Isobel Campbell - Milkwhite Sheets |
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| von Rafael Werner am Mittwoch, 1. November 2006 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Folk Label: V2 CH-Vertrieb: TBA Unsere Wertung: ![]() Apfelschnitze und Brot in der Sonntagsschule essenHeikel, was Isobel hier bewerkstelligt. Gegen die Erwartungen ist „Milkwhite Sheets“ kein schmusiges Indiepopkästchen geworden, sondern eine Sammlung altertümlicher, eher spröder Lieder. Campbell macht hier aber auf jeden Fall Folklore und bestimmt nicht Popmusik, nur leider würde ihr diese besser stehen. Denn dermassen reduzierte Songs wie „O Love Is Teasin’“ oder „Yearning“ brauchen eine interessantere, knisterndere Stimme, bessere Geschichten und schönere Harmonien. Instrumentiert ist das Ganze solid und gut, wenn auch gar antiquiert. Zwischendurch hat man das Gefühl, bis ins Mittelalter zurückzureisen, was nun wirklich mehr als schlechte Anwendung der Ironie anstatt passender Untermalung Campbells Stimme zu verstehen ist. Trotzdem ist das Handwerkliche auf „Milkwhite Sheets“ eigentlich nie das Problem, was fehlt ist schlicht und einfach die Magie. Und deshalb werden die 13 kleinen Schützlinge bald untergehen, denn die Konkurrenz der weiblichen Folkqueens ist gross und Isobel Campbell scheint in dieser Liga kein Wörtchen mitreden zu können. Der fluffige Wohlfühlfolkpop von „Amorino“ und die dunklen Liebesballaden mit Mark Lanegan waren da wesentlich prägnanter und hinterliessen einen bleibenderen Eindruck als die winzige Melodie von „Hori Horo“, der sanfte Ausbruch in „Willows Song“ oder das monotone Schaukeln zu „Reynardine“. Solche Lieder müsste man tausend Mal hören, damit sie einem im Ohr bleiben würden. Aber nicht mal zum Mitpfeifen eignen sich diese Schäumchen, selbst dafür geben sie zu wenig her. Und wem nach dem nicht enden wollenden „Thursday’s Child“ noch nicht alle Glieder eingeschlafen sind, sollte nicht mehr zögern und sich für den Harfenunterricht anmelden. Frau Campbell hingegen sollte man lieber eine tolle Gitarre schenken, da würde wohl mehr dabei rausspringen. Seit 20. Oktober 2006 im Handel. Anspieltipps: Willow’s Song; Are You Going To Leave Me? Trackliste: 1) O Love Is Teasin’; 2) Willow’s Song; 3) Yearning; 4) James; 5) Hori Horo; 6) Reynardine; 7) Milkwhite Sheets; 8) Cachel Wood; 9) Beggar, Wiseman Or Thief; 10) Loving Hannah; 11) Are You Going To Leave Me?; 12) Over The Wheat And Barley; 13) Thursday’s Child similar artists: Grey De Lisle, Joanna Newsom, Vashti Bunyan, Nick Drake, Nina Nastasia, Jolie Holland > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label Bio: Isobel Campbell (* 27. April 1976 in Glasgow) ist ein ehemaliges Mitglied der Band Belle and Sebastian. Schon bevor sie die Band 2002 verließ, arbeitete sie an ihrem Soloprojekt „The Gentle Waves“ und brachte mehrere Alben heraus. 2003 folgte dann das erste Soloalbum „Amorino“. Drei Jahre später sang Campbell mit US-Singer Mark Lanegan zusammen ein Album voller Balladen, um dann wiederum ein halbes Jahr später ihr zweites Solowerk, „Milk White Sheets“ zu veröffentlichen. Auf diesem Album finden wir folkloristische, reduzierte Songs. Diskographie: > Amorino (2003) > Ballad Of The Broken Seas (with Mark Lanegan) (2006) > Milk White Sheets (2006)
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