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Zukunftsmusik
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Hot Club De Paris - Drop It ’Til It Pops

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von Philipp Gautschi am Dienstag, 16. Januar 2007 in Neuerscheinungen   
Genre: Retrorock / Indiepop
Label: Moshi Moshi Records
CH-Vertrieb: TBA
Unsere Wertung:Hot Club De Paris - Drop It ’Til It Pops

Tut mir leid
Drop It Til It PopsDie Britische Welle bäumt sich ein weiteres Mal auf, die Ebbe ist jedoch nicht mehr zu leugnen.

Hot Club de Paris ist eine weitere Band aus England, welche dieselbe Musik spielt wie beinahe alle anderen, die in den vergangenen Jahren aufs Festland schwappten. Wären sie mit ihrem Debutalbum ’Drop It ’Til It Pops’ vor zwei Jahren hier aufgetaucht, hätte ich mit meiner gebrochenen Kniescheibe Überschläge im Stile eines Donghua Li aufgeführt, heute gelingt mir höchstens ein scheues Gähnen. Wer am alten Hut jedoch noch immer Gefallen findet, erlebt ganz bestimmt glückliche 32 Minuten bzw. 13 Stücke. Das einzig neue daran sind die zugegebenermassen gekonnten, dreistimmigen a capella Parts und die virtuose Rhythmik. Neu? Eigentlich nicht, wir kennen ja alle die Futureheads. Der Rest, d.h. die munteren Melodien, die freundlichen Stimmen und die zappeligen, nervösen, blitzschnellen Gitarrenspielereien sind zwar schön und recht, doch leider altbekannt. Wieder Futureheads. Irgendein Kasper behauptete vor langer Zeit, dass in der Kürze anscheinend Würze liegen würde, ich muss vehement widersprechen. Kurz ist zwar der Vor- und Nachname dieser Stücke (bzw. Platte), trotzdem schmeckt mir die Brühe fad und langweilig. Betrachtet man gezielt die Melodien, den Gesang, das Zusammenspiel von Gitarre und Bass oder die ungewohnte, komplexe und innerhalb einzelner Stücke mehrmals wechselnde Rhythmik, kann man die Musik auch süss oder knusprig nennen, lässt man jedoch normales Weissbrot im Mund zergehen erscheint sogar dieses süss. Die Presse lupft die drei Liverpooler mit vereinten Kräften in luftige Höhen, redet von sehr viel Spass, Party und Bier. Ich hab ja eigentlich nichts an der Band, deren Fähigkeiten und Ideen oder dem Genre als Ganzem auszusetzen, trotzdem kommt mir die tatsächlich sehr spritzige, spassige und verspielte Platte vor wie ausgeleierte Unterwäsche, abgestandenes Bier oder ein Plattfuss am Fahrrad, nicht allzu Party also. Kennen wir schon, wissen wir schon, haben wir schon. Schade, denn alle Voraussetzungen für eine gute Platte sind erfüllt: poppig rockig, ab und zu gar punkig gespielt, schrecklich melodiös, mit lustigen Wortspielereien geschmückt (’I forgot that I forget’), schlau und abwechslungsreich im Instrumenteneinsatz, rhythmisch jenseits von 4/4, gut produziert. Ausserdem findet man mit ’Bonded By Blood (A Song For Two Brothers)’ wohl den lässigsten a capella – Beatbox – Song seit Hiphop. Meine Wertung stapelt ganz bestimmt ein bisschen zu tief, man bilde sich bitte ein eigenes Urteil über das Werk…es gefällt bestimmt den Meisten.


Seit  5. Januar 2007 im Handel.

Anspieltipps: Clockwork Toy, Yes/No/Goodbye, Who Am I (What’s My Name), Welcome To The Hop,
Trackliste: 1) Shipwreck; 2) Clockwork Toy; 3) 3:55AM: I Think We Should Go Home; 4) Yes/No/Goodbye; 5) Names And Names And Names; 6) Sometimesitsbetternottostickbitsofeachotherineachotherforeachother; 7) Snitches Get Stitches; 8) Who Am I (What’s My Name)?; 9) Welcome To The Hop; 10) Bonded By Blood (A Song For Two Brothers); 11) Hello, I Wrote A Song For You Called ‘Welcome To The Jungle’; 12) Your Face Looks All Wrong; 13) Everyeveryeverything
similar artists: The Futureheads, The Futureheads, The Futureheads und ein bisschen Maximo Park

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label

Bio:
Paul Rafferty (Bass, Gesang) und Matthew Cameron Smith (Gitarre, Gesang) spielen bis 2004 in eigenen Bands. Aus dem Zusammentreffen der beiden entsteht Hot Club de Paris. Matthews kleiner Bruder Alasdair (Schlagzeug, Gesang) wird kurzerhand eingestellt und die Truppe aus Liverpool ist komplett. Ihre eigensinnige, mehrstimmige und rhythmisch anspruchsvolle Spielweise überzeugt die Leute von Moshi Moshi Records (Hot Chip uvm.) auf Anhieb. So kommen sie 2005 zu ihrem Plattenvertrag. Erste Konzerte mit Hot Chip und Forward Russia durchs Königreich folgen sogleich. 2006 wird weiter getourt (u.a. mit Dirty Pretty Things, We are scientists, Radio4) und schnell hat die Band sich einen Namen bei verschiedenen Radiostationen gemacht. Im Oktober 2006 erscheint das Debutalbum ’Drop It Til It Pops’ in England und wird vereinzelt gar zu den besten Alben des Jahres gezählt. Seit Januar 2007 ist das Werk auch hierzulande erhältlich. Live ist die Band am 18.2.07 in der Kaserne Basel oder am19.2.07 in der Boa in Luzern zu bewundern.

Hot Club de Paris
Diskographie:
> Drop It ’Til It Pops (2006)


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