Man stelle sich vor: Mit einem verschmitzten
Lächeln begleitet das Mädchen ihren absoluten Traumjungen durch die
endlose Schönheit der Natur. Die Vögel zwitschern fröhlich um die
Wette, das Wasser fliesst galant, die Sonne zaubert Wärme daher, sie
liegen sich in den Armen. Bis das Mädchen durch den Blick des Jungen
eine vorher nie da gewesene Unentschlossenheit beobachtet. Das Mädchen
wird plötzlich nervös, fängt leicht an zu zittern, und während ihr eine
Träne hinunterkullert, sagt der Junge: „I love you, but I’ve chosen
darkness“.
Welch’ wunderbarer Bandname. „Fear Is On Our Side“ nennt sich das Debüt
der vier Dunkeln aus Texas. Und bei gewissen Songs sind sie wirklich so
gut, dass es Angst macht, bei anderen denkt man „warum zur Hölle haben
sie den mit draufgepackt?“. Aber das beiseite. I Love You But I’ve
Chosen Darkness orientieren sich sehr am Wave, erinnern auch sehr oft
an die kultigen The Cure (siehe „At Last Is All“). Das ganze Album
wirkt mit einer düsteren aber packenden Stimmung. Einerseits haben sie
Knaller wie „According To Plan“, andererseits befinden sich eine
Vielzahl sehr atmosphärische, Instrumental-Songs wie „The Owl“ oder
„Today“ auf dem Album. Warum diese zwei Instrumentals nacheinander
folgen, ist mir unerklärlich, da die Stimmung dadurch ein bisschen
abflacht. Die Songs fliessen dahin, werden jedoch vielerorts von einem
Drum getrieben, welches aufhorchen lässt und Christian Goyers Organ ist
auch nicht von schlechten Eltern. Und erst der Bass. Bei gewissen Songs
spielt er eine gewichtige Rolle. Eingängig und doch fesselnd. Im
grandiosen „We Choose Faces“ wird das Potential der Band ganz klar
aufgezeigt und es blitzt in meinen Augen, wenn ich daran denke, zu was
die Band noch fähig wäre.
Im Grossen und Ganzen haben die Texaner die Angst, obwohl sie auf ihrer
Seite ist, kanalisieren können und ein gutes aber ausbaufähiges Debüt
geliefert. Auf ihren Zweitling kann man gespannt sein. Abwarten und Tee
trinken.
Seit 18. März 2006 im Handel.
Anspieltipps: According To Plan; We Choose Faces; If it Was Me
Trackliste: 1) The Ghost; 2) According To Plan; 3) Lights; 4)
The Owl; 5) Today; 6) We Choose Faces; 7) Last Ride Together; 8) At
Last Is All; 9) Long Walk; 10) –; 11) Fear Is On Our Side; 12) If It
Was Me
similar artists: The Cure, The Faint,
Depeche Mode , Talk Talk, Appleseed Cast, U2, Interpol,
Editors
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Bio:
2002 wurden I Love You But I’ve Chosen Darkness von Christian Goyer und
Jason McNeely in Austin, Texas gegründet. Die Musiker spielten vorher
in Bands wie Windsor For The Derby, Glorium, Salute The Curse und Paul
Newman and Cyrus Rego. Später kamen Ernest Salaz, Timothy White sowie
Daniel Delfavero dazu und I Love You But I’ve Chosen Darkness waren
komplett. Sie nahmen 2003 Ihre erste Selftitled EP auf, ehe sie 2006
mit der ersten LP „Fear Is On Our Side“ aufwarteten. Momentan touren
sie durch die USA und sind hoffentlich bald einmal in Europa zu
bestaunen.
Diskographie:
> I Love You But I’ve Chosen Darkness EP (2003)
> According to Plan/Thoughts on the Floor 12" Single (2005)
> Fear Is On Our Side LP (2006)