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I Am Kloot - Play Moolah Rouge

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von Philippe Feer am Mittwoch, 2. Juli 2008 in Neuerscheinungen   
Genre: Pop-Rock
Label: Skinny Dog/Pias
CH-Vertrieb: Musikvertrieb
Unsere Wertung:I Am Kloot - Play Moolah Rouge


Entblösst
Play Moolah RougeMoolah Rouge ist für einmal kein Bordell, sondern ein Studio (auch wenn sich das Studio eigentlich Moolah Rough nennt). I Am Kloot haben sich für das Nachfolgealbum zum etwas haltlosen "Gods & Monsters" von einigen Dingen entledigt.

"Natural History" war ein Album voller Hits. Eine Stimme wie Michael Stipe oder David Gray hatte John Bramwell, sie sprang einem vom ersten Moment und spätestens bei den Refrains zu "Storm Warning" oder "Morning Rain" ins Ohr und nistete sich ein. Auf dem namenlosen Nachfolger führten sie dieses Konzept weiter, immer darauf bedacht, der charakterstarken Stimme einen kantigen, fast überspitzen Touch zu geben, der viel rockige, typisch britische, manchmal sogar jazzige Züge enthielt. Mit "Gods & Monsters" wagten I Am Kloot dann einen Sprung. Viel vertrackter, aber weniger markant, vollführten sie einen Stilwechsel, der grundsätzlich funktionierte, aber mit Bramwells Stimme nicht immer zu vereinbaren war.

Jetzt, drei Jahre danach (in der Zwischenzeit sind bloss John Peel-Aufnahmen entstanden), entschieden sie sich, mit dem schottischen Produzenten Colin McLeod und seinem Bruder Norman, die Atmosphäre des ersten Albums, das in einer Kirche aufgenommen wurde, und dem getätigten Stilwechsel, der mit Norman McLeod am Pedal Steel ausdrücklich zelebriert wird, zu mixen. Herausgekommen ist ein abwechslungsreiches, bisweilen gespenstiges Album, das weniger nach Pisse, Blut und Realität schmeckt, aber dem Zuhörer genauso auf den Leib rückt.

Neben dem bluesigen und lautstarken Auftakt "One Man Brawl", dem anfangs feinfühligen, dem ausufernden "Chaperoned" und dem an "House Of The Rising Sun" erinnernden Leisetreter "Hey Little Bird", mögen auch "Only Role In Town" mit Pedal Steel und "The Runaways" mit den optimistischen Zeilen "Stop thinking it over / Stick the suitcase in the van" zu begeistern.

Die DVD ist mehr als ein nettes Mitbringsel: Neben kurzen Konzertausschnitten und einigen Songs der neuen Scheibe (plus "Twist" und "Because" von Natural History und dem unveröffentlichten "Even The Stars"), die live im Studio aufgenommen wurden, kann man sich über den rotgelockten John Bramwell im olivgrünen Sessel köstlich amüsieren und kriegt nebenbei Antworten auf grosse Fragen wie: Warum handelt es sich bei I Am Kloot nicht um Popmusik und warum Musik denn keine Poesie sei.

Play Moolah Rouge wird mit "At The Sea" beendet: John Bramwell allein mit Gitarre, ein Hund streunt durchs Studio, alle Hüllen sind gefallen, Bramwell, einst Strassenmusiker, angekommen.


Seit 20. Juni 2008 im Handel.

Anspieltipps: One Man Brawl, Chaperoned, The Runaways
Trackliste: 1) One Man Brawl; 2) Chaperoned; 3) Ferris Wheels; 4) Hey Little Bird; 5) The Runaways; 6) Down At The Front; 7) Someone Like You; 8) Suddenly Strange; 9) Only Role In Town; 10) At The Sea

Plus DVD Documentary Film Of The Making Of The Album

similar artists:
Elbow, Starsailor, Decemberists, Turin Brakes, The Good Life, Travis, Eels, Keane, Coldplay, Mojave 3, R.E.M

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:
John Bramwell wollte schon immer Musik machen. Weil es aber mit einer Band nie klappte, ging er auf grosse Tournee als Strassenmusiker und kehrte nach erfolglosen Jahren zurück in seine Heimatstadt Manchester, um fortan als Promoter im "Night & Day" zu arbeiten. Schliesslich lernte er dort den Schlagzeuger Andy Hargreaves kennen und gründete mit ihm und seinem langjährigen Freund, dem Bassisten Pete Jobson, im Jahr 1999 I Am Kloot.

I Am Kloot
Diskographie:
> Natural History (2001)
> I Am Kloot (2003)
> Gods And Monsters (2005)
> BBC Radio 1 John Peel Sessions (2006)
> Play Moolah Rouge (2008)


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