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Favez - En Garde!

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von Michael Messerli am Donnerstag, 3. März 2011 in Neuerscheinungen   

Genre: Indie, Emocore |  Label: Two Gentlemen (Irascible)  |  Unsere Wertung: 6.0/10

En GardeHürden und Wassergräben
Wem die Aufforderung „En Garde!“ gilt, wird Chris Wicky wohl noch in so manchem Interview erklären müssen. Aber nicht jeder Song landet einen Treffer – um die Fechtmetapher gleich zu Beginn aus dem Weg zu räumen.

Rund um das neue Album von Favez hörte und las man oft den Namen Andrew Scheps. Eigentlich sogar ziemlich oft. Und mit wem der Mann bisher alles gearbeitet hat. Eher überraschend klingt schliesslich „En Garde!“: Die Produktion ist nicht enttäuschend, jedoch keineswegs berauschend, speziell oder irgendwie erwähnenswert. Was also will uns diese Art von PR sagen? Wir lassen es einmal offen. Ist demzufolge auch nicht so wichtig. Wichtiger ist die Tatsache, dass die gestandene Band aus Lausanne zwölf neue Songs geschrieben hat. Zum Beispiel „Heart of a Cynic“, das nach einem eher verhaltenen Start der Platte erstmals richtig aufhorchen lässt. Gleich darauf beginnt „Sister Rose“ wie Jimmy Eat World, so dass man wieder bei Gedanken über Genres hängen bleibt. Emocore? Auch nicht so wichtig, weil der Refrain den Song wieder zu Favez macht. Alles gut also.

Aber Scheps hätte auffallen müssen, dass Favez zwei bis drei Schwachstellen aufs Album gepackt haben. „Under the Sun“ lässt einen trotz allen Bemühungen kalt, das kitschige „Living in the Past“ sowie „Tonight We Ride“ klingen eher wie von einer christlichen Rockband. Streit- und angreifbar ist „En Garde!“ vorwiegend in diesen Momenten, die den Weg in die Endauswahl nicht hätten finden dürfen. Wieso nicht, beweist unter anderem auch das grossartige Duo „Closet Astronaut“ und „On“. Sei es wegen des ausdrucksstarken Gesangs, den fabelhaften (Schlagzeug-)Breaks oder den wirkungsvollen Refrains. So entsteht der Gesamteindruck eines Albums, das die Hürde nimmt, obwohl es sich selbst einen nicht unwesentlichen Wassergraben in den Weg gebaut hat. Und nein, die Produktion ist wirklich nicht nennenswert. Wollen wir also lieber – genauso wie „En Garde!“ mit dem wunderschönen „End the Show“ – ein positives Ende finden: Hat man keine Sorgen mit der Skiptaste, dann freut man sich über tolle neue Songs von Favez.

Seit 18. Februar 2011 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> Heart of a Cynic
> Closet Astronaut
> On

Diskographie:
> A Sad Ride on the Line Again (1999)
> Gentlemen Start Your Engines (2000)
> (From Lausanne, Switzerland) (2002)
> Bellefontaine Avenue (2003)
> Old and Strong in the Modern Times (2005)
> Bigger Mountains Higher Flags (2007)
> En Garde! (2011)

Ähnliche Künstler:
> The Sad Riders
> Scumbucket
> Manic Street Preachers
> Jimmy Eat World
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