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Head Automatica - Decadence (2005) (Warner Bros./Warner Music)

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von Ivana Leiseder am Dienstag, 1. Februar 2005 in Neuerscheinungen   
DecaDANCE

Head Automatica - DecadenceDaryl Palumbo, Frontmann der Post-Hardcore-Gruppe Glassjaw, hat sich mit legendärem Produzenten und Beatmaker Dan "The Automator" Nakamura (Gorillaz, Handsome Boy Modeling School) zusammengetan und ein Album veröffentlicht, das sich mit Höllentempo durch die Gehörgänge hämmert.

Vorab ist - wie es im Pressrelease auch gemacht wird - Verwarnung gegeben: Nein, bei der Musik handelt es sich nicht um Rap-Metal. Wer Daryl Palumbo zudem aus Glassjaw kennt und dasselbe schrillende Geschrei und denselben abstrusen Gitarrenkrach erwartet, wird enttäuscht - oder angenehm überrascht? Was das Dream-Team Palumbo und Nakamura unter dem Namen Head Automatica auf "Decadence" nämlich bieten, sind 11 auf Disco-Rock getrimmte Partymacher.
Die abgefahrenen Beats von "The Automator" werden gemischt mit Hip Hop- ("Head Automatica System") und Dance-Elementen ("Please Please Please"), groovenden Basslines ("At The Speed Of A Yellow Bullet"), einer gehörigen Portion Funk ("Brooklyn Is Burning"), punkigem Geschrammel ("I shot William H. Macy"), Pop-Ambitionen ("Beating Heart Baby"), souligem Piano ("Solid Gold Telephone") und natürlich der coolen Stimme Palumbos. Dessen Rock-Background ist allerdings auch deutlich zu hören, hat er doch die meisten Live-Instrumente selbst eingespielt. "We're an electronic cock-rock band", sagt Palumbo und beschreibt das Album als "dark, futuristic, with a blend of garage and dance", was die Einflüsse und vorhandenen Stile anschaulich zusammenfasst.
Das Tempo der Musik ist ein ungeheures und kann sich von Beginn bis Ende halten, ohne dass den Jungs die Puste ausgeht. Die eingängigen Melodien und herrlich simplen Texte, die sich hauptsächlich um Tanzen, Ladies, Lifestyle, Party und nochmals Tanzen drehen, laden zum Mitsingen ein und man fühlt sich gezwungen, den Stuhl zu erklimmen, das Shirt zu zerreissen und "Yeah yeah yeah!" zu schreien. Jede Ader in einem pulsiert beim Hören dieses Albums und es wird gerockt bis Brooklyn brennt und King Caesar verewigt wird. "I just want a fucking party!", schliesst Palumbo. Aber gerne doch. "Decadence" ist pure Party-Musik und genau da liegen die Vorzüge des Albums. Und hören ebenda wieder auf, wo sie beginnen. Dekadenz also höchstens in dem Sinne, dass dem Album nicht sonderlich viel Intellektuelles zugemessen werden kann. Aber wen kümmert das schon? Let's party!


Seit 24. Januar 2005 im Handel.

Anspieltipps: Brooklyn Is Burning, The Razor, Solid Gold Telephone
similar artists: Scissor Sisters

⇒ Hören und Kaufen ⇒ Offizielle Seite ⇒ Label ⇒ CH-Vertrieb

Bio:
Head Automatica sind Daryl Palumbo, bekannt aus der Post-Hardcore-Band Glassjaw, und Beatmaker Dan "The Automator" Nakamura (Gorillaz, Handsome Boy Modeling School). Palumbo war schon seit längerer Zeit damit beschäftigt, die Songs für Head Automatica zu schreiben, aber seine Vision wurde erst mit dem Ende der Glassjaw-Tour 2002 zur Realität. Durch gemeinsame Freunde trafen sich der Frontmann von Glassjaw und Nakamura und "Decadence" wurde sporadisch zwischen September 2003 und Mai 2004 mit der Unterstützung von Glassjaw-Schlagzeuger Larry Gorman aufgenommen. Head Automatica ist keineswegs nur ein Studio-Projekt, denn Palumbo und Nakamura haben mit Unterstützung einer Road-Band bereits nonstop mit Künstlern wie Thursday und Lost Prophets getourt.

Head Automatica - Decadence (2005) (Warner Bros./Warner Music)
Diskographie:
⇒ Decadence (2005)

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