Herbie Hancock - Possibilities (2005) |
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| von Tobias Imbach am Samstag, 1. Oktober 2005 in Neuerscheinungen | |
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Genre: (Jazz-Pop)Fusion Label: Hancock Music CH-Vertrieb: Warner Music Unsere Wertung: ![]() UndenkbarDie beachtliche Gästeliste, die Stars und Legenden aus Pop und Rock vereinigt, lässt vielleicht etwas Unsicherheit aufkommen, was die Qualität des vorliegenden Albums angeht - das könnte schliesslich schnell auch daneben gehen. Ging’s aber erfreulicherweise nicht: ”Possibilities” besticht vor allem durch genreübergreifende, sinnlich gespielte und gefühlvoll arrangierte Balladen, oft sanft und voller Schönheit und nur selten kitschig. Hancock lässt seinen Gästen viel Platz und weitgehend auch die Aufmerksamkeit des Hörers, nur ab und zu stellt er sich in den Vordergrund und zeigt deutlich, wieso er als Grossmeister gilt. Und zwar immer so überzeugend, dass für den kritikgierigen Rezensenten nichts mehr zu bemängeln übrig bleibt. Hancocks zahlreiche Mitmusiker auf “Possibilities“ stehen ihm ebenfalls in nichts nach und lassen die mehrheitlich ruhigen Klänge zu einem Fest für die Ohren avancieren. Die beiden ersten Stücke fallen, was die Grundstimmung des Albums betrifft, etwas aus dem Rahmen. “Stitched Up“ mit John Mayer erweist sich als sonniger Titel zwischen Jazz, Funk und Pop, das latin-rockige “Safiatou“, bei dem Hancock von Carlos Santana an der Gitarre und der Afropop-Sängerin Angelique Kidjo begleitet wird, wirkt erst vielleicht etwas glatt und aufgesetzt, gefällt aber dennoch. Ebenfalls überhaupt nicht zahm ist das druckvolle und blues-soulige “When Love Comes To Town“ mit der immer besser werdenden Joss Stone und dem Bluespop-Sänger Johnny Lang. Davon abgesehen dominieren die ruhigen und melancholischen Klänge – und was für welche: “A Song For You”, bei dem Hancock von der stimmgewaltigen Christina Aguilera in fast schon genialer Art und Weise (man traut sich ja kaum so was zu schreiben, aber wer zweifelt, soll hören und staunen) unterstützt wird, ist eine hervorragende Interpretation des wunderhübschen Klassikers von Donny Hathaway. Fast genau so toll sind die Songs mit den Grössen Paul Simon, Annie Lennox und Sting. Und wenn Hancock mit Damien Rice und Lisa Hannigan eins der besten Stücke Billie Holidays auf so zärtlich-wundervolle Art interpretiert, ist die Begeisterung dermassen gross, dass sie auch vom erheblichen Kitsch-Grad von “I Just Call To Say I Love You“ nicht wirklich getrübt werden kann. Nur dass der Pop-Anteil auf “Possibilities“ manchmal deutlich überwiegt, mag dem einen oder anderen Jazz-Fan vielleicht etwas sauer aufstossen. Die zehn Stücke auf ”Possibilities” sind kleine Kostbarkeiten, geschmackvoll und makellos für den Genuss beim Anhören vorbereitet. Seit 26. August 2005 im Handel. Anspieltipps: A Song For You, Sister Moon, Don’t Explain Trackliste: 1) Stitched Up (feat. John Mayer); 2) Safiatou (feat. Santana and Angélique Kidjo); 3) A Song For You (feat. Christina Aguilera); 4) I Do It For Your Love (feat. Paul Simon); 5) Hush, Hush, Hush (feat. Annie Lennox); 6) Sister Moon (feat. Sting); 7) When Love Comes To Town (feat. Jonny Lang and Joss Stone); 8) Don’t Explain (feat. Damien Rice and Lisa Hannigan); 9) I Just Called To Say I