Gegensätze und alles dazwischen – die ideenreiche Imani Coppola scheut nichts.
Ipecac Recordings stellt genau das passende Label für einen Freigeist wie Imani Coppola dar, die nicht daran denkt, ihre wilden Ideen irgendwie einzuschränken. Ihr neustes Werk zeugt von ungebremster Vielfältigkeit. Und Temperament hat sie auch – lautstark schimpft sie etwa gegen Rassismus, Konsumwahn oder Hardcore-Pornographie an. Letztere wird im eindrücklichen “Dirty Pictures“ thematisiert, das vom düsteren Elektro-Track mit extrem poppiger Hook im Refrain zum wütenden Punk-Kracher mutiert – solche Kehrtwendungen bietet Coppola mehrmals, aber nicht immer kommen sie den Songs so gut zu stehen wie bei “Dirty Pictures“.
Bemerkenswert ist, wie glaubwürdig Coppola in dem simplen Punk-Titel “Woke Up White“ wirkt, aber genauso in einem aufgestellten R'n'B-Track wie “Raindrops From The Sun“ eine gute Figur machen kann. Allerdings sind die Black Music-Tracks eher durchwachsen, besonders das clubbige R'n'B/Hip Hop-Stückchen “Keys To Your Ass“ fällt negativ auf – da rettet auch Rahzel von The Roots nichts mehr. Viel besser vermag ”Springtime” zu gefallen – das kommt sehr bluesig und druckvoll daher, Orgel und Violine machen es zum schönsten Stück auf dem Album. Und wenig später wechseln sich in “I Love Your Hair“ Elektro-Spielereien und Experimente mit dicken Beats und wummernden Bässen ab. Unschwer nachzuvollziehen, dass sich das Album kaum in einem Durchgang geniessen lässt, zu gegensätzlich sind die einzelnen Beiträge. Der Wandelbarkeit hat Imani Coppola das Konzept geopfert – ein frisches und sehr leidenschaftliches Album, nur leider ziemlich ziel- und kopflos wirkend.
Seit 16. November 2007 im Handel.
Anspieltipps: Springtime, Dirty Pictures, I Love Your Hair, J.L.i.a.T.o.Y.O
Trackliste: 1) Black & White Jingle #1; 2) Springtime; 3) Woke Up White; 4) Raindrops From The Sun (Hey,Hey,Hey); 5) 30th Birthday; 6) Let It Kill You; 7) Dirty Pictures; 8) Keys 2 Your Ass; 9) Black & White Jingle #2; 10) I Love Your Hair; 11) J.L.I.T.O.Y.O.; 12) I'm A Pocket; 13) This Is My Chicken; 14) In A Room
similar artists: PJ Harvey, Tori Amos, Beyoncé, M.I.A., Pink
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Bio:
Vor gut zehn Jahren wurde Imani Coppola, geboren 1978 in New York, mit mit Columbia Records im Rücken als Popsternchen vermarktet und landete einen Chartshit (“Legend of a Cowgirl”), wurde aber bald wieder fallen gelassen und vergessen. Coppola gab nicht auf und nahm, nun ohne Major-Label hinter ihr, zuhause Songs auf. Erst 2006 erreichte sie als Gast auf Mike Pattons “Peeping Tom“ wieder ein breiteres Publikum. Ihr mittlerweile achtes Werk “The Black & White Album“ wird seit Anfang dieses Jahres als kostenpflichtiger Download angeboten und im späten Herbst nun auch als CD auf Pattons Label “Ipecac“ veröffentlicht.