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Graham Coxon – Love Travels At Illegal Speeds (2006)

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von Rafael Werner am Mittwoch, 29. März 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Rock und Pop
Label: Parlophone
CH-Vertrieb: EMI (Capitol)
Unsere Wertung:Graham Coxon – Love Travels At Illegal Speeds (2006)

Sich auf nichts freuen
Graham Coxon – Love Travels At Illegal Speeds (2006)Ob nun die Liebe oder diese Albumproduktion schneller von statten geht bzw. ging bleibt ungewiss; Graham Coxon war auch schon besser.

Ich erinnere an den Song „Freakin’ Out“ von letzten Album „Happiness In Magazines“: Originell, witzig und mitreissend. Man rastete zusammen mit Coxon aus. Und jetzt? Was soll man denn zu so langweiligen Songs wie „Don’t Believe Anything I Say“ machen oder darüber denken. Während er im Park liegt und auf bessere Zeiten wartet, („I’ve been staring at the trees“ - atemberaubend) sind wir auch am warten – auf einen guten Song. Aber Coxon schafft es bei Leib nicht. Alles auf „Love Travels At Illegal Speed“ ist langweilig und klingt wie ein in der Pause zusammengepfuschter Wikipedia – Standardvortrag eines demotivierten Schülers. Daneben nervt dieser plumpe Stilmix aus Rock’n’Roll, Radiopunk, Pop und Indiekonserve und Textzeilen wie „I wanna love you in the sand/ I won’t let  go of your hand/ Lovely rain“ machen den Tag auch nicht schöner. A propos schön: Das Cover mit den Kinderzeichnungen (ich gebs zu, bei guter Musik fänd ich das Cover spitze) soll wohl das illegale Tempo der Liebe darstellen. Als Sprachbild gar nicht übel, die Liebe, die in der Rakete sitzt, und von einem Herzen zum nächsten fliegt. Manchmal gibt’s Sturzlandungen, Crashs und Komplikationen, aber wird das Flugi von Liebe, von Musik (Gitarre als Antrieb) und der Liebe zum Song vorwärts getrieben. Würde heissen, man kann die Liebe überhaupt nicht steuern, und statt Amors Pfeilen, fliegen kleine Männchen in der Welt umher und verteilen den braven und schönen nette Gefühle. Nun, wie auch immer Graham das mit dem farbigen Wald und so gemeint hat, das spielt auch keine Rolle, denn sein neustes Werk kann leider kaum etwas vermitteln. „Love Travels At Illegal Speed“ zeigt den Ex-Blur-Gitarristen in einem Formtief und sucht sich irgendwo in der Einfältigkeit da draussen ein Plätzchen.

„I Know You Won’t Believe Me But It’s True.“ Dieses Album hat nichts zu bieten.


Seit 17. März 2006 im Handel.

Anspieltipps: -
Trackliste: 1) Standing On My Own Again; 2) I Can't Look At Your Skin; 3) Don't Let Your Man Know; 4) Just A State Of Mind; 5) You And I; 6) Gimme Some Love; 7) I Don't Wanna Go Out; 8) Don't Believe Anything I Say; 9) Tell It Like It Is; 10) Flights To The Sea (Lovely Rain); 11) What's He Got?; 12) You Always Let Me Down; 13) See A Better Day
similar artists: The Kinks, Blur, Paul Weller, The Vines

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Graham Leslie Coxon wird 1969 in Deutschland in einem militärischen Krankenhaus geboren. Im Alter von zwölf Jahren beginnt er Gitarre zu spielen. 1977 ziehen Graham und seine Familie nach Colchester in England. Nachdem er die High School verlässt, besucht er das renommierte Goldsmith’s College in London. Hier trifft er auf Bassist Alex James und zusammen mit Schlagzeuger Dave Rowntree und Sänger Damon Albarn gründen sie eine seltsame Kunst-Punk Band namens Seymour. Nachdem sie einige Konzerte in und um London gespielt haben, ändert die Band 1989 ihren Namen auf Blur. Noch im selben Jahr unterzeichnen Blur einen Plattenvertrag mit dem EMI Label Food.
Trotz zahlreicher Hochs und Tiefs und nach Auslösung der Brit-Pop Explosion schaffen Blur es, sich über die Jahre hin einen unvergleichlichen experimentellen Intellekt anzueignen. 1997 erscheint das gleichnamige Album 'Blur'; mit diesem Album tritt auch Graham Coxons starke Verbundenheit zu US Kultbands wie Pavement oder Sonic Youth zum Vorschein. Auf eigenen Wunsch hin beschließt er seine Energien mehr auf Solo-Projekte zu konzentrieren.
1998 gründet Graham Coxon sein eigenes Plattenlabel namens 'Transcopic', um sich selbst und anderen 'zurückgelassenen' Künstlern eine Plattform zu geben. Transcopic ist zunächst nur ein Nebenprojekt, um Grahams eigene Ideen und eigenen Weg zu zeigen. Kurz darauf veröffentlicht er sein erstes Soloalbum 'The Sky Is Too High', welches von den Kritikern gut aufgenommen wird und einige schöne Momente enthält.
Kurz darauf ist Coxon wieder im Studio mit Blur, um deren sechstes Album „13“ aufzunehmen. Im Jahr 2000 wird Grahams Tochter Pepper geboren. Außerdem veröffentlicht Graham seine zweite Solo-Platte 'The Golden D' (Der Titel spielt auf Grahams liebsten Akkord an).
2002 schockiert Graham Coxon seine Fangemeinschaft mit der Bekanntgabe, Blur zu verlassen. Zwei Jahre später erscheint seine fünfte Platte 'Happiness In Magazines'. Das bisher sechste Album erschien am 17.03.2006 und trägt den Namen „Love Travels At Illegal Speed“, welches die Liebe, die in Coxons Songs eine große Rolle spielt, aus allen Blickwinkeln darstellen soll.

grahamcoxon
Diskographie:
> The Sky Is Too High (1998)        
> The Golden D (2000)
> Crow Sit On Blood Tree (2001)
> The Kiss Of Morning (2002)
> Happiness In Magazines (2004)    
> Love Travels At Illegal Speeds (2006)


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