Good Shoes – bereits der Name ist ein einziger Affront für jeden aufrechten Iro-Träger – tummeln sich vielmehr im selben angeschrägten, technisch versierten und sehr sauber auf den Punkt gespielten Indiepop, der letzthin auch Gruppen wie Hockey erfolgreich unters Volk brachte.
Und wer das vor 3 Jahren erschienene Debüt der Good Shoes schon kennt, der muss sich nicht jetzt ein Herz fassen, Fan zu werden, sondern ist es schon. Allen anderen sei „No Hope, no Future“ empfohlen. Schon weil es nicht länger abzuspielen ist als eine sehr amüsante halbe Stunde, und alles Überflüssige auf irgendwelchen B-Seiten oder Seitenprojekten verwurstet werden wird. Jedenfalls kann oder mag man sich kaum vorstellen, was diesem Album noch hinzuzufügen wäre.
Los geht’s mit dem schon im August veröffentlichten Teaser „The Way My Heart Beats“, der mit viel Getöse (und getreu den Prinzipien des russischen Formalismus, nach dem der Nagel, an dem der Held sich im letzten Akt aufknüpft, im ersten Akt schon vorgeführt werden muss) den ganzen Werkzeugkasten, der zur Anwendung kommen wird, auf den Tisch leert: zackige Gitarren, kleine Irrwege ins Moll, tighte Drums, Stop&Go-Bass und Texte, die einen gesunden Weltekel als Liebesmalaise ausgeben oder andersrum. Besonders vermag diese Mixtur bei den abgedrehten „Do You Remember“ und „Under Control“ vom Hocker zu hauen, wo auch offenkundig wird, das NO HOPE, NO FUTURE durch die steten (Selbst-)Zitate musikalischer oder lyrischer Motive das Konzept „Konzeptalbum“ mindestens zitiert.
Sehr runde Sache also. Vielleicht ein winziges bisschen zu rund, weshalb wenigstens der letzte Track „City by the Sea“ dem Ganzen noch eine bittersüße Glam-Balladen-Kopfnote verleiht.
Seit 22. Januar 2010 im Handel.
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > myspace > Label > CH-Vertrieb
Anspieltipps:
> Under Control
> Do You Remember
> City by the Sea
Diskographie:
> Think Before You Speak (2007)
> No Hope, no Future (2010)
Ähnliche Künstler:
> Kaiser Chiefs
> Hockey
> The Rakes
> The Strokes