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Heidi Happy – Hiding With the Wolves

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von TheNoise am Freitag, 18. März 2011 in Neuerscheinungen   

Genre: Folkpop mit Orchester  |  Label: Two Gentlemen (Irascible)  |  Unsere Wertung: 8.0/10

Hiding With The WolvesBezaubernd
Dada Ante Portas, die Lovebugs und jetzt auch Heidi Happy – Aufnahmen mit Orchester sind bei Schweizer Popmusikern gerade in. Und sie haben eine lange Tradition. Heidi Happy ist gewiss nicht die Schlechteste, die sie fortführt.

Früher oder später landet fast jeder, der es sich leisten kann, bei den Streichern. Für Jazzer ist die aufwändige Produktion mit Orchester oft der Ritterschlag, und Popmusiker fühlen sich erhaben und näher an der sogenannten ernsten Musik.

Heidy Happy, der man nicht vorwerfen kann, Belangloses durch ehrwürdige Orchestrierung aufwerten zu müssen, ist schon mit dem dritten Album beim Orchester gelandet. Und sie hat es anders gemacht als die meisten Kollegen, gewagter. Sie hat die Orchesterarrangements zu ihren Liedern selbst geschrieben. Dabei ist sie – anders als Sting oder Paul McCartney, die reine Orchesterwerke geschrieben haben – dem Genre treu geblieben. Im flotten „Sarah“ dominiert die Country-Stimmung. Beim Instrumentalstück „Horse Ride at Winter’s End“, dessen Intro sich hervorragend als Untermalung für eine romantisch-traurige Filmsequenz eignet, drängt sich die twangige Gitarre durch die zukleisternden Streicher immer wieder auffällig nach vorne. Und Stücke wie „Out Of Spin“ und „Eventually“ sind hübscher Folk.

Schon von den ersten Takten an nimmt Heidi Happys Gesang gefangen. Ihre Stimme wirkt trotz ihrer dreissig Jahre ein wenig jungmädchenhaft, sie ist klar und trotzdem warm und einfühlsam. Sie nutzt das Orchester als zusätzliche Klangfarbe – es ergänzt, es verstärkt die Stimmung, aber es steht nicht in einem Spannungsverhältnis zur Band, bildet keinen Gegenpol und sticht nicht durch unkonventionelle Arrangements heraus. Diesen Ansatz akzeptiert man gerne, denn er steht den Liedern nicht schlecht. Umso besser, dass Heidi Happy für manche Lieder – etwa „Stereo“ und „Tempting“ – wirklich bewegende Arrangements geschrieben hat.

Die trotz aller Konvention immer wieder sehr gelungenen Orchesterarrangements sind, ganz allgemein, eine erfreuliche Abwechslung in der Musiklandschaft. Die Musikerin geht ein Wagnis ein – und gewinnt. Sie reift musikalisch und erhält wohl noch mehr Aufmerksamkeit. Was „Hiding With the Wolves“ aber wirklich hervorragend macht, sind die gefühlvollen Stücke und der Gesang. Das sind die Pfunde, mit denen Heidi Happy wirklich wuchern kann. Und das ist wohl auch entscheidend für den weiteren Erfolg: Denn ihre Tour muss die Sängerin mit einer kleinen Besetzung bestreiten, das Orchester ist dafür viel zu teuer. Doch das sollte ihr keine Sorgen bereiten– denn ihre Stücke werden auch dann bezaubernd sein, wenn sie mit einer kleinen Besetzung auf der Bühne steht. 
 
Seit  11. März 2011 im Handel. 

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Heidi Happy
Anspieltipps:
> Truth Comes With Trouble
> All I Remember
> Eventually
 
Diskographie:

> Back Together (2007)
> Flowers, Birds and Home (2008)
> Hiding With the Wolves (2011)
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