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Ghostface Killah - More Fish

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von Tobias Imbach am Mittwoch, 10. Januar 2007 in Neuerscheinungen   
Genre: East Coast / Hardcore Rap
Label: Def Jam Recordings
CH-Vertrieb: Universal Music
Unsere Wertung:Ghostface Killah - More Fish


Die nächste Ladung
More FishSchon wieder da: Ghostface präsentiert den Quasi-Nachfolger zum von der Kritik hochgelobten, aber in kommerzieller Hinsicht ziemlich erfolgsarmen “Fishscale“.

Auch wenn “Fishscale“ bei der breiten Masse nicht besonders gut abschnitt, brachte es Ghostface viel Ruhm ein. Von der Kritik und der Rapszene bejubelt wie sonst niemand im Rap-Game des letzten Jahres, festigte der Wu Tang Clan-Member seinen Ruf, der womöglich beste und kreativste MC der Gegenwart zu sein. Vermutlich durch die Lobeshymnen bestärkt, zögerte Ghostface alias Dennis Coles nicht lange und legt nun auf “More Fish“ weitere Schmuckstücke nach, wiederum von namhaften Produzenten wie Madlib, Hi-Tek, Anthony Acid und Doom produziert.
Besonders überzeugend gerieten die Tracks, bei denen die metallenen Finger mitwirkten: Dürfte man das wuchtige “Guns n’ razors“ noch ruhigen Gewissens als etwas überladen bezeichnen, kann bei “Alex (Stolen Script)“ gar nichts anderes als aufrichtige Bewunderung übrig bleiben. Letzterer ist aber nicht nur dank MF Dooms meisterlicher Produktion das Highlight von “More Fish“, es sind auch vor allem die brillanten Zeilen und die absolut beispiellose Art, wie sie Ghostface runterbrettert, welche den Hörer in aufgeregtes Staunen versetzen.

Auf “More Fish“ featured Ghostface Killah gleich eine ganze Armada von Freunden. Die Jungs seiner Theodore Unit sind des Öfteren zu hören, leider, muss man anmerken, denn sie schaffen es nie aus dem Schatten des rasenden Ghostface zu treten und bleiben zu blass, was den Tracks und dem Album in gewissen Teilen ziemlich schadet.
Nur gerade Clan-Member Redman und Affiliate Shawn Wigs halten in den Highlights “Pokerface“ und “Greedy Bitches“ mehr oder weniger mit. Ach ja, da war noch wer … eine Kollaboration der besonderen Art gibt’s im bluesigen Meisterstück “You Know I’m No Good“ zu bewundern: Wie die britische Jazz/Soul-Chanteuse Amy Winehouse Ghost glatt an die Wand spielt, das sollte man schon mal gehört haben.

“More Fish“ hat definitiv seine ganz grossen Momente und würde man die paar Nieten auf “Fishscale“ mit den erwähnten “More Fish“-Highlights ersetzen, hätte man wohl ein unvergessliches Rap-Meisterwerk in den Händen. Und auch wenn “More Fish“ alles in allem einen etwas unausgegorenen Eindruck macht, darf man sich gut einen Drittel der Stücke auf keinen Fall entgehen lassen – Fazit: Pflichtkauf für aufgeschlossene Kopfnicker.


Seit  15. Dezember 2006 im Handel.

Anspieltipps: Block Rock; You Know I’m No Good; Alex (Stolen Script)
Trackliste: 1) Ghost Is Back; 2) Miguel Sanchez; 3) Guns N' Razors; 4) Outta Town Sh*t; 5) Good; 6) Street Opera; 7) Block Rock; 8) Miss Info Celebrity Drama Skit; 9) Pokerface; 10) Greedy B*tches; 11) Josephine; 12) Grew Up Hard; 13) Blue Armor; 14) You Know I'm No Good; 15) Alex (Stolen Script); 16) Gotta Hold On; 17) Back Like That (Remix)
similar artists: Wu Tang Clan, MF Doom, Mobb Deep, Mos Def

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Ghostface Killah, mit bürgerlichem Namen Dennis Coles, wurde im Mai 1970 in Staten Island, NY, geboren. Erste Berühmtheit erlangte Coles 1993 als eines der ursprünglichen Mitglieder des legendären 90s-Rap-Acts Wu-Tang Clan. Zum Rap-Star wurde er allerdings erst mit seinen Solo-Scheiben “Iron Man“ und vor allem dem Ende des letzten Jahrtausends erschienenen Meisterwerk “Supreme Clientele“ – zuvor bewegte Ghostface sich meist etwas im Schatten der weit populäreren Freunde Redman, Method Man und Ol’ Dirty Bastard. Fortan galt Ghostface neben RZA, Raekwon und GZA/Genius als einer der kreativsten Köpfe im Clan-Umfeld. Das darauf folgende “Bulletproof Wallets” fiel allerdings erstaunlich enttäuschend aus. Fans bemängelten, dass Ghostface Killah nun viel zu soft und kommerziell klänge. Mit “The Pretty Toney Album” stimmte Coles im Jahr 2004 allerdings wieder versöhnlich und mit der Gründung der “Theodore Unit“ setzte er einen weiteren Meilenstein. Dies und vor allem auch wie sein Sound klang (er griff nun meist auf andere  Produzenten als RZA zurück), waren Anzeichen dafür, dass sich Coles immer mehr vom Clan-Terrain wegbewegte. Theodore Unit veröffentlichte kurz darauf, noch im selben Jahr, das Album “718“. Nach einem Side-Projekt mit Theodore Unit-Mitglied Trife Da God folgten 2006 seine nächsten Alben “Fishscale“ und “More Fish“.
Momentan arbeitet Ghostface an dem gemeinsamen Album “Swift&Changeable“ mit Underground-Held MF Doom

Ghostface Killah
Diskographie:

> Iron Man (1996)
> Supreme Clientele (2000)
> Bulletproof Wallets (2001)
> The Pretty Toney Album (2004)
> Fishscale (2006)
> More Fish (2006)


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