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Interpol – Interpol

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von Michael Messerli am Montag, 6. September 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: New Wave  |  Label: Cooperative Music (Universal)  |  Unsere Wertung: 6.0/10

InterpolNext Exit
Natürlich müsste die Überschrift zu dieser Rezension „Always Malaise“ lauten. Wenn es denn nicht jeder so machen würde. Es ist nicht das Offensichtliche, das auf „Interpol“ fehlt. Es ist die Alternative.

Bei „Turn On the Bright Lights“ kamen die Vergleiche mit Joy Division, bei „Antics“ die Bitte, dass sich Interpol bald etwas Neues einfallen lassen sollen und bei „Our Love to Admire“ hiess es, die Editors seien jetzt die besseren Interpol. Nun, da Interpol nicht mehr nach Joy Division klingen, sich etwas Neues einfallen liessen und die Editors nicht wirklich die besseren Interpol sind, werden einige einwenden, dass die altbekannten Wiedererkennungsmerkmale fehlen. Ironie des Schicksals? „Interpol“ ist nicht das beste Album der New Yorker, aber sicher ein interessantes. Für die einen oder anderen Ohren wohl dennoch zu zäh, zu sehr nach Atmosphäre suchend. Paul Banks ist einer jener Frontmänner, die gerne mal in eine Rolle schlüpfen und einen gewissen Mythos um sich und ihre Musik aufbauen. Früher liess er den Macho raushängen, jetzt sucht er das Spannende im Elend. Eines ist dabei selbstverständlich: „Always Malaise“. Es wird wohl keine Rezension erscheinen, wo dieser Songtitel nicht als inhaltliches Statement verwendet wird. Die Schlitzohren von Interpol wissen, was zu einem Konzept gehört. Zynische Schlitzohren, wohlgemerkt. Wird das auch nach dem Ausstieg von Carlos Dengler noch so sein? Für „Interpol“ legte er sich jedenfalls richtig ins Zeug. Alles andere ist Zukunftsmusik

In der Gegenwart muss man feststellen, dass gerade die zweite Albumhälfte nicht recht Fahrt aufnehmen will. Denn mit „Success“ und „Memory Serves“ schiessen Interpol ihr Pulver früh in die Gehörgänge, um Platz zu machen. „Barricade“ besucht kurz das Debüt, danach holen sie Luft und halten sie lange an. „Always Malaise (The Man I Am)“ kann da schon seine Längen entwickeln. Die Trilogie zum Ende hin ebenso. Nur der Querschläger „Safe Without“ bleibt nochmals richtig hängen. Eine Enttäuschung ist dieses Album nicht und gewiss braucht es seine Zeit, um nach drei hervorragenden Alben auch ein durchweg gutes in sein Herz zu schliessen. Schliesslich haben Interpol nun einen Schritt in eine neue Richtung gemacht und vielleicht ist der Ausstieg von Carlos Dengler diesbezüglich auch eine Chance. Paul Banks könnte es noch leichter fallen, in eine neue Rolle zu schlüpfen. Gelingt ihm das noch konsequenter als auf „Interpol“, dann können die Optimisten endgültig einpacken – und wir uns darauf freuen.

Seit  03. September 2010 im Handel. 

> Hören und Kaufen
> Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Interpol
Anspieltipps:
> Success
> Memory Serves
> Safe Without

Diskographie:
> Turn On the Bright Lights (2002)
> Antics (2004)
> Our Love to Admire (2007)
> Interpol (2010)
 
Ähnliche Künstler: 
> The Chameleons
> Editors
> Julian Plenti
> The National
> Joy Division
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