Bei
„Pirate's Gospel“ legte ich Alela Diane noch die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern nahe und sie scheint meinen Wunsch früher als gedacht erfüllt zu haben. Sie war zwar die letzte Heroin, die über Myspace bei Headless Heroes dazugekommen ist, aber mit ihrer Stimme eine grosse Auswirkung auf das vielleicht einmalige Projekt hat. Statt verfangenen eigenen Songs interpretiert sie wundervolle Perlen aus der Musikgeschichte.
Headless Heroes ist in den Köpfen der Produzenten Eddy Belzalel und Hugo Nicholson entstanden, die erst passende Songs, dann gute Musiker suchten, um so ein Album voller Neuninterpretationen auf die Beine zu stellen. Im bekannten Gitarristen Josh Klinghoffer (
John Frusciante,
PJ Harvey) fanden sie einen vielseitigen Musiker, der anpassungsfähig und Musikkenner genug ist, einen Song auch in eine neue Richtung zu steuern. Mit dem Drummer Joey Waronker (
Beck, REM), dem Gitarristen (und Lap Steel-Spieler) Woody Jackson (Eleni Mandell, Vincent Gallo) Gus Seiffert von The Bird and the Bee und dem Strings-Arrangeur Leo Abrahams (Brian Eno, Ed Harcourt) kam ein motiviertes und buntes Musikerkollektiv zusammen.
Der Titel des Albums passt zu den Covers. Die Auswahl der zehn stimmungsvollen und sehnsüchtigen Songs ist dabei phänomal und schafft es, fast vierzig Jahre ohne grosse Kunst und Probleme zu vereinen. Man besinnt sich der wundervollen Lieder, findet kleine Differenzen zu den Originalen und horcht bei den letzten beiden Songs auf, die vom Dirty Pretty String Orchester und einer wundervoll eigenen und sicheren Stimme von Alela Diane begleitet werden.
Dieses Album ist für Musikliebhaber, die
Daniel Johnston der Atmosphäre wegen im Palace in St. Gallen gesehen haben,
Vashti Bunyans grossartiges Debüt nicht erst vor wenigen Jahren kennen gelernt haben, die in die weibliche Rolle von
Nick Cave schlüpfen wollen, nicht nur Nick Drakes Version von „Blues Run the Game“ kennen und sich sogar The Jesus & Mary Chain mal reduziert vorzustellen vermögen. Es geht hier um die Musiker und „ihre“ Songs.
Bekanntlich ist das Resultat bei Covers ja schon von Anfang an eine Frage des Geschmacks und Willens, auch hier findet man seine Favoriten.
Übrigens: Ich werde mich weiterhin für die Projekte von Alela Diane interessieren, weil sie eine ambitionierte, vielseitige Musikerin ist, die mich auch live überzeugt hat. Aber ein Wunsch bleibt: Ein neues klassisches Singer/Songwriter-Album mit Band und allem Drumherum. Das wäre nett.
Seit 13. November 2008 im Handel.
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Tracklist:
1. True Love Will Find You in the End (Daniel Johnston)
2. Just One Time (Juicy Lucy)
3. Here Before (Vashti Bunyan)
4. Just Like Honey (The Jesus and Mary Chain)
5. To You (
I Am Kloot)
6. Blues Run the Game (Jackson C. Frank)
7. Hey, Who Really Cares? (Linda Perhacs)
8. Nobody’s Baby Now (Nick Cave)
9. The North Wind Blew South (Philamore Lincoln)
10. See My Love (The Gentle Soul)
Anspieltipps:
> Just Like Honey (The Jesus and Mary Chain)
> To You (I Am Kloot)
> See My Love (The Gentle Soul)
Diskographie:
> The Silence of Love (2008)
Ähnliche Künstler:
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> Vashti Bunyan