Ob alle Spass haben, sei mal dahingestellt; das Debütalbum des deutschen Duos Jack Beauregard kann man auf jeden Fall gut hören.
Jack Beauregard ist der alternde Revolverheld im Italowestern „My Name Is Nobody“, der sich nach einem letzten grossen Gefecht zurückzieht. Weit weg vom Wilden Westen und gerade erst am Anfang steht das gleichnamige Duo bestehend aus Daniel Schaub (Gitarre, Gesang) aus Köln und Pär Lammers (Keyboards, Electronica) aus Hamburg. Als die beiden an der Musikhochschule in Amsterdam studierten, hatten sie irgendwann genug von der Theorie und wandten sich der Popmusik zu. Bewaffnet mit Gitarre, Keyboard, Laptop und sehr viel Können haben sie sich in die Musikszene gestürzt und nun ihr Debütalbum „Everyone Is Having Fun“ herausgebracht.
Nach fun hört sich das erst einmal nicht an, die Stimmung ist eher melancholisch, die Lieder sind schön, aber nicht fröhlich. Die Texte kontrastieren das ein wenig, aber wie ernst kann man eine Aussage wie „Everybody is happy“ nehmen, wenn sie in einer traurigen Melodie aufgeht? Sie tragen, obwohl vordergründig betrachtet oft banal wirkend, meist eine ironische Note.
Neben ruhigen Liedern wie „Find Somebody Else“ oder „I Like A Girl“, die aus akustischer Gitarre mit schüchternen elektronischen Einsprengseln bestehen, gibt es einige lebhaftere wie „Anyone Around“ – aber das ist kein tanzbarer Elektropop, sondern bleibt immer harmlos. Etwas aus dem Rahmen, auch von der Länge her, fallen „Any Snow“ und „The Distance In Between“, die langsam eine Wand aufbauen aus Streichern, Klavier und Gitarre und so eine gewisse epische Qualität ins Spiel bringen. Höhepunkt des Albums ist aber klar „Everybody Is Happy“, bei dem die Gitarre im Hintergrund bleibt und der Synthesizer dominiert und eine wunderschön düstere Stimmung schafft.
Man könnte das als Folk mit digitalem Hintergrund bezeichnen: Gitarrengeklimper und -geschrammel über elektronischen Beats und Synthesizerverzierungen, während Stimme und Gesangsmelodien ein wenig an die Beatles erinnern. Das soll nicht abwertend klingen, denn letztendlich ist „Everyone Is Having Fun“ ein schönes, eher melancholisches Album, das zwar wenig Spektakuläres bietet, aber trotzdem nicht so schnell verleidet.
Seit 8. Mai 2009 im Handel.
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Anspieltipps:
> Anyone Around
> Everybody Is Happy
Diskographie:
> Everyone Is Having Fun (2009)
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Junior Boys