Will heissen: Fink kann nichts bewegen. Er zieht los mit Ruderboot, Angelrute und Gitarre und macht sich auf den Weg zum Easy Listening-Markt, mit neun toten Fischen im Korb. Viel bewegt sich da nicht mehr. Mit „Pills In My Pocket“ kommt er auch nicht weiter. Also was tun? „You Gotta Choose“ findet in der ersten Andeutung einer Melodie auf dieser CD zwar keine Antwort, aber immerhin einen Ansatz. Dieser Fisch wäre mal verkauft. Wenn Fink allerdings nicht auf dem Restlichen hocken bleiben will, müsste er dringend noch etwas ändern. Während sein Angebot auf den ersten Blick noch vielversprechend und versponnen aussieht, wird es bereits beim zweiten Durchgang faul, fad und nichtsaussagend. Die Fische liegen einfach so da, glotzen die Passanten an und warten in der Hitze auf Besserung. „All Cried Out“ zeigt wenigstens handwerkliches Können auf, aber diese Musik hat einfach nichts zu geben. Viel zu leise für eine Ansage, viel zu lahm für eine Melodie und viel zu einfach für Atmosphäre. Und dann sehen alle neun Fische noch beinahe identisch aus. Nur der in der Mitte, genannt „Hush Now“ wird durch Unterstützung von Tina Grace farbiger und somit interessanter. Doch sogar ohne richtig loszulegen zerfällt der Song nach dem Refrain vollends, die Fische fallen zu Boden und werden mit steigenden Temperaturen auch nicht besser. Finks Marktstand hat im Gegensatz zu anderen nichts Anlockendes, Verführerisches und Eigenwilliges. Der ebenfalls eintönige Titeltrack kann wenigstens mit Melodie und detaillierten Effekten etwas mehr punkten als die anderen Songs. Doch auch dieser Fisch wird bei Sonnenuntergang noch in Finks Truhe liegen, wenn alle anderen Marktstandbesitzer stolz nach Hause gehen werden, bleibt unser Fischverkäufer am kleinen See und fischt weiter. Alleine, ein bisschen melancholisch und auf der Suche nach dem ultimativen Fang. Spät abends – Fink immer noch am Fischen – kommt ein kleiner Junge, der ihn die ganze Zeit beobachtet hatte, auf ihn zugerannt: „Gib’s auf, mein Freund. Die sehen alle gleich aus.“
Seit 21. April 2006 im Handel.
Anspieltipps: You Gotta Choose; Hush Now; Biscuits
Trackliste: 01) Pretty Little Thing; 02) Pills In My Pocket; 03) You Gotta Choose;
04) All Cried Out; 05) Hush Now; 06) Biscuits; 07) So Long; 08) Kamlyn; 09) Sorry I'm Late
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Bio:
“I've DJed the world over, remixed for countless acts, and produced inspirational artists (including Martin Taylor, Amy Winehouse, Michael Pitt, and Robert Belfour), but what I've achieved with this album has wiped the hard-drive off anything else! I'm completely consumed by it and nothing else seems relevant", konstatiert Fink und zeigt damit, dass er etwas getan hat, was die wenigsten Musiker tun: Er hat sich grundlegend verändert.
Für den ‘Ninja Tune's first ever guitar-toting singer-songwriter’ war die Musik als 16-Jähriger eigentlich auf die Gitarre beschränkt. Er wollte Indie-Rock machen, erinnert er sich. Aber dann entdeckte er das Mixen, House und Acid Jazz: "I was part of the make-dance-music-in-your-bedroom revolution of 1990” sagt er. Gleich seine erste Aufnahme brachte ihm einen Vertrag bei Ninja Tune Records. Die Gitarre blieb vorerst „the private thing“, erst 2006 hören wir Fink also in „wahrer“ Leidenschaft.