Heller als auf den beiden Vorgängeralben leuchten
Incubus heuer allemal. Wie war das jetzt aber mit Weihnachten? Incubus
oder unbefleckte Empfängnis? Ich tippe auf den Dämon.
Wie schon auf den letzen beiden Platten, beginnt auch das neue Album mit verhaltenen Klängen. „Quicksand“ ist mehr Intro als Song und führt nahtlos über zu „A Kiss To Send Us Off“. Der Track ist gleich eines der Highlights der Platte: Das Intro-Feeling wird zum Song ausgeweitet, es groovt, es kracht – und dann ist da noch dieser Mittelteil, wo Brandon Boyd beschwörend singt: „There’s a storm in the sky – now the clouds become electric“ …und die Spannung entlädt sich auch mit Blitz und Donner. Ein prächtig’ Gewitter.
Das folgende „Dig“ ist ein Ohrwurm erster Güte und im perkussionsunterlegten Gitarrensolo wartet Mike Einziger einmal mehr mit ausgeklügelten Sounds auf. In ähnlicher Manier geht auch Ben Kenney zu Werke. Er betoniert auf „Light Grenades“ ein gleichermassen solides, songdienliches und virtuoses Bassfundament. Es ist ein Merkmal des neuen Albums, dass die Band ihre musikalischen Fähigkeiten zwar immer noch zur Schau stellt, aber die Songs nicht so darunter leiden, wie dies auf „The Crow Left Of The Murder“ bisweilen der Fall war.
Die erste Single „Anna Molly“ ist erwartungsgemäss ein „lüpfiger Hudigäggeler“ und beschwört einen gewissen rotheissen Pfeffergeschmack herauf. Zum Glück gibt’s bei Incubus Frischkost und keine Astronautennahrung aus der Tube, wie auf RHCP’s letzter Exkursion in unsere Galaxis. Diese Frische verdankt die Band weitgehend ihrem Spielwitz – die Kompositionen an sich sind zwar gekonnt aber eigentlich unspektakulär arrangiert. Ein gutes Beispiel dafür ist auch die Ballade „Love Hurts“, wo DJ Kilmore detailverliebt Farbe ins Klangbild tupft. Mit “Light Grenades” folgt als sechster Song der Kracher des Albums, der die Hosenbeine im Boxenwind flattern lässt! Sehr kompakt und zielstrebig – Chapeau! „Earth to Bella 1“ und „Earth to Bella 2“ beschliessen die erste, respektive zweite Plattenhälfte, wobei es auf letzterer deutlich weniger zu entdecken gibt, worüber sich hier zu schreiben lohnt. Es gibt zweifellos auch auf der zweiten Plattenhälfte schöne Details zu hören; Songs wie „Oil and Water“ und „Diamonds and Coal“ fallen qualitativ aber deutlich ab. Als sehr ansprechend erachte ich das Artwork von „Light Grenades“ – Alan Aldridge hat jeden Song mit gelungenen Bildern, welche Bezug auf die Texte nehmen, illustriert.
Fazit: Seit „Make yourself“ das konsistenteste Incubus-Album.
Seit 28. November 2006 im Handel.
Anspieltipps: Quicksand; A Kiss To Send Us Off; Dig; Light Grenades
Trackliste: 1) Quicksand; 2) A Kiss To Send Us Off; 3) Dig; 4) Anna Molly; 5) Love Hurts; 6) Light Grenades; 7) Earth To Bella (Part 1); 8) Oil And Water; 9) Diamonds And Coal; 10) Rogues; 11) Paper Shoes; 12)Pendulous Threads; 13) Earth To Bella (Part 2)
similar artists: Red Hot Chili Peppers
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Bio:
Mike Einziger (Gitarre), Alex “Dirk Lance” Katunich (Bass) und Jose Pasillas II (Drums) begannen bereits zu High School Zeiten, zusammen Musik zu machen. Mit dem Einstieg von Brandon Boyd (Gesang) begann die Band eigene Songs zu schreiben und veröffentlichten 1995 „Fungus Amongus“. Gevin Koppel aka DJ Lyfe, fragt die Band 1996, ob sie Interesse an einer Sounderweiterung durch seine Hip-Hop-Tracks hätten – er wird nach anfänglicher Skepsis bald offiziell fünftes Bandmitglied. Im selben Jahr unterschreiben Incubus beim Sony Label „Immortal Records“ und die EP „Enjoy Incubus“ erscheint. 1997 nimmt die Band mit „Familiar Feeling“ einen Beitrag für den Soundtrack der Comic-Verfilmung „Spawn“ auf und ihr Album„S.C.I.E.N.C.E.“ wird veröffentlicht. DJ Chris Kilmore ersetzt 1998 DJ Lyfe. Mit „Make yourself“ erscheint 1999 das Album, dass der Band zum Durchbruch verhilft. Dies geschieht allerdings erst 2001, als nach „Stellar“ und „Pardon Me“ mit „Drive“ die dritte Single veröffentlicht wird. „Drive“ schafft es in die Top Ten der amerikanischen Billboard Charts und das im selben Jahr veröffentlichte Album „Morning View“ klettert im Nu bis auf Platz 2. Mit erfolgreichen Tourneen in der ganzen Welt steigert die Band ihren Bekanntheitsgrad weiter. Im Jahre 2003 trennt sich die Band von Alex „Dirk Lance“ Katunich. Ben Kenney, vorher Bassist bei „The Roots“, ersetzt ihn. Mit diesem neuen Line-Up spielt die Band unter der Regie von Brendan O’Brien „A Crow Left Of The Murder“ ein, das 2004 veröffentlicht wird. Mit diesem Album bezieht die Band weit stärker als bis anhin politisch Stellung. Das Engagement der Band äussert sich auch durch die Gründung der „Make Yourself Foundation“ – die Band begünstigt mit der Stiftung lokal und global Projekte, indem sie mit einem Teil der Einnahmen aus Plattenverkäufen, Tour-Aktivitäten, Versteigerung von Konzerttickets und speziellen bandeigenen Gegenständen etc. die Stiftung unterstützt.
2005 wird der Filmsoundtrack zu „Stealth“ veröffentlicht, für den Incubus mit „Make A Move“, „Admiration“, „Neither Of Us Can See“ (ein Duett mit Chrissie Hynde) und „Aqueous Transmission“ vier Songs beisteuern.
„Light Grenades“, das aktuelle Album der Band ist Ende November 2006 veröffentlicht worden.