Der instrumentale Aspekt kann hier relativ einfach beschrieben werden. Man kann die Musik, meist streicher- und pianobetonte, ruhige Klänge, wohl am ehesten mit den ruhigeren Stücken von
The Young Gods , mit den letzten beiden Alben von Talk Talk ("Laughing Stock" und "Spirit Of Eden") oder auch mit dem Album "Still" der
Nine Inch Nails vergleichen.
Das beeindruckende an "Three Times Dead" sind aber die Texte und die Art des Singens - oder vielmals eher des Erzählens, im Kontext der Musik. Die Texte hier nur niederzuschreiben wäre eher sinnlos. Meist handeln sie, wie der Albentitel schon vermuten lässt, vom Tod - teilweise offensichtlich, teilweise eher versteckt. Es ist aber die Art des Singens oder eben des Erzählens, welche den Hörer immer wieder aufhorchen lässt.
Das Projekt Hemlock Smith von Michael Frei, dessen Musik sich normalerweise eher im Pop oder Jazz ausprägt und auch die der Les Poissons Autistes, die eher im Noise und Drone zuhause sind, bringen alle ihre Einflüsse in dieses Album. So beginnt das Album mit "Birmingham" mit ruhigen Piano- und Bläserklängen und ebenso ruhigem Gesang. Mit "I Rehearse My Death Everyday" kommt das Thema des Albums dann zum ersten Mal zum Tragen. Die Streicher, langgezogen und nachhallend, erinnern an ähnliche Stücke vom Komponisten Arvo Pärt. Die Stimme erzählt ihre Geschichte, intim, ruhig, aber auch sehr sachlich.
Änlich in der Rezeption, aber mit einer völlig anderen Stimmung ist dann "The Flat Hands": Drone-ähnliche Klänge, die bedrohlich lauter werden und darüberliegend wieder die Stimme, welche dieses mal aber nicht mehr ruhig und intim klingt, sondern eher verzerrt und schrill - im Stile des bleich geschminkten "Mystery Man" aus David Lynchs "Lost Highway".
Auch in den folgenden Tracks werden immer wieder "Soundscapes" aus brummenden Gitarrenfeedbacks und Rauschen erzeugt. "If you had done more sports... (Wheelchair Suicide according to Charles Bukowski)" erzählt zu solchen Klängen eine Hommage an Bukowski - man muss hier folglich nicht weitere Erklärungen zum Inhalt mehr abgeben.

Besonders erwähnenswert ist "Les Corps Subtils (Coronary Coroner)": Wieder jene verlorenen Gitarrenklänge, darüber eine Aufnahme eines Gerichtsmediziners mit einem starken amerikanischen Südstaatenakzent, welcher von seiner Arbeit als Leichenbeschauer erzählt. Diese Erklärungen sind nicht etwa makaber, sondern eher sachlich und sogar philosophisch. Gemäss Booklet ist die Aufnahme autentisch.
Das Album erscheint im richtigen Monat, nähmlich im November. Denn mit seiner melancholischen Tristesse, aber auch der Intimität der Texte ist es ein Album für verregnete Sonntage. Grüblerisch und düster wie es ist, sollte die gute Bewertung aber nur von jenen Musikhörern als Tipp wargenommen werden, welche sich gerne in den Abgründen der eigenen (musikalischen) Seele herumtreiben.
Seit 14. November 2008 im Handel.