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Garbage - Bleed Like Me (2005) (WEA International/Warner Music)

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von Philipp Gautschi am Sonntag, 1. Mai 2005 in Neuerscheinungen   
Run Baby Run

Garbage - Bleed Like Me (2005) (WEA International/Warner Music)Garbage melden sich nach vier Jahren mit einem neuen, ungewohnt gitarrenlastigen Album zurück - ja, das neue Werk darf man sogar ohne schlechtes Gewissen als Rockplatte bezeichnen. Sie erfinden den Gitarrenriff zwar nicht neu, bringen jedoch ganz bestimmt dem einen oder anderen Anhänger ihrer bisher eher elektronischen Musik die etwas härtere Gangart ein wenig näher.

Auch diese Band kannte ich bisher nur aus der Hitparade und nahm sie deswegen nur am Rand wahr, da ich mit Musik, die geschaffen wurde, um Geld daraus zu machen - wie dies bei Hitparadenmusik so ab und zu der Fall ist -, wenig bis gar nichts anfangen kann. Doch ich möchte hier niemanden beleidigen, vor allem nicht Garbage; die haben ihren Hitparadenplatz verdient und spielen, dies zu bestreiten wäre Unsinn, massentaugliche Musik. Die Band hat ja wohl schon sämtliche Mühseligkeiten des Musikbusiness kennen gelernt und sich durch kreative Flauten, interne Spannungen, Zysten an Stimmbändern (mit resultierender Sprachlosigkeit von Fräulein Manson) und etliche Trennungsgerüchte gekämpft. Und trotzdem gelang es irgendwie ein neues Album zu produzieren, auf welchem zu meiner Freude Gitarren krachen dürfen, ohne auf die etwas ruhigeren, langsameren, tristeren Stücke zu verzichten. Shirley Manson, die auffällige, kurrlige, bandleadende und zu all dem noch schottische Sängerin hat ihre Zystenoperation anscheinend heil überstanden und trifft die Töne mal rotzig-frech, mal süss-verträumt. Die weniger schottische, dafür amerikanische Band, zusammengesetzt aus Steve Marker, Duke Ericson und Butch Vig - ich schreibe hier bewusst nicht, wer welches Instrument spielt; dem Booklet zufolge spielen alle ein bisschen von allem -, liefert solide Rockmusik: satte Gitarren, treibendes Schlagzeug, vereinzelte, leider nicht sehr anspruchsvolle Soli, eine anständige Mischung aus gutbürgerlichem Rock und abkühlenden Balladen. Anscheinend setzte sich bei "Bad Boyfriend" Mr. Dave Grohl persönlich ans Schlagzeug; ich hätte sein Gespieltes jedoch nicht spontan erkannt. Natürlich hat die Band der Elektronik nicht komplett den Rücken gekehrt, mit "Metal Heart" bringen sie ein pushendes, explodierendes, gefallendes Stück. (Hier wurden höchstwahrscheinlich all die interessanten im Booklet genannten musikalischen Werkzeuge wie Programming, EFX, Mellotron, Synthesizers und Atmospherics eingesetzt, entschuldigt meine Unwissenheit...) Am meisten Gefallen finde ich jedoch an den ruhigen, balladesken, verträumten Stücken wie "Bleed Like Me", "It's All Over But The Crying" und "Happy Home". Shirleys etwas verrauchte, erwachsene Stimme kommt dort am besten zur Geltung.
Mir gefällt's soweit, löst aber noch lange keine Euphorie aus. Die Einfachheit, dank welcher bestimmt wieder Hitparadenplatzierungen sowie volle Konzertsäle weltweit erreicht werden, überwiegt trotz aller guten Ansätze.


Seit 8. April 2005 im Handel.

Anspieltipps: Run Baby Run, Bleed Like Me, Metal Heart
similar artists: The Distillers, Dover, Melissa auf der Maur

> Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Die Band fand sich 1993 in Madison, wobei noch keiner von ihnen eine wirkliche Berühmtheit war. Vig, Erikson und Marker machten sich jedoch relativ schnell einen Namen als Produzenten. Vig produzierte u.a. den Meilenstein der Rockmoderne: Nirvanas "Nevermind". Garbage war vorerst nur ein spassiges Nebenprojekt. Dann kamen bald einmal Grammy- nominierungen, weltweite Singlehits, ein James Bond-Titelsong sowie Auftritte mit Grössen wie U2, Smashing Pumpkins und Alanis Morisette... Somit wurde das Nebenprojekt zum Broterwerb und erfreute die grosse Fangemeinde mit bisher vier Alben.

Garbage - Bleed Like Me (2005) (WEA International/Warner Music)
Diskographie:
⇒ Garbage (1995)
⇒ Version 2.0 (1998)
⇒ Beautifulgarbage (2001)
⇒ Bleed Like Me (2005)

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