahtlos mit „Can You Be True?“ weiter. Einer von unzähligen Liebes-Pralinen (umhüllt von pechschwarzer Schokolade) aus „North“. Costello, der früher nur zum Piano von Steve Nieve gesungen hatte, wird hier wunderbar zart von ganzen Orchester begleitet und unterstützt.

Die dramatische Reise findet seine Fortsetzung in verbotenen Spielsachen:
„In Time As Beauty Dissolves Into Glamour/ It Slips From Your Heart, It Falls Under The Hammer/ Put Away Forbidden Playthings.”
Eine beruhigende und zugleich verunsichernde Anweisung. Ein Wechselbad der Farben und Formen. So ist „Episode Of Blonde“ ein sechsminütiger Tornado, ein Rhythmus-Augenrollen und Schnellträumerei gleichzeitig. Aber was wichtig ist: Immer brennt die blaue Flamme; „Even Though My Flame Burns Blue“. Der jazzig grösser werdende Titeltrack stammt vom gemeinsamen „For The Stars“ mit Anne Sophie von Otter. Eigentlicher Star auf diesem Song ist aber klar Johnny Hodges’ Saxophon.
Abgerundet wird der prächtige Reigen vom städtischen „Watching The Detectives“, dem ältesten Stücks dieses Repertoires, und ganz zum Schluss verkündet Costello noch „God Give Me Strength“.
Und abschliessend verkünde ich noch, dass „My Flame Burns Blue“ ein fabelhaftes Costello-Kaleidoskop ist:
Prächtig verziert, opulent bemustert und überwältigend schön.


Seit 6. März 2006 im Handel.

Anspieltipps: Elvis Costello
Trackliste: 1) Hora Decubitus; 2) Favourite Hour; 3) That’s How You Got Killed Before; 4) Upon A Veil Of Midnight Blue; 5) Clubland; 6) Almost Blue; 7) Speak Darkly, My Angel; 8) Almost Ideal Eyes; 9) Can You Be True?; 10) Put Away Forbidden Playthings; 11) Episode Of Blonde; 12) My Flame Burns Blue (Blood Count); 13) Watching The Detectives; 14) God Give Me Strength
BONUS CD: “Il Sogno” Suite: 1) Prelude; 2) Overture; 3) Puck 1; 4) The Court; 5) Worker’s Playtime; 6)Oberon And Titania; 7)The Conspiracy Of Oberon And Puck; 8) Puck 2; 9) The Identity Parade; 10) The Face Of Bottom; 11) The Spark Of Love; 12) Tormentress; 13) Oberon Humbled; 14) Twisted – Entancled; 15) The Fairy And The Ass; 16) Sleep; 17) The Play; 18) The Wedding
similar artists: Jein

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Elvis Costello heißt eigentlich Declan Patrick MacManus. Am 25. August 1954 in London geboren und in Liverpool aufgewachsen gehörte er zu den frühen Antihelden der britischen Popmusik. Seit er 1976 mit einem Demo-Tape und einer Gitarre unter dem Arm die Manager des Alternative-Labels Stiff Records derart nervte, dass sie ihm einen Plattenvertrag gaben, entwickelte er sich zu einer Art künstlerischem Gewissen der Punk-Ära. Unter dem Künstlernamen Elvis Costello und mit damals anarchisch konventionellem Outfit - Hornbrille, Spießerhaarschnitt, grauer Anzug mit Hochwasserhosen - kreierte er eine Form von musikalischer Gegenkultur, die dem Trash der lärmenden Revoluzzer die Qualität sarkastischer Texte und clever arrangierten Rock'n'Rolls entgegensetzte. Mit dem Abflauen der provokativen musikalischen Gesten wandte er sich in den Achtziger der New Yorker Avantgarde zu und veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Alben, die mal mit angejazztem Funk, mal mit quasi-klassischen Suiten oder süßlichen Popballaden die Musikwelt überraschten. Mehr als 300 Songs hat er im Laufe der Jahre geschrieben, als Produzent Bands wie The Specials, Squeeze und The Pogues auf den Weg gebracht und selbst mit so unterschiedlichen Künstlern wie der Mingus Big Band und Joni Mitchell, Bob Dylan und den Chieftains, Neil Young, Burt Bacharach und seiner Ehefrau, der Jazz-Pianistin Diana Krall gearbeitet. Mit dem Brodsky Quartett entstand 1992 zunächst das Album „The Juliet Letters“, es folgte eine erfolgreiche Welttournee. 1996 trat Costello in Stockholm dann erstmals mit Anne Sofie von Otter und dem Symphonie-Orchester des schwedischen Rundfunks auf die Bühne und beschloss das Jahr mit der Uraufführung von der Komposition "Three Distracted Women", die er für Anne Sofie von Otter und das Brodsky Quartet geschrieben hatte. Bis zu der ersten gemeinsamen CD-Produktion allerdings gingen noch vier Jahre ins Land.
Ein weiterer Grenzgang entstand in den Jahren 2000-2004. Die Gruppe Aterballetto aus der Reggio Emilia hatte 2000 bei Costello angefragt, ob er ihr ein Ballett schreiben würde. Das Ergebnis „Il Sogno“ war ebenso bunt wie stilübergreifend. Sein letztes Studioalbum, das lärmig-schräge „The Delivery Men“ erschien 2004, zwei Jahre später folgt nun mit „My Flame Burns Blue“ ein hervorragender Live-Zusammenschnitt.

Elvis Costello
Diskographie:
> My Aim Is True (1977)
> This Years Model (1978)
> Armed Forces (1979)
> Get Happy!! (1980)
> Trust (1981)
> Almost Blue (1981)
> Imperial Bedroom (1982)
> Punch The Clock (1983)
> Goodbye Cruel World (194)
> King Of America (1986)
> Blood And Chocolate (1986)
> Spike (1988)
> Mighty Like A Rose (1991)
> The Juliet Letters (1993)
> Brutal Youth (1994)
> Kojak Variety (1995)
> All This Useless Beauty (1996)
> Terror + Magnificence (1997)
> Painted From Memory (1998)
> Anne Sofie von Otter Meets Elvis Costello (2001)
> When I Was Cruel (2001)
> North (2002)
> The Delivery Man (2004)
> Il Sogno (2004)
> My Flame Burns Blue (2006)


» Noch keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben.
Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich.
 
< Zurück   Weiter >