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Enik – The Seasons In Between (2006)

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von Florentin Jäggi am Montag, 17. April 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Electronica, Art-Pop, Industrial, Blues, Jazz, Songwriter u.v.m.
Label: Labels
CH-Vertrieb: EMI
Unsere Wertung:Enik – The Seasons In Between (2006)

I am autumn – you are spring
Enik – The Seasons In Between (2006)Ein Wirr- und Kreativkopf aus München verbindet Stile von Blues bis Industrial mit unnachahmlicher Theatralik. Enik heisst der Mann. Und dieser hat Talent, sehr viel Talent.

“I will cook the best dinner you ever had“
Enik ist eigentlich ein seltsamer Koch (Unschwer zu erkennen an seinem irren „Gebt mir auf der Stelle DEN Ring zurück“-Blick auf dem Cover). Vor allem ist „Koch“ eine irreführende Bezeichnung. Das Menü wird zur Inszenierung. Enik ist der Regisseur, der Dirigent. In erster Linie über sich selbst, aber auch über die zahlreichen musikalischen Menschen, die auf „The Seasons In Between“ mitwirken. (Ausserdem würde er an den Hygienevorschriften in einer Küche masslos scheitern. Kängurus in Kochwerkstätten gehen schon mal gar nicht). Enik, autodidaktisch und ambitioniert wie er ist, hat dabei gleich Bass, Gitarre, Beat- und Soundprogrammierung, Keyboard und Cello höchstpersönlich eingespielt. Respekt. Singen kann er übrigens auch, wie eine Hydra mit neun Kehlköpfen - heisst es. Naja, man kann’s auch übertreiben.

Eigentlich müsste der Zugang zu Eniks Musik unglaublich schwierig sein. Doch das Überraschende und vor allem auch Schöne daran ist, dass dies nicht wirklich der Fall ist. Es ist erstaunlich, wie er Stricke aus Electronica, Art-Pop, Noise, Blues, Industrial, Jazz u.v.a. zu einem roten Faden zusammenzieht und ihm dieser zu keinem Zeitpunkt aus den Händen zu gleiten scheint. Sägende Synthies und wütende Beats aus dem Drumcomputer treffen auf akustischen Schönklang. Was er anfasst wird nicht zu Gold, aber zur dunklen Faszination. Alles liegt drin. Und trotzdem ist nichts Zufall. In Anbetracht der angebrachten Stile könnte eventuell der Verdacht aufkommen, Enik würde seine Kunst ausschliesslich einer statischen, Rollkragen-Pulli-tragenden Menge vortragen. Weit gefehlt, Enik ist Rock n’ Roll, ein Rebell auf seine ganz eigene Art und Weise. „The Seasons In Between“ ist tanzbar, mindestens teilzeitig. Allerdings sollte man Vorsicht darin üben sich nichts zu verrenken, denn seine Musik verlangt dem Körper unmöglichste Bewegungen ab.
Um der Form halber Höhepunkte herauszuheben: Der potentielle Elektro-Hit „Why Do You Love Me“ könnte auf Grund seiner Eingängigkeit auch irgendwann im Formatradio gehört worden sein. In schlechter, versteht sich. Mit dem Titeltrack „The Seasons In Between“ schenkt uns Enik im Vorbeigehen auch noch eine der schönsten Balladen des Jahres. Das steht fest. Und es ist doch erst März.


Seit 24. März 2006 im Handel.

Anspieltipps:
Why Do You Love Me; The Seasons In Between; Warm Space; Awake
Trackliste: 1) Rebro; 2) Friendly Drifter; 3) Why Do You Love Me; 4) The Seasons In Between; 5) No Fire; 6) Warm Space; 7) Unhealthy Smoke; 8) Awake; 9) Uncomfortably; 10) Kids; 11) The Stolen Eyelight; 12) Smashing The Glass; 13) Small Finger; 14) No Love; 15) Safety
similar artists: Funkstörung, Cex, Coldcut , Nine Inch Nails , The Notwist

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Dominik Schäfer aka Enik ist neben seiner Solokarriere auch Bestandteil des Elektro-Dekonstruktions-Duo Funkstörung. Fast gleichzeitig mit dem letzten Funkstörung-Release im 2004 erscheint Eniks Debüt-EP „Without A Bark“ auf Wonder Records. „The Seasons In Between“ ist sein erstes Full-Length-Album, auf welchem er die Instrumente grösstenteils eigenhändig einspielt. Unterstützt wird er von zahlreichen Musikern, die sich vor allem für die Bläser-Parts verantwortlich zeigen.
enik
Diskographie:
> The Seasons In Between (2006)


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