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Hot Hot Heat - Elevator (2005) (Sire Records/Warner Music)

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von Philipp Gautschi am Sonntag, 1. Mai 2005 in Neuerscheinungen   
Liftfahren

Hot Hot Heat - Elevator (2005) (Sire Records/Warner Music)Der Name dieser Band verspricht ja einiges, wärmer kann Hitze wohl kaum klingen. Leider tönt ihr Name jedoch heisser als ihr Sound - und dieser ist ja eigentlich das Entscheidende, wenn's ums CD-Hören geht. Es wird zwar gerockt, gepoppt, wenig gepunkt, geschrien, gesungen und ein bisschen Disco getanzt - eigentlich alles, was man so zum Zuhören benötigt -, doch die entscheidende Prise Eigenständigkeit fehlt.

Es ist halt zwischenzeitlich relativ schwierig, im während den letzten paar Jahren enorm gewachsenen, rockig-poppigen, spassig-verspielten, neo-retro (?) Segment was wirklich Neues, Originelles auf die Beine zu stellen. Hot Hot Heat schliessen sich all den Killers, Strokes, Libertines, Vines und Ferdinands an und spielen aufgestellte, gitarrenlastige, partytaugliche Rockmusik, die mit zurückhaltender Elektronik verfeinert ist. Die Melodien sind kurzfristig kaum aus dem Ohr zu kriegen, ab und zu entdeckt man interessante Details und Abwechslung ist zur Genüge vorhanden. Gitarre, Bass und Schlagzeug treiben die Stücke in gewohnter Manier unaufhaltsam nach vorne. Eigentlich sollte ich schwärmen wie kleine, lästige Mücken dies nachts um Strassenlaternen tun, schliesslich verfehlt die Band meinen präferierten Musikstil nur um etwa zwei Standardabweichungen, was immer dies heissen mag. Leider kenne ich die Stücke jedoch schon, bevor ich sie wirklich gehört habe. Alles klingt irgendwie gewohnt, als ob es schon mal da gewesen ist, oder zumindest so ähnlich. Doch was jammere ich hier blöd, die CD ist soweit äusserst gelungen, was sie vor allem der auf ihr enthaltenen Abwechslung zu verdanken hat. Die verzogene, freche Gitarre auf "Ladies And Gentleman", der rock'n'rollende, punkige Einschlag bei "Pickin' It Up", das fliessend-spassige Zusammenspiel der Instrumente während den Strophen in "Island Of The Honest Man", das funkig-discomässige "Shame On You" sowie das kühle Klavierspiel in "Elevator" vermögen durchaus zu überzeugen. Ausserdem reissen die gelungenen, sehr eingängigen Melodien auf sämtlichen Stücken mit, bleiben im episodischen Gedächtnis hängen, haben wie bei "Dirty Mouth" jedoch relativ hohes Verleidungspotential.
Die CD lässt man wohl am schlauesten am Wochenende laufen, da sie vor allem gute Stimmung und Lust auf mehr Bier hinterlässt. Um sich genauere Gedanken über Sinn und Unsinn sämtlichen Daseins zu machen, empfehle ich hingegen Anspruchvolleres. Eigentlich ist Kritik hier fehl am Platz, nichts vermag den Hörer wirklich zu stören. Vielleicht fehlt mir persönlich genau dies, das Störende, Exotische, Chaotische, Unerwartete. Nicht einmal die etwas kindliche Stimme Steve Bays' kann einem auf die Nerven gehen. Musik sollte manchmal - nein, sie kann sogar teilweise - der guten Stimmung verpflichtet sein, ich bin jedoch überzeugt, dass sie mehr herausfordern, mehr verlangen, mehr wollen und v.a. mehr verwirren darf.


Seit 8. April 2005 im Handel.

Anspieltipps: Island Of The Honest Man, Shame On You, Elevator
similar artists: Franz Ferdinand, The Killers, The Strokes, The Vines

⇒ Hören und Kaufen ⇒ Offizielle Seite ⇒ Label ⇒ CH-Vertrieb

Bio:
Ende der Neunziger begannen Steve Bays (voc., key.), Paul Hawley (dr.), Luke Paquin (git.) und Dustin Hawthorne (b.) zu musizieren. Es entstanden einige Singles und EPs, die jedoch wegen schwerer Verdaulichkeit nicht allzu gut ankamen. Mit "Make Up The Breakdown" begann der eigentliche Aufstieg der Band. Ob ihr neuster Lift "Elevator" sie eher nach oben oder unten befördert, werden wir in nächster Zeit ja sehen... Übrigens möchte ich hier die Homepage der Band empfehlen, sehr kreativ & witzig anzuschauen.

Hot Hot Heat - Elevator (2005) (Sire Records/Warner Music)
Diskographie:
⇒ Make Up The Breakdown (2003)
⇒ Elevator (2005)



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