’’Jäno, chasch ned emmer gwönne’’, sagt da meine innere Stimme, während sich das Hörorgan vehement dagegen sträubt, die Platte ein weiteres Mal über sich ergehen lassen zu müssen. Da wir hier jedoch eine vielseitige, unterhaltsame Plattform für Musikinteressierte bieten wollen, kämpfe ich mich mit Machete, Ohrstöpseln und viel Goodwill durch das Album, gratuliere der Band zum baldigen Geldsegen und bemitleide sämtliche Käufer um deren Anspruchslosigkeit. Nicht, dass die Musik mich unterfordert (schön wär’s...), sie geht mir schrecklich auf die Nerven. Dermassen simple zweite-Gittarrenstunde-Akkorde, einfachste Kinderpunkmelodien mit genauso übler Schnöselstimme gesungen können nur Jungen und Mädchen gefallen, die nächste Weihnachten ihr erstes Slalomboard geschenkt kriegen und die Gitarre dank ’’American Idiot’’ kennen lernten. Die noch so süssen Liedchen kommen fader daher als die tschechische Küche. Tofu in CD-Form. Ein Sandwich ohne Brot, Schinken, Salat und Mayo, nur Gürkchen. (Und die schmeisst eh jeder weg…) Wenn 50cent Kameraden aus Punkrockkreisen hätte, hörten diese garantiert Fall Out Boy. Doch genug der Meckerei, Avril Lavigne hatte mit genau derselben Musik ja auch 'mal ihre Sekunde im Rampenlicht, darum gönne ich diesen begehrten kurzen Augenblick, das Gefühl von Ruhm und Erfolg, Träume an ein Leben als Rockstars auch dieser Band. Die vier Burschen spielen hier dreizehn Mal den mehr oder weniger gleichen Song (ich beziehe mich hier auf Tempo, Melodie, Machart, Aufbau, Höhepunkte, Fertigkeiten und Raffinesse) und werden doch tatsächlich im Verlauf des Albums noch schlechter. Immerhin sind sie ehrlich: ’’We’re only liars, but we’re the best.’’ Hut ab vor diesem Zugeständnis, denn wer im Musikbusiness, der die dicke Kohle markiert, ist kein Lügner? Zum Glück gibt’s genügend Käufer, die sich Tag für Tag von neuem belügen lassen und dafür noch Geld ausgeben wollen.
Seit 27. September 2005 im Handel.
Anspieltipps: Dance, Dance (einziges Stück, welches ansatzweise Spass macht)
Trackliste: 1) Our lawyer made us change the name of this song so we wouldn’t get sued; 2) Of all the gin joints in all the world: 3) Dance, dance; 4) Sugar, we’re goin down; 5) Nobody puts baby in the corner; 6) I’ve got a dark alley and a bad idea that says you should shut your mouth; 7) 7 minutes in heaven; 8)Sophomore slump or comeback of the year; 9) Champagne for my real friends, real pain for my sham friends; 10) I slept with someone in Fall Out Boy and all I got was this stupid song written about me; 11) A little less sixteen candles, a little more ’’touch me’’; 12) Get busy living or get busy dying; 13) XO
similar artists: Avril Lavigne, Simple Plan, Sum 41, New Found Glory, Blink 182…
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-VertriebBio: Fall Out Boy, vier junge Mannen aus dem wunderschönen Chicago, namentlich Joe Trohman, Patrick Stump, Andy Hurley und Pete Wentz, sind auf dieser Seite des grossen Teichs noch nicht allzu dick im Geschäft. In den Staaten gelten sie als ganz grosse Nummer neben anderen Knüllern wie Blink182 und Konsorten… Ihr Debütalbum war drüben schon schwerst in den Hitparaden, während das hier mittelmässig gelobte Zweitlingswerk bereits verschiedene Preise absahnt und das Lob etlicher unkritischer Kritikerstimmen geniesst.
Diskographie: > Take This To Your Grave (2003)
> From Under The Cork Tree (2005)