Furia - …And Then We Married The World (2005) |
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| von Severin Bellwald am Sonntag, 30. Oktober 2005 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Pop Label: Labels CH-Vertrieb: EMI Music Unsere Wertung: ![]() Mädchen singen Liedchen
Wenn eine fünfköpfige Band aus Norwegen mit durchwegs weiblicher Besetzung aufwartet, sorgt dies bereits für gewisse Assoziationen. Während Männer aus dem hohen Norden meist düster krachende Töne anschlagen, sind die Frauen für zuckersüssen, melancholischen Pop und unterkühlten Trip Hop bekannt. Furia sind den zarten Stimmen der beiden Schwestern Stine und Kirsti nach eindeutig gebürtige Popelfen in der Tradition von Lene Marlin und Co. Ihre Anlagen verleugnend lehnen sie sich aber gegen ihre Bestimmung auf und folgen bewaffnet mit zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug ihrem Verlangen, zu rocken. Die Erkenntnis dieser Geschichte trifft den Hörer bereits beim Opener "Superlove Vibrations" nach weniger als einer Minute und wird in den nachfolgenden Songs mehr als eindringlich bestätigt: Furia haben`s nicht drauf. Die ersten drei Tracks kann man gleich vergessen. Gitarrenpop ohne jede Struktur, weit von einer richtigen Melodie entfernt wird uninspiriert rumgeplänkelt, je lauter und schneller, desto ungeniessbarer. Der Gesang erinnert phasenweise an Emiliana Torrini, kann aber nichts retten und macht es in den jeweils schrecklichen Refrains nur noch schlimmer, wenn Popelfen, die Rockgören sein wollen, als Quietschentchen enden. "Too Close" hat wenigstens einigermassen Melodie und driftet stimmlich nicht in die schrillen Gefilde seiner Vorgänger ab, ist aber trotzdem ein unterdurchschnittlicher Popsong. Mit "Heart Of Summersoul" verraten die fünf Mädels ihre wahre Natur vollends. Solange sie ruhig bleiben, solange sie sich zurückhalten und den Rocker in ihnen (der sowieso gar nicht existiert), unterdrücken, klingen sie richtig nett. Natürlich bestehen sie aber wiederum auf einen zerstörerischen Refrain, der die kurzen Momente der Harmonie wieder vergessen macht. Anschliessend folgen wieder fünf Songs mit der miserablen Gesichtslosigkeit, die man bereits vom Beginn der Scheibe kennt. Das Furia Musik und Texte selbst geschrieben haben, glaubt man sofort, da kein Komponist sich je trauen würde, so etwas einem Musiker vorzusetzen. Erst mit den beiden letzten Songs "Weak" und "Moonchild" wendet man sich vom nervtötenden Pseudorock ab und schafft mit ruhigeren Tönen einen versöhnlichen Abschluss. Natürlich stimmt es, dass es diesen Elfenpop aus dem Norden schon von genügend anderen Sängerinnen zu hören gibt, aber lieber höre ich Schönes in unzähligen Varianten als einmaligen Mist. Seit 12. September 2005 im Handel. Anspieltipps: Too Close Trackliste: 1) Superlove Vibrations; 2) Blame; 3) Leave; 4) Too Close; 5) Heart Of Summersoul; 6) Gloriously Alone; 7) Seconds; 8) Pictures; 9) All I Need To Know; 10) Right On Time; 11) Weak; 12) Moonchild similar artists: M2M, Vanilla Ninja, Lene Marlin, Wonderwall, Emiliana Torrini > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: Furia aus der Nähe von Bergen, Norwegen spielten 1995 eine Woche nach ihrer Gründung das erste Mal vor Publikum. Damals war Stine (Vocals) die einzige, die eine kleine Ahnung vom Musizieren hatte (heute haben auch die anderen vier eine kleine), während ihre Schwester Kirsti (Vocals und Gitarre), Agathe (Schlagzeug) und Solvor (Gitarre) absolute Laien waren. Sie hatte eigenen Angaben zufolge mehr Gigs als alle oder die meisten anderen Bands ihrer Heimat (wobei "Gig" definiert werden müsste), wurden 1999 von der Bassistin Maya ergänzt und veröffentlichten 2002 eine EP und im Folgejahr ihr Debütalbum in ihrer Heimat, ehe es 2005 in ganz Europa veröffentlicht wurde. Die Texte stammen von Stine und Maya. Diskographie: > Furia (EP/2002) > ...And Then We Married The World (2005)
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