Mit Hüsker Dü schrieb er Rockgeschichte, dann stürzte er ab. Nach zehn
Jahren Funkstille veröffentlichte er im vergangenen Jahr ein neues
Album. Jetzt hat er eine Zusammenstellung älterer Leckerbissen nachgeliefert.
«Hör gut zu», schreibt Grant Hart in den Liner-Notes, «vielleicht hörst du dich selbst im Publikum.» Grant Hart glaubt nicht daran, dass er ein jüngeres Publikum anspricht, sondern setzt auf diejenigen, denen er in den 1980er-Jahren mit Hüsker Dü den Weg in die musikalische Zukunft zeigte. Sein Oeuvre, das er hier Revue passieren lässt, besteht aus mitunter nur einmal ausgestrahlte Einspielungen für Radiosendungen, Beiträgen für Compilations oder Live-Mitschnitten - Raritäten aus den Jahren 1988 bis 1995 wie er es auch nennt. Eingespielt hat er sie solo oder mit seiner damaligen Band Nova Mob, die von 1989 bis 1997 bestand.
Grant Hart startet inbrünstig wie ein alter Strassenmusiker: Die ersten beiden Stücke, "The Man" und "Signed D.C.", sind klassisch-schlichte Singer/Songwriter-Kompositionen zur akustischen Gitarre. Später plaziert er ein Cover von Dylan ("Masters Of War"), der vielleicht Vorbild für den Auftakt gewesen sein mochte. Aber da ist er schon längst bei der rockigen Gitarre-Bass-Schlagzeug-Trio-Besetzung von Nova Mob angelangt. Songs wie „Shoot your Way To Freedom“ verkörpern noch die wilde Energie von Hüsker Dü, andere sind domestizierter, aber nicht weniger energiegeladen. „Oh! To Behold“ lebt von Tom Merkels Slap-Bass, zu dem Hart eine wavig-kalte Gitarre beisteuert, während „Little Miss Information“, „Narcissus, Narcissus“ und andere Stücke ein wenig an den folkigeren Rock der 1960er erinnern. Egal, ob er seine Stücke bewusst schwerfällig anlegt, wild-treibend oder luftig-poppig: Grant Harts Gespür für eingängige Melodien ist immer spürbar. Dass sich seine Songs nicht an den Zeitgeist anlehnen, macht sie nicht altmodisch, sondern eher zeitlos.
Nächste Konzerte: 3.12. Schorndorf (D), 4.12. Dornbirn (A), 6.12. im El Lokal in Zürich
Seit 26. November 2010 im Handel.
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Anspieltipps:
> Shoot Your Way To Freedom
> Signed D.C.
Diskographie:
> 2541 (EP) (1988)
> Intolerance (1989)
> All of My Senses (EP) (1990)
> Ecce Homo (live) (1996)
> Good News for Modern Man (1999)
> Hot Wax (2009)
> Oeuvrevue (Compilation) (2010)
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