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Fatale – We Are Jalouse (2006)

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von Rudolf J. Merkle am Montag, 12. Juni 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Electro mit Punk-Flair
Label: Platinum
CH-Vertrieb: RecRec
Unsere Wertung:Fatale – We Are Jalouse (2006)

Elektronische Quasipunkpopmusik mit Pfiff und Gitarre.
Fatale – We Are Jalouse (2006)Fatale bieten ein erfrischendes Debüt mit reizend anarchistischem Touch zum Kauf an – tanzbarer Spass mit Ideen, der verdient, gekauft zu werden.

Ein empfehlenswerter Weg, sich dem vorliegenden, nur 43 Minuten dauernden Album zu nähern, ist, die Homepage der Band zu besuchen. Zweifelsfrei wird hier ästhetisch dem Punk gefrönt, allerdings nicht der depressiven, sehr ernsten Trash-Fraktion, sondern eher der gestylt-geleckten, um ein sexy Image bemühten ‚Möchtesogernkaputtscheinen’-Linie à la Calvin Klein der Neunziger. Unseres Erachtens reicht es schlicht nicht aus, „I’m fucked up“ (‚Marcus's Secret’) zu jodeln, die Gitarren periodisch aufheulen zu lassen (‚Punk Rock Aerobics’), ein Cover ein bisschen zu zerschnippeln und von Hand zu beschreiben, um sich glaubhaft in der Punk-Tradition zu verorten. Das ist schlicht ärgerlicher Etiketten-Schwindel, den die ‚Fatalisten’ mit keinem Ton nötig hätten. Sei’s drum.
Zwar kann das Titelstück ‚We Are Jalouse’ textlich nicht wirklich zu Begeisterungsstürmen veranlassen (wie das Wortmaterial aller Songs), aber es geht mächtig in die Beine; Punk im herkömmlichen Sinne ist dies sicherlich keinesfalls, aber allemal interessant. Über weitere groovige Ideen freuen wir uns noch mehr (‚Devil Dog’). Alleine die Kraft hinter dem programmatischen ‚Break The Rule’ zeugt von Gefühl für das Tanzbare. Wird man in ‚Anti Love’ gewahr, dass Sprechgesang zu moderner Tanzmusik gehört, sind ‚Speed Food’, ‚Gimme A Boy, Girl’ und ‚Because You' Re Worth It’ kühn zu einem ein klein wenig punkigen Hüpf-Song fusioniert. Die richtig, wie sagt man gleich in Neudeutsch? – „fetten Beats“ von ‚Lipstick Traces’ zwingen wahrscheinlich selbst einen gänzlich überzeugten, objektiv untalentierten Antitänzer, sich auf der dafür gedachten Fläche zu bewegen.
Ganz schön cool entwickelt sich der Opener ‚Marcus's Secret’. Die Anleihen aus den wahrlich zu inkriminierenden Italo-Disco-Sünden der Achtziger sind derart klug eingefügt, dass sie eben nicht langweilen – das ist Electro.
Als Höhepunkt ist das leicht wavige, irgendwie an triphopiges Material erinnernde ‚It's Your Time’ zu bezeichnen. Das feine Lied hätte durchaus Potential, den Hörer länger als drei Minuten zu unterhalten.
Eine letzte Bemerkung zu den Orientierungspunkten, die Fatale selbst definieren: Wo sich Madonna als Vorbild versteckt, ist dem Rezensenten ehrlich verborgen geblieben. Unter musikalischer Perspektive war’s nicht zu finden, ausser ‚Scandale’ sollte tatsächlich an ‚Justify My Love’ erinnern. Vielleicht ist’s einzig das Thema Sex? Das wär’ doch zu uninspiriert. Weniger verkrampfte Punk-Attitüde, dafür ein Mehr an Zeit für die Ausarbeitung der einzelnen Ideen, einhergehend mit etwas Sinn für Minimalismus könnten dem nächsten Album den Weg zum wünschbaren Erfolg von Fatale bereiten.

Unsere Ansicht: unbedingt selbst hören und selbst urteilen. Besten Dank für die ungeteilte Aufmerksamkeit.


Seit 15. April 2006 im Handel.

Anspieltipps:
Marcus's Secret; It's Your Time; We Are Jalouse; Lipstick Traces
Trackliste: 1) Marcus's Secret; 2) Punk Rock Aerobics; 3) It's Your Time; 4) Sexist Comedy; 5) Break The Rule; 6) Scandale; 7) Anti Love; 8) Speed Food; 9) Gimme A Boy, Girl; 10) Because You' Re Worth It; 11) We Are Jalouse; 12) Devil Dog; 13) Lipstick Traces
similar artists: Chicks On Speed, Le Tigre, Bis, Fad Gadget

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:

„Lois Lil Iron“ und „Garance Turbeville“ haben Fatale vor 4 Jahren in Portland aus der Taufe gehoben. Komplettiert wird das Trio mit offenkundig frankophonem Hintergrund durch den später dazugekommenen „Marcus Model“.

fatale
Diskographie:
> We Are Jalouse (2006)


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