Love You (feat. Raul Midón); 10) Gelo Na Montanha (feat. Trey Anastasio) similar artists: Allgemein (weniger auf dieses Album bezogen): Chick Corea > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > CH-Vertrieb Bio: Herbie Hancock wurde 1940 in Chicago geboren. In seiner Jugend widmete er sich der Musik, insbesondere dem Jazz. Schon Im Alter von 20 Jahren unterstützte er als Pianist etablierte Grössen wie den hervorragenden Trompeter Donald Byrd. Bald darauf begann Hancock, eigene Alben zu veröffentlichen. Auf jenen befindet sich unter anderem auch “Cantaloupe Island“, einer der grossen Hits des Jazz der 60er. Im Verlauf der 60er trat Hancock auch dem legenderären Quintett von Miles Davis bei, was ihm den definitiven Durchbruch bescherte. Einen Meilenstein legte er 1973 mit dem innovativen “Head Hunters“ vor, welches zu einem der erfolgreichsten Jazz-Alben überhaupt wurde. Hancocks Sound klang nun anders, die Fusion von Bebop und Funk und Synthies löste den eher noch traditionellen Jazz von früher ab. Für das legendäre und damals visionäre “Rockit“ erhielt Hancock 1983 den Grammy, seine Musik wurde immer elektronischer, in den 90ern war er dann vom Hip Hop beim Drum’n’Bass, natürlich sehr jazziger Art, oder beim Nu-Jazz angelangt. Sein neustes Album “Possibilities“ ist nun eher wieder eine Abkehr von der Elektronik hin zum Pop. Diskographie: > Takin' Off (1962) > My Point Of View (1963) > Inventions And Dimensions (1963) > Empyrean Isles (1964) > Succotash (1964) > Maiden Voyage (1965) > Speak Like A Child (1968) > The Prisoner (1969) > Fat Albert Rotunda (1969) > Mwandishi (1970) > Crossings (1971) > Sextant (1972) > Headhunters (1973) > Thrust (1974) > Dedication (1974) > Death Wish (1974) > Man-Child (1975) > Love Me By Name (1975) > Flood (1975) > Kawaida (1976) > Secrets (1976) > Happy The Man (1976) > V.S.O.P. (1976) > Live In Japan (1977) > The Quintet (1977) > Tempest In The Colosseum (1977) > The Herbie Hancock Trio (1977) > Feets, Don't Fail Me Now (1978) > Sunlight (1978) > Direct Step (1978) > Live Under The Sky (1979) > In Concert (Duets) (1979) > The Piano (1979) > An Evening With Herbie Hancock & Chick Corea: In Concert (1979) > Monster (1980) > Mr. Hands (1980) > Hancock Alley (1980) > Herbie Hancock Quartet (1981) > Magic Windows (1981) > Double Rainbow (1981) > Quartet (1982) > Lite Me Up (1982) > Future Shock (1983) > Hot And Heavy (1984) > Sound System (1984) > Village Life (1985) > Jazz Africa (1986) > Songs For My Father (1988) > Perfect Machine (1988) > A Tribute To Miles Davis (1992) > Collection (1992) > Dis Is Da Drum (1993) > The New Standard (1995) > Jazz Protrait (1995) > Jammin' With Herbie (1995) > Living Jazz (1996) > In Concert (1996) > 1 & 1 (1997) > Rare Tracks (1998) > Gershwin's World (1998) > This Is Jazz, Vol. 35 (1998) > Riot (1999) > Backtracks (1999) > Portrait: Herbie Hancock (2000) > Night Walker (2000) > Ken Burns Jazz (2000) > Jammin' With Herbie Hancock (2000) > Mr. Funk (2001) > Future2Future (2001) > Day Dreams (2002) > Future2Future Live (2002) > Directions in Music (2002) > Bet On Jazz (2002) > Jazz Moods: 'Round Midnight (2004) > Trios (2004) > Blue Note Years, Vol. 20 (2004) > Live: Detroit/Chicago (2005) > Platinum Disc (2005) > In Concert (2005) > Possibilities (2005)
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