Genre: Pop, Folk | Label: City Slang (TBA) | Unsere Wertung: 7.5/10
Never go swimming with a heavy heart
Mit guten Ratschlägen, kleinen Überraschungen und einigen Hits machen uns Herman Dune mit dem gar nicht so schrägen neuen Album eine kleine, brauchbare Freude für den Alltag.
Herman Dune lassen ein süsses, kleines, blaues Yeti mit offenen Augen zwölf Songs durchlaufen. Es lässt sich umarmen, beraten und auf grosse Reise nehmen. Der Alltag erweist sich bei Herman Dune gewohnt aufregend und die Anekdoten bleiben erstaunlich abstrakt und frech. Die Fazits dagegen werden trotz aller Trivialität und Ähnlichkeit pünktlich auf den Schluss des Refrains überdeutlich ausgesprochen. Somit bleibt alles beim Alten? Ja, zumindest beinahe.
Nach der bisher längsten Release-Pause und einer ausgedehnten Tour sind auf dem bei den Aufnahmen erstaunlich abwechslungsreiche Songs herausgekommen, bei denen es auch erstmals Indierock-Anleihen, lupfige Gitarrensoli ("Where Is the Man") und ein bisschen Simon & Garfunkel samt Trommeln ("Monument Park") zu entdecken gibt. CosmicNéman, für Drums und Percussion zuständig und Kopf der Electronic/Krautrock-Duo Zombie Zombie, steht weniger deutlich stärker im Vordergrund, ist aber stets für interessante Einwürfe zuständig. David-Ivar Herman Düne traut sich neuerdings Übergänge einzubringen, versucht sich an zahlreichen Instrumenten - zum Beispiel eine Pedal Steel im wundervollen "In the Long Long Run" - und nähert sich den angesprochenen neuen musikalischen Einflüssen. Ein bisschen weniger Herman Düne ist immer noch genug davon.
Was ist denn nun der Reiz des neuen Albums? Es ist nicht die kurzweilige Einheit, sondern es sind die einzelnen Songs und Momente. Ist die Songauswahl gut getroffen, würde ich mich bei Herman Düne, nach mittlerweile elf Jahren und acht Alben - und das gibt es wirklich selten - sogar auf ein Best of Album freuen. Demzufolge hat es auch jedes Mal ein paar Langweiler. Hier sind es nur wenige. Bei "Just Like Summer" wird ein Musiksternlein, das im Radio ein Interview gibt, zitiert und bekräftigt, bei "A Hears Strange Moosic" werden Sätze wie "The site was amazing / although the water was freezing" munter aneinandergereimt. "Strange Moosic" ist ein Album voller lyrischer und musikalischer Nebensächlichkeiten, die ihren eigenen Sinn suchen und manchmal auch finden. Schön, lustig und ein bisschen sentimental, das ist die Welt der sonderbaren Herman Dunes.. Lass dich umarmen und sei Teil davon!
Seit 27. Mai 2010 im Handel.
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Anspieltipps:
> Tell Me Something I Don't Know
> Lay Your Head on My Chest
> In the Long Long Run
> Magician
Diskographie:
> Turn off the Lights (2000)
> Switzerland Heritage (2001)
> They Go to the Woods (2001)
> Mash Concrete Metal Mushroom (2002)
> Mas Cambios (2003)
> Not on Top (2005)
> Giant (2006)
> Next Year in Zion (2008)
> Strange Moosic (2011)
Ähnliche Künstler:
> Moldy Peaches
> Adam Green
> The Wave Pictrures
> Turner Cody
> Jeffrey Lewis
> Jens Lekman
> Jonathan Richman
> Saint Thomas
> John Vanderslice
> Beck
> The Mountain Goats
> Paul Simon