„Does humour belong in music?“ frug Frank Zappa dereinst. Und zu diesem Zeitpunkt haben schon viele, gerade ehemalige Zappa-Fans, diese Frage rundweg verneint.
Zappa war nicht der erste, der das Thema auf den Tisch brachte. Humor und Musik gehören schließlich so sehr zusammen wie Pete Doherty und Kate Moss: Eine Weile hört man nichts voneinander, aber bald schreibt man sich ein paar SMS und trifft sich auch wieder auf ein Crackpfeifchen.
Was Flight of the Conchords betrifft, werden die SMS aber sicher geskippt. Hier ist soviel Gottvertrauen und Zusammengehörigkeit im Spiel, dass die White Stripes - ob verheiratet, verschwistert oder nicht - sich sicher die Augen reiben. Die Neuseeländer Bret McKenzie und Jemaine Clement blödeln sich auf ihrem neuen Album „I Told You I Was Freaky“ kongenial durch 13 erfrischend kurze Songs. Das Ganze klingt nicht nur deshalb nach Comedy, weil die beiden meist als kabarettistisches Duo unterwegs sind (siehe z.B. youtube). Sondern auch, weil es so vieles gibt, was ganz einfach zur Parodie einlädt.
Gleich der erste Song „Hurt feelings“ ist lupenreiner Hochglanz-Hip-Hop, der sich über die „Tränen eines Rappers“ mokiert, die „kugelsicheren goldenen 24-Karat-Tränen eines Rappers“ („If you don’t want to make a rapper cry then watch what you say.“) Mit den Schmuckstückchen sind die beiden dann auch im Booklet vertreten. Bling Bling, Blödsinn und Blues. So geht es weiter. Die Dramaturgie der Songs lehnt sich durchweg an Sketche an. Dazu gibt es auf der Höhe der Zeit produzierte Rap-, R&B-, Disco-, Folk-, A-Capella-, oder Reggae-Kulissen, die zum Glück fast nie ins rein Parodische rutschen. (Anders also als etwa bei Jack Blacks Mockrockern Tenacious D). Aber das geniale Genre-Hopping von Ween, die mit jedem Song die Essenz eines Stils herausarbeiten, gelingt Flight of the Conchords nicht.
Dennoch ist „I Told You I Was Freaky“ um Längen lustiger und gekonnter als was uns einheimische Komiker vorlegen. Um neuseeländische Kultur besser, wenn wohl auch kaum amüsanter, kennenzulernen, müsste man schon hinfahren. Oder sich CDs mit Aborigine-Musik anhören. Aber das wäre für die meisten natürlich zu viel des Guten.
Seit 20. November 2009 im Handel.
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Anspieltipps:
> We’re Both in Love With a Sexy Lady
> Carol Brown
> Friends
Diskographie:
> Folk the World Tour (Flight Of The Conchords Music, 2002)
> The BBC Radio Series: Flight of the Conchords (The BBC Audio Ltd., 2006)
> Flight of the Conchords (Sub Pop, 2008)
> I Told You I Was Freaky (Sub Pop, 2009)
Ähnliche Künstler:
> Ween
> Tenacious D
> Sparks
> Frank Zappa and the Mothers of Invention
> Rotzkehlchen