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Ghinzu - Mirror Mirror

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von Michael Messerli am Donnerstag, 26. März 2009 in Neuerscheinungen   

Genre: Noisepop  |  Label: PIAS (Musikvertrieb)  |  Unsere Wertung: 7.5/10

Ghinzu - Mirror MirrorSpieglein, Spieglein an der Wand...
Der Pop hat über den Noise gesiegt. Ghinzu aus der EU-Hauptstadt Brüssel rennen damit offene Türen ein. Zumindest bei denen, die schon mit „Blow“ überzeugt wurden. Bei den anderen müssen sie erst klingeln, um hereingelassen zu werden.

Und mit dem Opener „Cold Love“ gelingt ihnen das locker. Einmal drin, machen sie es sich gemütlich, nehmen mit „Take It Easy“ Platz, sagen mit „Mother Allegra“ hallo, und sobald das Vertrauen gewonnen ist, brechen sie los: Der Titeltrack will dir dieses Ding eindeutig andrehen. Ghinzu sind jedoch keine Vertreter für Staubsauger, welche einem mit redundanten Überzeugungsversuchen in den Ohren liegen. Dimitri Tikovoi, der bereits mit Placebo gearbeitet hat, ist dafür mitverantwortlich, dass „Mirror Mirror“ das richtige Klangbild verpasst bekommen hat. Glasklar folgt das dritte Album der Belgier einem roten Faden, der erst mit dem Rausschmeisser „Interstellar Orgy“ über den Haufen geworfen wird.

„The End of the World” ist der grosse Moment in der Mitte des Albums. Ein mögliches Herz- und Nierenstück einer Platte, die kaum einmal abfällt. Nur „Kill The Surfers“, das Beweisstück im Dienste des Noise, wirkt auf etwas verlorenem Posten und dient höchstens als Vorbereitung auf den stimmungsvollen Abschluss. Und dafür ist es gut genug. Hier wird Musik an den Mann gebracht, man muss sich den Zugang nicht erst holen. „Mirror Mirror“ ist aber mehr als ein Beispiel für intelligente Popmusik, es ist mehr als die musikalische Briefmarkensammlung einer gerissenen Band. Es ist Anschauungsunterricht dafür, dass man das Rad nicht neu erfinden muss, man aber auch mal ein bisschen anders an ihm drehen kann.

Ab 27. März 2009 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Ghinzu
Anspieltipps:
> Cold Love
> The End of the World
> Mirror Mirror

Diskographie:
> Electronic Jacuzzi (2000)
> Blow (2004)
> Mirror Mirror (2009)

Ähnliche Künstler:
> dEUS
> The Cooper Temple Clause
> Klaxons
> Zita Swoon
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