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Graham Coxon - The Spinning Top

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von Robert Best am Mittwoch, 24. Juni 2009 in Neuerscheinungen   

Genre: Folk  |  Label: Transgressive Records  |  Unsere Wertung: 7.5/10.0

The Spinning TopDieses Lennon-McCartney-Gefühl
Eine Gefahr besteht seit dem Tag, da Graham Coxon seine erste Solo-CD veröffentlichte: Seine Werke werden nur als Appetizer fürs nächste Album von Blur wahrgenommen. Deren Gitarrist war Coxon schliesslich, bis er sich mit Damon Albarn überwarf und seine Geniestreiche à la „Coffee and TV“ nicht mehr den Britpop-Pionieren zur Verfügung stellte, sondern selbst aufnahm.

Auch Albarn blieb seither bekanntlich nicht untätig, hat Solo-Scheiben und Supergroups ins Leben gerufen. Der Blur-Esprit ist säuberlich aufgeteilt zwischen diesen Projekten Coxons und Albarns - jeder geht unbeirrt den Weg weiter, der mit Blur nicht weiterbeschritten werden konnte. Bei Albarn finden sich Afro-, Dub, HipHop- und Funk-Einflüsse und ein sehr britisches Songwriting. Bei Coxon begegnet man allenthalben Country, Blues - aber auch Gospel und Punk sind oft nur eine Hausnummer weiter.

Dennoch bleibt dieses Lennon-McCartney-Gefühl, dass es doch mal mehr gab und wieder geben müsse als nur die Summe der einzelnen Teile. So wird auch Coxons siebtes Solowerk „The Spinning Top“ wohl allenthalben als Vorbote des ersehnten Blur-Comeback-Werkes gelten.

Und was sonst: Damit tut man dem Album selbstverständlich schreiendes Unrecht an. Nicht dass es ein Meisterwerk wäre, aber Coxon bleibt einer der originellsten und verschrobensten Songwriter weit und breit. Und auch sein Stimmvolumen hat er auf Mariah-Carey-Niveau upgegradet.

Die elektrische bleibt fast immer im Schrank, Steel- und Slide-Gitarre sind angesagt. Und was Coxon aus denen hervorholt, braucht sich in Kombination mit Keyboards, Bass sowie Streichern, Akkordeon, Didgeridoos und ähnlichen Gimmicks auch hinter keinem Folk-Weirdo zu verstecken. Sicher mögen dem ein oder anderen Indiedisco-Hits fehlen, wie „Freakin’ out“ und „Bittersweet Bundle of Misery“ dazumal welche waren. Auch smarte Beat-Songs wie „Humble Man“ sind mittlerweile mehr im Americana als im Britpop zu Hause. „The Spinning Top“ knüpft vor allem an Coxons drittes Solo-Album an, eine verwegene Mischung roher Blues-Akustikskizzen namens „Crow Sit on Blood Tree“.

Erstaunlicher aber ist, dass Coxon heute auch Liedgattungen Raum gibt, die man so wohl kaum erwartet hätte: In „Caspian Sea“ klingt das mittelalterliche Minstrel an, bevor der Song in Psychedelia-Gewässer abdriftet. Auch Kinderlieder oder die spanische Renaissance klingen an.

Die 15 neuen Songs mäandern zwischen tiefer Melancholie („November“) und luzider Melodieverliebtheit, unfassbarster Lebensfreude und spielerischer Grandezza (alle vor allem in „In the Morning“). Dabei ist Coxon so erzählerisch gelaunt wie selten zuvor; kein Wunder: „The Spinning Top“ ist ein Konzeptalbum, das die Lebensgeschichte eines Mannes von Geburt bis Tod nachvollzieht.

Seit  11.Mai 2009 im Handel. 

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Graham Coxon
Anspieltipps:
> In the Morning
> Humble Man
> Home
> Sorrow’s Army
     
Diskographie:
> The Sky Is Too High (1998)
> The Golden D (2000)
> Crow Sit on Blood Tree (2001)
> The Kiss of Morning (2002)
> Happiness in Magazines (2004)
> Love Travels at Illegal Speeds (2006)
> The Spinning Top (2009)

Ähnliche Künstler: 
> Blur
> Beck
> Pete Doherty
> HGH
» 1 Kommentar
1Kommentar
am Donnerstag, 25. Juni 2009 10:57von jplove
Nur die Lyrics bei "Coffee & TV" stammen von Coxon. Music by Damon Albarn.
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