Heather Nova – Redbird (2005) (Saltwater Limited/Sony BMG) |
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| von Ivana Leiseder am Montag, 22. August 2005 in Neuerscheinungen | |
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Wenn Sängerinnen Mütter werden, ist das so eine Sache. Entweder meistert man’s souverän wie Natalie Merchant, d.h. vernachlässigt musikalische Qualität inmitten des Poputzens und Windelnwechselns in keiner Weise oder man folgt dem Beispiel Sarah McLachlans und liefert des Geldes oder sonstiger Dringlichkeiten willen ein erzwungenes Popalbumchen, das nicht wirklich hätte sein müssen. Auch die zeitgenössische Loreley Heather Nova ist seit 2004 stolze Mama und veröffentlicht nun nach einer Auszeit ihr sechstes Studioalbum mit dem kosmonautisch dümmlichen Titel „Redbird“. Redbird eben, da die Farbe Rot sowohl für Liebe und Leidenschaft als auch Feuer und Blut, sprich Leben und Tod stünde. Wer hätte das gedacht. Nicht nur der Titel des Albums, sondern auch die darauf befindlichen Stücke sind leider bemüht sinnig, in Tat und Wahrheit nichts sagend. Musikalisch bleibt sich Heather Frith zwar ihrem kolossalen, melancholischen Kitsch und Pathos treu, d.h. auch hier bestimmen - trotz weniger misslungener Ausflüge in rockige Gefilde – v.a. Geigen, akustische Gitarre und Piano das Geschehen, aber anders als z.B. auf dem grandiosen „Oyster“ zeugen die neuen Songs von erschreckender Oberflächlichkeit. Nun gut, Stücke wie „Island“ oder „Walking Higher“ schreibt man wohl nur einmal im Leben, aber muss man deswegen gleich zu Dido Nr. 2 mutieren? So lädt uns Heather u.a. im Beisein eines nervtötenden, hyperaktiven Chörleins poppig in ihre Welt ein („Welcome“), erzwingt mit einer langweiligen Geschichte einer verschollenen Flugpionierin Allegorien („I Miss My Sky“), will uns mit dem Songfragment „Redbird“ irgendwie über-poetisch von unseren Begehren erzählen oder predigt mit seltsam angestrengter Stimmakrobatik über die Unfähigkeit der Menschen, in Frieden miteinander zu leben („A Way To Live“). Im schrecklich unharmonischen, rockigen „Overturned“, das von einer verbotenen Beziehung handelt, wird gar – Achtung - gerappt! Ui, ui, ui, ui! Als wäre dies nicht genug, liefert Heather Nova ein karaokeartiges Cover von „Wicked Game“, dessen Sinn und Zweck unergründlich bleiben, und schliesst ihr Album mit einem na ja... netten, aber für die Hörer unnötigen Schlaflied („The Sun Will Always Rise“) für ihren Sohn ab. Sämtliche eben genannte Songs vermögen weder musikalisch noch lyrisch wirklich zu überzeugen und nur „Motherland“ (wären wir klein Sebastian, wir wären stolz auf Mama), „Mesmerized“ (wunderbares Glockenspiel) und „Done Drifting“ (gute Lyrics und hübscher Gospelchor) verschaffen den Hörern mit netten Melodien und grossartigen Kompositionen dringend benötigte Lichtblicke. „Im done drifting / I’m ready for living / With you“, singt Heather Nova in „Done Drifting“. Die einst gequälte Engelsstimme scheint mit der Geburt ihres Sohnes endlich ihren Seelenfrieden und ihre Bestimmung gefunden zu haben. Und lässt die Hörer mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Seit 8. August 2005 im Handel. Anspieltipps: Motherland, Done Drifting, Mesmerized similar artists: Sarah McLachlan, Lene Marlin, Dido, Beth Orton, Jann Arden, Fiona Apple, Melanie C, Valentine, Orenda Fink, Maria Taylor, Sheryl Crow usw. usf. > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: Heather Nova wurde 1967 als Heather Allison Frith in Bermuda geboren. Den grössten Teil ihrer Kindheit verbrachte sie auf einem Boot in der Karibik und erlebte mehrere Atlantik-Überquerungen. Durch ihre musikbegeisterten Eltern lernte sie schon sehr früh Künstler wie z.B. Bob Dylan, Neil Young oder Roberta Flack kennen. Mit 12 Jahren schenkten ihr die Eltern ihre erste Gitarre und schon bald begann sie, ihre eigenen Songs zu schreiben. Mit 18 nahm Heather Nova ihr Studium der Visuellen Künste am Rhode Island School of Design auf, wo sie auch Vorlesungen zur Poesie besuchte. Heather schrieb Soundtracks zu ihren am College produzierten Filmen und realisierte alsbald, dass Musik ihre Bestimmung war. Nach dem Abschluss zog Heather Nova 1989 nach London, wo sie von Big Cat Records entdeckt wurde, die ihre erste EP mit dem Titel „Heather Frith“ produzierten. Jene wurde 1990 von Rough Trade veröffentlicht. Heather Nova schrieb weiter Songs und spielte unzählige Gigs, unter anderem als Supporting Act von The Violent Femmes und The Cranberries. 1993 wurde ihr Debütalbum „Glowstars“ veröffentlicht, das die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Medien auf sich zog und Heather Nova ermöglichte, auch ausserhalb Grossbritanniens zu touren. Das darauffolgende Album „Oyster“ verhalf der Singer/Songwriterin endgültig zum Durchbruch. Drei weitere kommerziell erfolgreiche Alben folgten und mit „Redbird“ liefert Heather Nova nun ihr sechstes Studioalbum. Heather Nova lebt heute mit ihrem Mann (Heirat 1995) und ihrem Sohn (Sebastian, *2004) auf den Bermudas. Diskographie: > Glowstars (1993) > Blow (Live-Album) (1993) > Oyster (1994) > First Recording (EP) (1997) > Siren (1998) > Wonderlust (Live-Album) (2000) > South (2001) > Storm (2003) > Redbird (2005)
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