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Further Seems Forever - Hide Nothing (2005) (Tooth And Nail Records/EMI Music)

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von Michael Rothen am Mittwoch, 22. Juni 2005 in Neuerscheinungen   
Das Wort zum Sonntag – ausnahmsweise über knapp 30 Minuten

Further Seems Forever - Hide Nothing (2005) (Tooth And Nail Records/EMI Music) Emo – der meistverkaufte und gleichzeitig unbeliebteste Musikstil aller Musikstile. Further Seems Forever interessiert weder das eine, noch das andere und präsentieren eine virtuose Scheibe, aber...


Grad’ vorweg: Further Seems Forever sind eine amerikanische Band, für welche Emo als Musikstil nicht zutreffender sein könnte. Die Produktion war sicherlich nicht billig und klingt, wie scheinbar jede typische amerikanische Rockproduktion klingen muss: Fett, dicht, etwas dumpf und über die ganze Länge – im Falle von „Hide Nothing“ nur gerade knapp 30 Minuten!!! – sehr gleichförmig.
Ganz anders verhält es sich aber mit den dargebotenen Songs. Diese dürften wohl – ohne zu übertreiben – zu den Besten im Emo-Bereich gehören. Further Seems Forever überzeugen eigentlich in jedem einzelnen Song mit aussergewöhnlich hohem Level an kompositorischer und spielerischer Qualität. Verspielte und leicht vertrackte Songstrukturen lassen die Band als frisch, innovativ und eigenständig erscheinen. Herausragend erscheint mir Drummer Steve Kleisath, der im Rahmen des Emo-Möglichen versucht, jedem einzelnen Song Dynamik und Abwechslung einzuhauchen. Vorgenannter Umstand vermag aber nicht ganz darüber hinwegzutäuschen, dass der übermelodiöse – zwar perfekte – aber stets missionierende Gesang des neuen Sängers Jon Bunch zeitweise angestrengt und anstrengend wirkt.
Das angesprochene Missionieren wiegt im vorliegenden Falle relativ schwer, handelt es sich bei Further Seems Forever doch um eine Band des christlichen Labels Tooth and Nail Records. Unterstrichen wird dieser Umstand in den Lyrics: „...Lord it’s a cruel, cruel world...“ („For All We Know“) sowie durch das esoterische und hell erleuchtete Cover-Artwork. Möglicherweise ein Killerkriterium abseits der vorhandenen hohen Musikalität der Band. Einen gewissen Nachgeschmack kann ich persönlich an dieser Stelle nicht verleugnen, shanti, shanti!


Seit 28. Mai 2005 im Handel.

Anspieltipps: Light Up Ahead, Lead The Way, Bleed
similar artists: Jimmy Eat World, Sunny Day Real Estate, Handsome, Braid


Biographie:
Further Seems Forever – entstanden 1999, aus Mitgliedern der Bands Strongarm und Shai Hulud – haben definitiv Durchhaltevermögen – Hut ab! Drei reguläre Alben mit drei verschiedenen Sängern. Daneben schwingt sich der noch vor Veröffentlichung des Debuts „The Moon Is Down“ ausgestiegene Sänger Chris Carrabba mit seinem Solo-Projekt Dashboard Confessional einfach an seiner Ex-Band vorbei, um die Spitze der Emo-Parade zu besetzen. Verkraftet haben Further Seems Forever diese stetigen Besetzungswechsel durch Leidenschaft sowie aufgrund des Faktes, dass ihnen selbst die Musik rund um den Gesang herum als gleichberechtigt, resp. gleich wichtig erscheint, wie Drummer Steve Kleisath zu erklären weiss. Unterstützt wird diese Theorie durch die immer treu gebliebene, ja stetig wachsende Fangemeinde rund um die „kämpfende“ Band. In Amerika längst Superhelden, in Europa etwas mehr als nur ein Geheimtipp.

Further Seems Forever - Hide Nothing (2005) (Tooth And Nail Records/EMI Music)
Diskographie
> From The 27th State (Split EP with Recess Theory) (1999)
> The Moon Is Down (2002)
> How To Start A Fire (2003)
> Hide Nothing (2005)


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