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Herman Düne - Giant

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von Florentin Jäggi am Mittwoch, 13. Dezember 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Folk-Pop
Label: Source Etc
CH-Vertrieb: EMI
Unsere Wertung:Herman Düne - Giant


Expect the unexpected
GiantDie kauzigen Folker Herman Düne tun auf ihrem neuen Werk wenig, um ihr Image als Weirdos loszuwerden. Wieso auch, wenn es einen guten Ruf zu verlieren gibt.

Mit regelmässigen Labelwechseln pflegt das fiktive Brüdertrio Herman Düne seinen Ruf als eine meist unterschätzte Band. Dass jene Labels jeweils ausgesprochen klein sind, lässt die Tatsache, dass ihr neues Album in der Schweiz über EMI vertrieben wird, ungewöhnlich erscheinen. Intensiviert wird dieser Eindruck durch ein konsequentes Abdriften vom Weg scheinbarer Professionalität auf „Giant“. Herman Düne spielten bereits auf ihrer Grosstat „Not On Top“ ein gefährliches, aber stets charmantes Spiel der Anfängerhaftigkeit. Dass sie diesem eingeschlagenen Trend nicht entgegenwirken wollen, bekräftigen sie auf ihrem neuen Album nachdrücklich. Zeiten, in welchen ihre Musik nicht nur in Stereo war, sondern auch annähernd so geklungen hat („Switzerland Heritage“), gehören der Vergangenheit an. Als wäre das digitale Zeitalter spurlos an Herman Düne vorbeigezogen.

Neu an „Giant“ ist vor allem der vollzeitige Einsatz von Bongo-Perkussion. Meine Gedanken schweifen dabei an stereotypische Südseelandschaften. Doch trotz Urlaubsstimmung macht mich dieses Album nervöser als jedes andere Herman Düne-Album zuvor. Ich habe versucht, „Giant“ gleichzeitig zu hören und zu rezensieren – es hat nicht geklappt. Neben der Geduld fehlt bei mir diesmal auch die Euphorie. Die Ursache dafür bei den verstaubten bis verpönten Elementen wie Schlager-Bläsern oder Country-Schmonz zu suchen, ist eher unberechtigt, haben wir doch Herman Düne für solche Eigenheiten stets gemocht. Wohl eher liegt es an der vergleichsweise schütteren Hitdichte. Oder ich bin schlicht zu spiessig für diese Platte.

Schlussendlich mag man „Giant“ dann doch irgendwie, ohne so genau zu wissen, wieso. Vielleicht weil nicht nur der Teufel, sondern auch die Schönheit im Detail liegt. Facetten wie die wundervollen Backing-Vocals von Lisa Li-Lund, bluesige Saxophon-Solos von André oder die Düne-eigene Liebenswürdigkeit, Grosses klein erscheinen zu lassen. Quasi wie im Titelstück: „I’m a giant on a dwarf’s shoulder“.  


Seit 10. November 2006 im Handel.

Anspieltipps:
Take Him Back To New York City; Your Name/My Game; Giant
Trackliste: 1) I Wish That I Could See You Soon; 2) Nickel Chrome; 3) 1-2-3/Apple-Tree; 4) Bristol; 5) Pure Hearts; 6) No Master; 7) Take Him Back To New York City; 8) Baby Bigger; 9) This Summer; 10) Your Name/My Game; 11) By The Light Of The Moon; 12) When The Water Gets Cold & Freezes On The Lake; 13) Giant; 14) I’d Rather Walk Than Run; 15) Glory of Old; 16) Mrs Bigger
similar artists: The Mountain Goats, Adam Green, The Decemberists, Benni Hemm Hemm, Smog

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Die eigentliche Bandgründung erfolgt vor mehr als fünfzehn Jahren, zu einem Zeitpunkt, als die Schwedischen Gründer David-Ivar Herman Düne und André Herman Düne bereits fleissig in Europa und den Staaten touren. Die Presse, allen voran der NME, loben ihr Debüt „Turn Off The Light“ und John Peel lädt sie zu einer legendären Peel-Session ein. Nicht nur die Musik ab Tonträger wird wohlwollend aufgenommen, auch die aussergewöhnlichen Auftritte auf der Bühne. Aus unveröffentlichten Songs entsteht 2001 der Zweitling „They Go To The Woods“. Noch im selben Jahr geht die Band ins Studio, um ihr drittes Werk „Switzerland Heritage“ aufzunehmen. Vor den Aufnahmen zum Album ersetzt der Schweizer Neman Herman Düne den bisherigen Drummer. Viele betrachten „Switzerland Heritage“ als bestes Herman Düne-Album, aber auch der Nachfolger „Not On Top“ erhält fast durchwegs sehr gute Kritiken.

Herman Dune
Diskographie:
> Turn Off The Light (2000)
> They Go To The Woods (2001)
> Switzerland Heritage (2002)
> Mas Cambios (2003)
> Not On Top (2005)
> Giant (2006)


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