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Extra Golden - Hera Ma Nono

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von Tobias Imbach am Dienstag, 9. Oktober 2007 in Neuerscheinungen   
Genre: Worldbeat/Rock
Label: Thrill Jockey
CH-Vertrieb: RecRec
Unsere Wertung:Extra Golden - Hera Ma Nono


Gedankt
Hera Ma NonoSpannende Sache: Extra Golden verbinden Populärmusik aus Kenia und Amerika.

Pioniere sind Extra Golden nicht, aber es ist trotzdem etwas verwunderlich, dass dieser Hybrid eher selten zustande kommt, denn dass diese Klänge irgendwie miteinander verknüpft sind, ist unüberhörbar, die Idee deswegen auch so reizvoll. Extra Golden unterscheiden sich von den grossen Innovatoren des Worldbeat aber in ihrer Form. Zwei junge Indie-Rocker aus Chicago freundeten sich mit zwei kenianischen Musikern an und schlossen sich 2004 zu einer Band zusammen und nahmen im selben Jahr noch Songs auf. Eineinhalb Jahre ist es nun her, seit diese Aufnahmen den Weg auf das Debüt “Ok-Oyot System“ gefunden haben. Mit dieser Kombination von nur auf den ersten Blick gegensätzlich wirkenden Stilen sicherten sie sich schon damals das Gütesiegel “einzigartig“ und ernteten Lob von der Musikpresse. Dieses zweite Album nun dürfte sie auch einem breiteren Publikum bekannt machen. Nahmen sie ihr erstes Album noch innerhalb weniger Stunden in einem Nachtklub in Nairobi auf, standen ihnen für den Nachfolger mehrere Tage in einem Studio in Pennsylvania, zusätzliche Mitmusiker und professionelleres Equipment zur Verfügung. Auch der Leadgesang änderte sich: Anstelle des damaligen Sängers Otieno Jagwasi, der noch vor der Veröffentlichung des Debüts seinem Leberleiden erlag, singt nun Benga-Star Opiyo Bilongo. Und waren die ersten Aufnahmen faszinierend, ist “Hera Ma Nono“ nun vor allem auch faszinierend gut.

Zwanzig Songs gingen aus dem Aufnahmen in Pennsylvania hervor, acht davon finden sich auf “Hera Ma Nono“ (Luo für “vergebliche Liebe“) wieder. Stark in den Vordergrund der mehrmals um die zehn Minuten langen Stücke wurden die zwei Gitarren gerückt - ein Glücksgriff, ist das Spiel im Stil des zairischen Fingerpickings doch erneut absolut erstklassig ausgefallen.
Die Songs werden von den klaren Gitarrenklängen getragen, die Stimmung ist dadurch frisch und leicht. Einflüsse aus Funk, Blues, Jazz, 60s-Rock und weiterem zeigen sich vor allem im Spiel der beiden Amerikaner an Gitarre und Bass. Schlagzeug und Gesang sind bis auf wenige Ausnahmen wiederum deutlich dem Afrobeat und Benga zuzuordnen. Das alles resultiert in meist grossartigen Songs wie dem schlicht wunderschönen Opener “Jakolando“. Mit dem funkigen Rock-Song “Obama“ haben Extra Golden bereits für Aufsehen in der Independent-Szene und drüber hinaus gesorgt: Ein Dankeschön an den Präsidentschaftskandidaten Barack Obama, der den beiden kenianischen Mitgliedern Aufenthaltsbewilligungen für die USA verschaffte. Dafür danken auch wir.


Seit 9. Oktober 2007 im Handel.

Anspieltipps: Jakolando, Obama, Night Runners
Trackliste: 1) Jakolando; 2) Obama; 3) I Miss You; 4) Night Runners; 5) Street Parade; 6) Brothers Gone Away; 7) Love Hijackers; 8) Hera Ma Nono
similar artists: -

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Extra Golden setzten sich eigentlich aus zwei Bands zusammen, wovon der Indie-Rock-Profi die eine schon kennen dürfte: Ian Eagleson und Alex Minoff sind beide Mitglieder der amerikanischen Indie-Rock-Truppe Golden, Otieno Jagwasi und Onyango Wuod Omari gehörten zu Orchestra Extra Solar Africa. Ian Eagleson hielt sich 2004 in Kenia auf, um eine Doktorarbeit über die kenianische Benga-Musik fertig zu stellen, traf dabei auf Otieno Jagwasi und freundete sich mit ihm an. Kurz darauf stiessen die beiden anderen Bandkollegen hinzu, in einer mehrstündigen Aufnahmesession in einem Open-Air-Nachtclub in der Hauptstadt Nairobis spielten sie Songs ein, die erst 2006 veröffentlicht werden sollten. Für Trauer sorgte noch vor Veröffentlichung der Aufnahmen das Dahinscheiden von Otieno Jagwasi, der an Leberversagen starb. Die Veröffentlichung der Aufnahmen wurde nach dem Todesfall zusätzlich beschleunigt, die Lücke füllte während der anstehenden Tournee und danach der populäre Benga-Musiker Opiyo Bilongo. Die Aufnahmen zum zweiten Album “Hera Ma Nono“ fanden in einem Privatstudio in den Bergen von Pennsylvania statt.

Extra Golden
Diskographie:

> Ok-Oyot System (2006)
> Hera Ma Nono (2007)


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