Eddie Argos (Art Brut) und Dyan Valdes beantworten mittels des
Nebenprojekts Everybody Was in the French resistance..Now! auf "Fixin’ the Charts Volume One" mehr oder minder populäre Songs von
Lavigne über Dylan bis Jackson. Netter Pop, lustige Texte, Kurzweile
für den Moment.
Die Idee ist bestechend: Statt eine der im Pop üblichen und erschreckend weit verbreiteten Arbeitsweisen des Kopierens, Remixens, Sampelns oder gar Klauens anzuwenden, beschliesst Eddie Argos, bekannte Popsongs geistreich zu beantworten. Musikalisch sind die Originale kaum zu erkennen, textlich reagiert Argos auf äusserst unterhaltsame Weise auf die Songs bzw. korrigiert er diese.
Dass Eddie Argos Avril Lavigne für eine Lampe hält, ist soweit bekannt. Argos weist per Mail ausserdem darauf hin, dass Lavignes tatsächlich grauenhafter Song ’Girlfriend’ bzw. dessen Refrain von der Band The Rubinoos (’I Wanna Be Your Boyfriend’, 1979) geklaut ist. Das kleine ’Skatergirl’ fordert also nicht nur zum ausspannen bzw. klauen von Boyfriends auf, sie selbst genehmigt sich allem Anschein auch ein paar fremde Ideen. Dies prangert Argos auf G.I.R.L.F.R.E.N (You Know I’ve Got a) an, indem er einer lästigen Verehrerin versucht klarzumachen, dass er nichts von ihr will. ’I don’t know why you’re so interested in me. I’ve something to tell you. So listen carefully. I’m very in love with someone else. We’ve got concerns about your mental health.’
"Don’t think Twice It’s Alright" von Bob Dylan beantworten Argos und Valdes mit dem Song "Think Twice (It’s Not Alright)". ‘Think and then Think again, before you say it’s too late for us’, dazu ein in Argos-typischem Sprechgesang vorgetragener Klagetext, gemütliches Cembalospiel und niedlicher Gesang im Refrain sowie Backvocals von Valdes.
Während der erbärmliche Kanye West in "Gold Digger" von einer anspruchsvollen Dame ausgenommen wird (If you f**kin with this girl then you betta be paid. You know why. It take too much to touch her’), versucht Argos in "Coal Digger" immerhin sein Bestes zu geben, um das nötige Geld zusammenzukriegen. ’See that ambitious look in my eyes. This week I mop floors, next week I make fries. It’s not gonna be like this forever, It’s just until I get my shit together’ oder ‘There’s no money on my credit card, it’s an awkward situation when I tried to pay the restaurant bill with just my imagination’.
Das Duo harmoniert bestens. Valdes meist am Klavier, Argos der dauerplappernde Besserwisser. Jeder Song bietet mindestens eine Textpassage, die zum Schmunzeln animiert, die Masse an mehrdeutigen Zitaten ist kaum zu bändigen. Die vielseitige Instrumentierung, im Unterton ein gewisser 30/40er-Jahre bzw. Casablanca-Charme sowie die charmanten Backvocals von Valdes, machen das Album zu einem äusserst konsumentenfreundlichen Stück cleverer Popmusik, die zwar nicht zwingend nachhaltig, für den Moment jedoch angenehm erfrischend ist. Musikalisch eher The Blood Arm, textlich voll und ganz Art Brut.
Seit 29. Januar 2010 im Handel.
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Anspieltipps:
> Billie’s Genes / Response to "Billy Jean" by Michael Jackson
> Think Twice (It’s Not Alright) / Response to "Don’t Think Twice It’s Alright" by Bob Dylan
> My Way (Is Not Always the Best Way) / Response to "My Way " made famous by Frank Sinatra
Diskographie:
> Fixin’ the Charts (2010)
Ähnliche Künstler:
> Art Brut
> The Blood Arm