Hauschka - Room To Expand |
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| von Rafael Werner am Dienstag, 27. März 2007 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Experimental, Electronica Label: Fat Cat Records CH-Vertrieb: Namskeio Unsere Wertung: ![]() Rahmen bauen und kaputtschlagenSo verhält es sich auch mit Installationskunst, Modezeitschriften und Sporttheater: All diese Dinge sind gut, aber kalt und unpersönlich. Auch Hauschka reiht sich flott hinein, denn es ist eine gute Platte geworden, aber letztlich ist das nichts, was man in sein Leben integrieren könnte. Zum Mitschreien fehlt der Text, zum Tanzen fehlt der Drive, zum Lieben fehlt die Emotion. Dass man genau solche Musik allerdings lebendig gestalten kann, zeigte uns im letzten Jahr unter anderem Barbara Morgenstern (lebhaft) oder Isolée (tanzbar). Hauschka dagegen fordert zu viel, für das Volker Bertelmann dann zu wenig bietet: Seine dritte Platte benötigt so viel „Room To Expand“, dass man ihm Fussballfelder auftischen müsste und das wochenlang, bis sich die Platte entfalten könnte. Die Melodien sind schwerfällig, pathetisch und im ganz grossen Umfang gut und undurchschaubar, aber sie schaffen es nicht, Botschaften und Mitteilungen zu überliefern, sondern nur, die Luft mit Atomen und kleinen Bläschen zu füllen. „Chicago Morning“ bringt das gleich im doppelten Sinne am besten auf den Punkt: Erstens ist es so träge und weitläufig, dass man sich den ersten Melodiebogen aufschreiben müsste, um zu kapieren, was das ergibt, und zweitens beansprucht zumindest der Titel dieses Stücks eine Tageszeit einer ganzen Millionenstadt - genauso umfänglich ist die Musik auch. Bei anderen Elektroplatten hat man hier und da sagen müssen, sie würden nur im Club und nicht im Wohnzimmer funktionieren, dann muss spätestens seit Hauschka noch eine dritte Kategorie erfunden werden: Nämlich Musik, die weder im Wohnzimmer, noch im Club funktioniert. Die Frage, wo die Musik dann letztlich wirklich passen würde, wird doppelt beantwortet. Mit „Kleine Dinge“ und Blick auf das Plattencover realisieren wir, dass es auch die winzigen Dinge im Makrobereich sein könnten, welche hier passen: Eine übergrosse Filmaufnahme von einer Steckdose oder einer Hand über einer Decke, liegen allerdings genauso weit vom Leben entfernt wie das Panoramabild einer Grossstadt. Zu integrieren ist „Room To Expand“ allem Anschein nach nicht, aber letztlich sind die zwölf elektronischen, klavierbeeinflussten Tracks technisch so perfekt, dass auch das schon reichen muss für eine mikroskopisch kleine oder gigantisch grosse Würdigung. Seit 26. Februar 2007 im Handel. Anspieltipps: alle gleich gut Trackliste: 1) La Dilettante; 2) Paddington; 3) One Wish; 4) Chicago Morning; 5) Kleine Dinge; 6) Belgrade; 7) Sweet Spring Come; 8) Femmeassisse; 9) Watercolour Milk; 10) Zahnlücke; 11) Fjorde; 12) Old Man Playing Boules similar artists: Barbara Morgenstern, Yann Tiersen, Gonzalez, Max Richter > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb Bio: Hauschka ist das Pseudonym vom Düsseldorfer Pianisten und Komponisten Volker Bertelmann. Da er zehn Jahre lang klassisches Klavierspiel studierte und praktizierte, ist dieser Einfluss in seiner eigentlich elektronischen Musik noch gut zu hören. In seiner Musik benutzt er vorwiegend Instrumente wie Synthesizer, elektrischer Bass und die Drum-Machine. Bevor Volker Bertelmann aka Hauschka zum FatCat-Label gelangte, veröffentlichte er bereits zwei Album („Substantial“ und „The Prepared Piano“, welches gleich das Schlagwort für sein musikalisches Interesse ist) auf dem kleineren Karaoke Kalk Label. Zusammen mit Stefan Schneider (To Rococco Rot) und Luke Sutherland (Long Fin Killie) besitzt er das Projekt Music A.M. und gemeinsam mit Torsten Mauss macht unter dem Namen Tonetraeger Musik. Diskographie: > Substantial (2004) > The Prepared Piano (2005) > Room To Expand (2007)
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